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"Ich schulde euch nichts" : Ribéry-Ausraster in den sozialen Medien

Nach Kritik an einem vergoldeten Steak pöbelt Bayern Münchens Mittelfeldspieler bei Twitter und Instagram. Der Verein äußert sich bislang nicht dazu.

Franck Ribéry hat sich kräftig im Ton vergriffen.
Franck Ribéry hat sich kräftig im Ton vergriffen.Foto: AFP

Über die offiziellen Social-Media-Kanäle des französischen Fußballprofis Franck Ribéry sind obszöne Beleidigungen verbreitet worden. Als Reaktion auf Kritik an einem vergoldeten Steak, das dem Spieler serviert worden war, hieß es bei Twitter und Instagram in französischer Sprache: „Lass uns beginnen mit den Neidern, den Hassern, die sicher durch ein löchriges Kondom entstanden sind. F... Eure Mütter, eure Großmütter und sogar euren Stammbaum.“

Es ließ sich zunächst nicht klären, ob der Fußballer die Aussagen selbst geschrieben hat. Vom FC Bayern München gab es zunächst keine offizielle Stellungnahme zum Verhalten des Spielers. Der Verein will den Fall intern behandeln. Nach dpa-Informationen missbilligt der deutsche Fußball-Meister die Art und Weise, wie sich der Franzose auf seinen Social-Media-Kanälen gegen die Kritik gewehrt hat. Dem SID sagte ein Sprecher des FC Bayern, es handele sich um eine "private Angelegenheit". Ribéry sei zum Verzehr des Steaks eingeladen worden.


„Ich schulde euch nichts. Mein Erfolg habe ich Gott zu verdanken, mir und meinen Nächsten, die an mich glauben. Für die Anderen, ihr wart nur Kieselsteine in meinen Socken“, hieß es in den Beiträgen von Ribéry. Er wird am Sonntag wieder beim Training der Mannschaft erwartet.

Ribéry hatte kürzlich ein Video gepostet, in dem ihm ein mit Blattgold verziertes Steak serviert wird. Es gebe keinen besseren Start in das Jahr als eine Prise Salz und einen Besuch bei seinem türkischen Bruder, schrieb der Franzose dazu. Das Steak aus dem Restaurant des türkischen Inhabers soll 1200 Euro kosten. Im Verein geht man davon aus, dass der Franzose zu dem Essen eingeladen wurde.

Der 35-Jährige, der wütend auf Landsleute war, griff auch Medien an. „Außerdem, mit Bezug auf die Pseudo-Journalisten, die mich immer negativ kritisiert haben, ... Wenn ich etwas spende (denn ich habe gelernt zu geben, wenn ich viel verdiene ...), warum verbreitet dies nicht eines der großen nationalen Medien?“, hieß es. „Nein, ihr bevorzugt es, über meinen Urlaub zu sprechen, den ich mit meiner Familie verbringe. Ihr untersucht meine Handlungen und Gesten, was ich esse usw.! Oh ja, für diese Art von Kleinigkeiten seid ihr da!“

Angesprochen auf das Goldsteak und die Frage, ob es im Fußball ein Protzproblem gebe, zeigte sich Trainer Niko Kovac noch vor dem Posting am Samstag in Doha überrascht. Er werde total auf dem falschen Fuß erwischt, sagte Kovac: „Kann mir das jemand zeigen?“

Der Coach sagte weiter: „Es muss jeder für sich selbst entscheiden, was und wie er es macht. Das ist ein Teil der Demokratie. Wir sollten nicht immer alle irgendwo urteilen über jemanden. Immer schön bei sich anfangen und dann zum anderen gehen, wenn überhaupt zum anderen gehen.“

Ribéry, dessen Vertrag am Saisonende beim FC Bayern ausläuft, hatte in dieser Saison schon einmal für Wirbel gesorgt. Nach dem Bundesliga-Gipfel bei Borussia Dortmund (2:3) war er einen französischen TV-Mitarbeiter angegangen.

Fünf Tage später hatte er erklärt: „Es war natürlich falsch, was ich gemacht habe. Es ist immer schwierig nach einem Spiel, weil ich sehr emotional war. Ich habe zu Patrick Entschuldigung gesagt, auch an seine Familie.“ (dpa)

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