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Janik Möser will andere Profisportler ermutigen, bei Coronainfektionen genauer hinzusehen.
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Profisport und Coronavirus: Der Fall Janik Möser zeigt, dass es jeden treffen kann

Auch Leistungssportler müssen das Coronavirus ernst nehmen. Neue Richtlinien sollen helfen, Risiken zu minimieren. Ein Kommentar.

Ein Kommentar von Jörg Leopold

Der Fall ist eine Warnung. Eishockeyspieler Janik Möser von den Grizzlys Wolfsburg hat sich sehr wahrscheinlich durch die Infektion mit dem Coronavirus eine Herzmuskelentzündung zugezogen. Die schweren Folgen der Erkrankung bei einem 25-Jährigen, bis dato gesunden Leistungssportler, haben die Verantwortlichen aufgeschreckt. Am Mittwoch präsentierte die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) Richtlinien, um Spieler nach positiven Tests auf Covid-19 besser zu schützen.

Der vom Wolfsburger Mannschaftsarzt Axel Gänsslen erstellte Algorithmus, mit dem beurteilt werden soll, wann ein Profisportler nach einer Ansteckung mit dem Virus wieder seinem Beruf nachgehen kann, ist nicht nur für das Eishockey von hoher Bedeutung. Auch andere Sportarten könnten und sollten sich daran orientieren.

Zuletzt stiegen die Fallzahlen auch unter Profis – egal, ob im Fußball, Handball, Basketball oder Wintersport – so wie in der Gesamtbevölkerung deutlich an.

Die meisten Athleten zeigen kaum Symptome, was nicht bedeutet, dass eine Coronainfektion dauerhaft folgenlos bleibt. Mit den neuen Richtlinien werden konkrete Handlungsempfehlungen bis hin zur wahrscheinlichen Ausfalldauer gegeben. Selbst symptomfreie Sportler müssten demnach 17 bis 21 Tage warten, bis sie auf den Platz, das Eis oder in die Halle zurückkehren können. Je nach Schwere des Verlaufs sind aber auch drei bis sechs Monate Sportkarenz geboten.

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So wie bei Janik Möser, dessen Herzmuskelentzündung im schlimmsten Fall den plötzlichen Herztod auslösen könnte. Umso wichtiger ist es, dass Coronainfektionen ernst genommen werden, auch von vermeintlich durchtrainierten Topsportlern. Den Medizinern kommt hierbei eine entscheidende Aufgabe zu. Es kann letztlich überlebenswichtig sein, dass Spieler und Trainer in Zeiten der Pandemie ihren Ärzten bedingungslos vertrauen – auch wenn das vielleicht bedeutet, noch ein Spiel mehr zu verpassen.

„Natürlich sind wir Profisportler fit, aber es kann eben auch uns treffen“, sagt Möser. Auch er habe das Coronavirus anfangs nicht ernst genommen. Nun appelliert er an andere, um „ihnen die Augen zu öffnen.“ Bleibt zu hoffen, dass möglichst viele Kollegen nun genau hinsehen. Damit es bei einer Warnung bleibt.

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