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Harald Gämperle wird Co-Trainer bei Hertha BSC : Harry, hol schon mal die Taktiktafel

Das Trainerteam von Hertha BSC für die neue Saison ist komplett. Neben Mirko Dickhaut wird Harald Gämperle Assistent des neuen Chefcoachs Ante Covic.

Der Mann an seiner Seite. Harald Gämperle (links) war schon einmal unter Lucien Favre Co-Trainer bei Hertha BSC.
Der Mann an seiner Seite. Harald Gämperle (links) war schon einmal unter Lucien Favre Co-Trainer bei Hertha BSC.Foto: imago sportfotodienst

Sein Abgang gerät alles andere als leise. In zweieinhalb Jahren bei Hertha BSC hatte sich Harald Gämperle nie in die Öffentlichkeit gedrängt, sondern so, wie man es von einem guten Co-Trainer erwartet, vor allem im Hintergrund gewirkt. Am letzten Tag seiner Tätigkeit in Berlin aber bricht es aus ihm heraus. Sein Chef Lucien Favre ist am Morgen nach der 1:5-Niederlage in Hoffenheim, von zwei Sicherheitskräften zum Auslaufen begleitet worden – und sagt nichts. Gämperle aber redet. Nein: Er schimpft: „Hertha BSC hat fachlich noch nie so einen guten Trainer gehabt wie jetzt, aber die Spieler merken das nicht und machen hinter dem Rücken des Trainers Politik. So was geht überhaupt nicht“, sagt er, „Wenn ein paar Spieler solche Leistungen abliefern, dann muss man sich schon fragen, welche Interessen diese Spieler haben.“

Kurz darauf ist nicht nur Favre seinen Job los, sondern auch sein Co-Trainer, den er im Sommer 2007 aus Zürich mit nach Berlin gebracht hatte - und der auch aus Loyalität zu seinem Chef nicht bleiben will. Jetzt, fast zehn Jahre danach, kehrt Harald Gämperle zu Hertha zurück – in selber Funktion, in der er im Herbst 2009 entlassen worden ist. Der 51-Jährige, aktuell noch beim alten und neuen Schweizer Meister Young Boys Bern unter Vertrag, wird neben Mirko Dickhaut Assistent des neuen Chefcoachs Ante Covic werden, der zur neuen Saison von der U 23 zu den Profis aufsteigt. Über die Vertragslaufzeit machte der Klub keine Angaben.

Der Kontakt zu Hertha ist nie abgerissen

Gämperle, so heißt es bei Hertha, habe unter Favre gute Arbeit geleistet. Und anders als sein damaliger Chef ist er nicht im Streit geschieden. Der Kontakt vor allem zu Manager Michael Preetz ist nie abgerissen. So folgt seine Verpflichtung einem Muster, das sich durch Preetz’ Personalpolitik zieht. Gämperle ist ein weiterer Vertrauter des Managers, der einen wichtigen Posten erhält. Schon sein Vorgänger Rainer Widmayer hatte zuvor bereits einmal als Co-Trainer (2010 bis Ende 2011 unter Markus Babbel) für den Berliner Fußball-Bundesligisten gearbeitet. Die meisten Trainerstellen der Nachwuchsteams sind mit früheren Spielern besetzt, auch mit Covic hat Preetz früher zusammengespielt.

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Nach seinem Weggang aus Berlin hat Gämperle, der inzwischen die Fußballlehrerlizenz besitzt, beim FC Zürich und bei Young Boys gearbeitet, vornehmlich als Co-Trainer. In Bern war Adi Hüter, der heutige Trainer von Eintracht Frankfurt, sein Chef, in Zürich unter anderem Urs Fischer, den es inzwischen ebenfalls nach Berlin verschlagen hat: als Cheftrainer des 1. FC Union.

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