Auswärtsspiel beim FC Schalke 04 : Neven Subotic wird zu Unions tragischer Figur

Union Berlin hält lange sehr gut mit gegen Schalke 04. Am Ende wird ein individueller Fehler beim 1:2 bitter bestraft.

Einen folgenschweren Fehler leistete sich Neven Subotic gegen Schalke.
Einen folgenschweren Fehler leistete sich Neven Subotic gegen Schalke.Foto: imago images/Contrast

Die Fans des 1. FC Union hatten eine ordentliche Tour hinter sich. Viele der etwa 5000 Berliner waren um 11 Uhr in Lichtenberg mit einem Sonderzug Richtung Westen aufgebrochen, in der Schalker Arena wurden sie am Freitagabend dafür auch äußerst freundlich empfangen. Zwei Union-Anhänger, die sich direkt nach ihrer Trauung am Morgen auf den Weg gemacht hatten, wurden sogar auf dem riesigen Videowürfel eingeblendet und bekamen viel Applaus.

Auch auf dem Rasen zeigten sich die Spieler des FC bei Schalke 04 anfangs sehr gastfreundlich und das Schiedsrichtergespann war den Gästen aus Köpenick ebenfalls gewogen. Lange sah es nach dem nächsten Achtungserfolg des Aufsteigers aus, doch ein Treffer von Suat Serdar in der 86. Minute beendete die Berliner Serie von drei Bundesliga-Siegen in Folge. Schalke gewann ein durchwachsenes Spiel vor 61.837 Zuschauern in der ausverkauften Arena verdient mit 2:1 (1:1). Unions Marcus Ingvartsen hatte einen fragwürdigen Elfmeter zum zwischenzeitlichen 1:1 verwandelt.

Urs Fischer entschied sich im Vergleich zu den Siegen gegen Mainz und Gladbach für eine kleine taktische Änderung. Anstatt einen zweiten echten Stürmer neben Sebastian Andersson aufzustellen, setzte Unions Trainer auf ein 3-4-3 mit Ingvartsen und Marius Bülter an den Seiten des schwedischen Torjägers. Im Mittelfeld nahm der zuletzt gesperrte Robert Andrich wie erwartet wieder seinen Platz in der Zentrale ein.

Union startete angesichts der jüngsten Erfolge mit großem Selbstvertrauen und lief den Gegner sofort hoch an. Schalke versuchte sich spielerisch aus diesen Drucksituationen zu befreien, leistete sich anfangs aber einige haarsträubende Fehler. Nach nicht einmal vier Minuten spielte das große Torwarttalent Alexander Nübel, im dem viele schon den Nachfolger von Manuel Neuer sehen, Ingvartsen den Ball am Strafraum mitten in die Füße. Matija Nastasic konnte den Schuss des Dänen gerade noch zur Ecke abfälschen.

Kurz darauf zeigte Nübel, dass er dem jungen Neuer nicht nur bezüglich des gelegentlichen Leichtsinns ähnelt, sondern auch über ähnlich starke Reflexe verfügt. Einen Schuss von Bülter fischte er aus dem Eck, später entschärfte er auch gefährliche Abschlüsse von Andersson und Christopher Trimmel.

Traumtor durch Raman

Schalke fand nur langsam ins Spiel, ging dann allerdings mit dem ersten richtigen Schuss in Führung. Benito Raman drosch den Ball in Folge einer Standardsituation unhaltbar volley unter die Latte. Der Rückstand war für Union gleich doppelt bitter: er hatte sich wahrlich nicht abgezeichnet und beim Gegentreffer waren die Berliner aufgrund einer Verletzung von Keven Schlotterbeck in Unterzahl. Der Verteidiger hatte sich bei einem eigenen Foul verletzt und wurde gerade an der Seitenlinie behandelt, als Raman das 1:0 erzielte. Für Schlotterbeck kam Florian Hübner früh im Spiel zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz in dieser Saison.

Union ließ sich durch den Rückstand jedoch nicht aus dem Konzept bringen. Die Berliner sammelten sich kurz, zeigten dann aber, dass ihre jüngste Erfolgsserie nicht nur auf langen Bällen und der Kopfballstärke Anderssons beruht. Über vier Stationen kombinierten sich die Gäste sehr ansehnlich flach durch die Schalker Defensive – und plötzlich gab es Elfmeter.

Andrich hatte sich den Ball an Matija Nastasic vorbeigelegt und war dann zu Boden gegangen. Schiedsrichter Daniel Schlager zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt und auch Videoassistent Deniz Aytekin hatte nichts zu beanstanden. In der Wiederholung sah es allerdings eher nach einer Schwalbe als nach einem Foul aus. Ingvartsen war es egal, er knallte den Ball unhaltbar in die linke Ecke.

So ging es mit 1:1 in die Halbzeitpause und diese tat Schalke besser als Union. Die Gastgeber kamen entschlossener aus der Kabine und pressten nun deutlich höher. Damit provozierten sie einige Fehler im Berliner Spielaufbau, vergaben die daraus resultierenden Möglichkeiten aber durch ungenaue Pässe. Raman prüfte Gikiewicz mit einem Schuss aus 16 Metern, wenig später schnappte sich Unions Torwart den Ball gerade noch so vor dem einschussbereiten Suat Serdar. Die Gäste verloren nun zunehmend den Zugriff auf das nicht sonderlich hochklassige Spiel und waren mit dem 1:1 mittlerweile gut bedient. Fischer reagierte auf die Probleme seiner Mannschaft und wechselte Sheraldo Becker für Bülter ein, doch sein Team kam kaum noch aus der eigenen Hälfte.

Bis wenige Minuten vor Schluss sah es dennoch nach einem Punktgewinn aus, doch dann bestrafte Suat Serdar einen Ballverlust von Neven Subotic.

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