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Fußball-Bundesliga : Hertha BSC spielt nur 1:1 gegen den SC Freiburg

Hertha BSC kommt gegen Freiburg nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. Am Ende gibt es mal wieder Streitigkeiten um den Videoschiedsrichter.

Schweizer Mauer. Herthas Fabian Lustenberger rückte in die Innenverteidigung und machte seine Sache ordentlich.
Schweizer Mauer. Herthas Fabian Lustenberger rückte in die Innenverteidigung und machte seine Sache ordentlich.Foto: imago

Als das Spiel fast schon gelaufen war, wurde es noch einmal richtig turbulent. Ondrej Duda stand schon bereit, um einen Elfmeter für Hertha BSC auszuführen. Doch dann kam der Videoschiedsrichter ins Spiel – und Schiedsrichter Benjamin Cortus nahm nach Einsicht der TV-Bilder seine Entscheidung zurück. Herthas Spieler protestierten, Trainer Pal Dardai protestierte, die Fans protestieren. Ohne Erfolg.

Und so blieb es für den Berliner Fußball-Bundesligisten am Sonntagnachmittag letztlich beim für ihn eher etwas enttäuschenden 1:1 (1:1) gegen die Gäste vom SC Freiburg. Es wurde nichts aus dem vierten Sieg im vierten Saisonheimspiel. Die Berliner verpassten es deshalb, nach Punkten mit dem Zweiten in der Tabelle gleichzuziehen.

„Ich schätze den Punkt, heute war der letzte Pass bei uns nicht gut genug“, sagte Herthas Trainer Pal Dardai. Fast hätte sein spät eingewechselter Sohn Palko noch einen Elfmeter herausgeholt, doch Herthas Trainer wollte hinterher nicht hadern. „Man kann nicht sagen, dass es eine klare Fehlentscheidung war“, sagte Dardai senior, „wir akzeptieren das jetzt einfach mal.“

53 716 Menschen hatten sich an diesem goldenen Herbsttag auf den Weg gemacht, um Hertha BSC dabei zuzusehen, wie es im Olympiastadion nach dem FC Bayern nun auch dem SC Freiburg an den Kragen gehen würde. Für gewöhnlich ziehen Spiele gegen Freiburg nicht so viele Leute an. Die gestrige Kulisse war da schon fast rekordverdächtig.

Startelf-Debüt für Luckassen

Auf Grund der verletzten oder erkrankten Verteidiger (Stark, Rekik, Torunarigha) war Herthas Trainer zum Wechseln gezwungen. Und so fand sich Derrick Luckassen erstmals in der Startelf der Berliner wieder. Der 23-jährige spielte in der Innenverteidigung an der Seite von Fabian Lustenberger.

Die Berliner bekamen das Spiel recht bald in den Griff, sie kontrollierten Ball und Gegner. Als dann der wachsame wie agile Per Skjelbred einen Traumpass im Sechzehner auf Ondrej Duda spielte, der den Ball ins lange Eck des Freiburger Tores schlenzte, hatte der Gastgeber auch noch eine Führung im Rücken.

Das Spiel war kaum älter als fünf Minuten, als Duda sein sechstes Saisontor erzielte. Die Freiburger waren geschockt. Die Mannschaft von Trainer Christian Streich spielte fortan behutsam und vorsichtig, im Spiel nach vorn blieben sie harmlos.

Die Berliner waren feldüberlegen, doch richtig zwingend wurden sie einfach zu selten. Salomon Kalou setzte gegen Mitte den ersten Halbzeit seinen Schuss mit links etwas zu hoch an, wenig später probierte es Duda aus der Distanz, Freiburgs Torwart Alexander Schwolow wickelte den Ball um den Pfosten zur Ecke.

Mit Nationalspieler Petersen wurde Freiburg offensiver

In dieser Phase verpasste es Hertha, das Ergebnis auf 2:0 zu stellen. Das rächte sich. Zehn Minuten vor dem Pausenpfiff gelang den Freiburgern aus dem berühmten Nichts der Ausgleich. Eine etwas zu kurz geratene Fußabwehr von Luckassen fiel Robin Koch vor die Füße, der, gut 25 Meter zentral vor dem Berliner Tor, gewaltig abzog. Da Arne Maier den Schuss auch noch mit dem Rücken leicht abfälschte war Herthas Torwart Rune Jarstein machtlos.

Mit Beginn des zweiten Abschnitts brachte Streich Nationalstürmer Nils Petersen ins Spiel, die Berliner blieben zunächst unverändert. Pal Dardai hatte vor dem Spiel von einer Geduldsaufgabe gesprochen.

Mit Petersen in der Offensive wurden die Gäste etwas mutiger. Das eröffnete den Spielern der Heimelf mehr Räume, die sie aber nicht nutzten. Ihrem Tun fehlte das Zwingende. Oder sie hatten Pech. So nach etwa einer Stunde, als Javairo Dilrosun eine Flanke auf Vedad Ibisevic brachte, dessen Kopfball hauchdünn am Pfosten vorbei strich.

Danach ersetzte Mathew Leckie den dieses Mal doch arg flatterhaften Dilrosun. Kurz darauf kam Davie Selke für Ibisevic. Herthas Trainer wollte so noch einmal frischen Schwung entwickeln, denn das Spiel drohte sich im Unentschieden einzutrudeln. Hinzu kam, dass Schiedsrichter Benjamin Cortus einige merkwürdige Entscheidungen fällte, wodurch Spiel und Spieler immer unruhiger wurden. Es war nicht nur der zurückgenommene Elfmeterpfiff.

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