Gelb-Rot für Alassane Plea : Respektiert endlich die Schiedsrichter!

Die neuen strengeren Regeln haben in der Bundesliga noch nicht alle kapiert. Dabei sind sie nötig – und schaden dem Fußball nicht. Ein Kommentar.

Plea sieht Rot. Der Gladbacher Stürmer hatte seine Emotionen nicht im Griff.
Plea sieht Rot. Der Gladbacher Stürmer hatte seine Emotionen nicht im Griff.Foto: Imago/Contrast

Es ist an jedem Wochenende das Gleiche. Auf tausenden Plätzen in der Fußballrepublik Deutschland. Vom kleinsten Dorfacker bis zur größten Arena. Immer und immer wieder lamentieren Spieler und pöbeln und beleidigen, wenn sie eine Entscheidung des Schiedsrichters nicht verstehen.

Ein klägliches Bild gibt das ab von Menschen, die gerne auch in Mannschaftsstärke lauthals klagen. Seit Januar nun dürfen und sollen die Referees konsequenter durchgreifen und den Aufmüpfigen die Gelbe Karte zeigen. Diese Regel haben aber offenbar auch nach dem dritten Spieltag der Rückrunde in der Bundesliga immer noch nicht alle kapiert. Darauf deuten jedenfalls verschiedene Reaktionen hin.

Emotionen werden mit mangelndem Respekt verwechselt

Nachdem Alassane Plea von Borussia Mönchengladbach am Samstagabend im Spitzenspiel gegen RB Leipzig wegen Meckerns und abfälliger Gesten Gelb-Rot gesehen hatte, ging das große Gezeter wieder los. Spieler stürmten auf Referee Tobias Stieler zu, Fans waren außer sich, Kommentatoren beschwerten sich. Kann doch nicht wahr sein! Wie konnte der Referee nur! So wird der Fußball doch jeder Emotion beraubt! Und von Emotionen lebt Fußball nun mal!

Wie bitte?! Widersprechen Anstand, Fairness und Respekt also Emotionen? Oder geht das nicht eher galant am Thema vorbei? Ein Lothar Matthäus behauptete im TV-Bezahlsender Sky sogar allen Ernstes, dass es im Amateur- und Jugendfußball bisher kein Problem in dem Punkt gegeben hätte – und verkennt damit genau das Problem. Vielleicht hat Matthäus einfach nicht mitbekommen, dass Unparteiische in Berlin zum Beispiel wegen zu vieler Gewaltausbrüche gegen sie noch vor Kurzem gestreikt haben.

Solange die Spieler es anders nicht begreifen, gibt es offenbar keine andere Möglichkeit, als diese – zugegeben strenge – Regel von oben bis unten, von der großen Arena bis zum Dorfacker konsequent umzusetzen. Damit Fußballer, Betreuer und Zuschauer den Schiedsrichter wie in den meisten anderen Sportarten als entscheidende Instanz akzeptieren. Keine Sorge übrigens: Das Spiel mit dem Fußball bleibt auch emotional, leidenschaftlich und verrückt, wenn man nicht wie wild lamentiert, pöbelt und beleidigt. Sondern sich respektvoll verhält.

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