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Füchse Berlin im Final Four der Champions League: Nach dem Titel ist vor dem Titel
Eine Woche nach der ersten Meisterschaft der Klubgeschichte wartet das nächste Highlight auf die Füchse. Vor 20.000 Fans in Köln wollen die Berliner die Champions League gewinnen.
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Was für eine Woche für die Füchse Berlin. Binnen weniger Tage haben die Handballer die Chance, die zwei größten Titel der Vereinsgeschichte zu holen. Deutscher Meister sind sie schon – jetzt wollen sie noch die Champions League gewinnen. Am Wochenende treffen in der Kölner Arena die Besten des europäischen Handballs aufeinander. Zum ersten Mal seit 13 Jahren sind die Berliner wieder beim Final Four dabei.
Am Samstag geht es bei Null los. Die starken Leistungen, die die Füchse im Laufe der Saison zeigten, zählen nicht. Die deutlichen Viertelfinalsiege über Vorjahresfinalist Aalborg Håndbold (37:29, 40:36) sind Geschichte. Sie dienen maximal als mentaler Rückenwind, wenn die Berliner ab 15 Uhr (Dyn/Dazn/DF1) beim ersten Halbfinale gegen den HBC Nantes ran müssen. Im Anschluss (ab 18 Uhr) spielen der Titelverteidiger FC Barcelona und der deutsche Vizemeister SC Magdeburg um den zweiten Platz im Finale.
Die wilde Meisterfeier der Füchse ist noch nicht lange her, aber der Fokus ist schon wieder voll da. Am Dienstag gab es Individualtraining, seit Mittwoch dann wieder mit der ganzen Mannschaft. „Wir sind froh darüber, noch eine Woche länger in der Saison zu sein. Das ist eine riesige Ehre und ein großer Anreiz – von daher sollte noch genügend Energie bei uns im Tank sein“, sagt Trainer Jaron Siewert.
Mit dem HBC Nantes wartet auf die Berliner zunächst der Underdog des Turniers. Die Franzosen, deren selbsterklärtes Ziel die K.o.-Phase war, haben die eigenen Erwartungen übertroffen. Genau das macht sie unberechenbar. Aber Siewert ist vorbereitet, weiß dass Nantes „viel übers Tempospiel kommt“ und seine Gegner mit „aggressivem Abwehrspiel unter Druck setzt“. Trotzdem sind die Berliner in ihrer aktuellen Form der Favorit gegen den Zweiten der französischen Liga.
Barcelona ist Rekordchampion
Ein Sieg würde den Einzug ins Finale bedeuten (Sonntag, 18 Uhr). Dort könnte es zum Duell mit dem großen Titelanwärter kommen: dem FC Barcelona. Die Katalanen sind Rekordmeister. Zwölfmal holten sie bereits die Champions-League-Krone, zuletzt 2021, 2022 und 2024. Der Titelverteidiger ist zum siebten Mal in Folge dabei – der Kader um Dika Mem auf Halbrechts und Emil Nielsen im Tor zählt zur absoluten Weltklasse.
2023 reichte es aber nicht für die Trophäe. Ausgerechnet der SC Magdeburg war es, der Barça im Halbfinale stoppte und sich später den Titel schnappte. Das möchte der SCM in diesem Jahr sicher wiederholen. Schon in der Gruppenphase gelang den Magdeburgern ein Sieg gegen Barcelona. Wichtiger Mann in den Reihen des SCM damals: Gisli Kristjansson. Nach einer Schulterverletzung ist dessen Einsatz am Wochenende aber fraglich.
Für die deutschen Handballs-Fans wäre ein Finale zwischen den beiden Spitzenklubs der HBL wohl eine Traumvorstellung. Zudem würde es noch einmal bestätigen, was sich die Liga selbst attestiert: die stärkste der Welt zu sein. So oder so – für die Fans wird das Final-Four-Wochenende in Köln ein absolutes Spektakel werden.
20.074 Zuschauer werden in der Arena erwartet – so viele wie noch nie bei einer Handballveranstaltung. David Szlezak, Marketing-Chef der EHF: „Uns wird im wahrsten Sinne des Wortes die Bude eingerannt. Wir haben die mit Abstand größte Ticketnachfrage aller Zeiten.“
Auch viele Füchse-Trikots wird es im Publikum zu sehen geben – die ersten Fans haben sich bereits Freitagmorgen auf den Weg nach Köln gemacht. „Unser Block ist voll“, sagt Anja Konopinski, Vorsitzende des Füchse-Fanklubs. Natürlich hofft sie, „dass wir auf unseren Titel letzte Woche noch einen draufsetzen können.“ Mal sehen, ob das gelingt, was Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning schon im April selbstsicher prophezeite: „Wir gewinnen die Champions League – da glaube ich wirklich fest dran.“
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