Mexiko, USA und Kanada in einer Liga : Gegengewicht gegen Europa

Drei große Länder erwägen dem immer weiter wachsenden Gewicht des europäischen Fußballs etwas entgegensetzen. Das ist eine gute Idee findet unser Kommentator.

Claus Vetter
Bald auch im Norden? Ein Bild aus dem Azteken-Stadion von Mexiko City.
Bald auch im Norden? Ein Bild aus dem Azteken-Stadion von Mexiko City.Foto: AFP

Enrique Bonilla hat jetzt mal das ins Spiel gebracht, was in Nord- und Mittelamerika schon im Spiel ist: Kanada, USA und Mexiko sollen zusammenspielen. Der Idee einer gemeinsamen Mittel- und nordamerikanischen Liga im Fußball ist der Präsident der mexikanischen Liga nicht abgeneigt. Wenn diese drei großen Länder schon eine Weltmeisterschaft zusammen ausrichten wollen und können, dann müsste das ja auch funktionieren. Dass diese drei Nationen zusammenrücken, um dem immer weiter wachsenden Gewicht des europäischen Fußballs etwas entgegenzusetzen, ist eine gute Idee.

Enrique Bonilla hat gesagt, Mexiko müsse „die Region verlassen“. Ansonsten verlassen eben die guten Spieler das Land, was auch weiter unten in Südamerika seit Erfindung des Fußballs Usus ist. Selbst in Nordamerika, wo sie mit großen Talenten im Fußball nicht so gesegnet sind, spielen die besten Profis aus den USA und Kanada lieber in Europa als in der Major League Soccer (MLS). Und: Mexiko ist nicht weit weg von den USA, vor allem auch emotional. Ein Spiel einer mexikanischen Mannschaft etwa im Bundesstaat Texas, Heimat vieler Bürger mexikanischer Herkunft, würde sicher sehr attraktiv sein für die Zuschauer. Das Einzugsgebiet der Liga hätte dann eine halbe Milliarde Einwohner, da müsste sich Wirtschaftskraft finden, die die neue Liga nach vorn pusht.

Mann mit Vision. Enrique Bonilla, Präsident der ersten Liga Mexikos.
Mann mit Vision. Enrique Bonilla, Präsident der ersten Liga Mexikos.Foto: Action Images / Reuters

Aber womöglich ist deshalb die Gefahr gegeben, dass so eine Liga aufgrund des großen Angebots an andern Sportarten untergeht. Ein Versuch ist es sicher wert, Bonillas Vorstoß Taten folgen zu lassen. Denn der Status Quo, in dem sich die MLS und die mexikanische Liga befinden, hilft den drei Ländern wenig weiter. In Mexiko sportlich nicht und in Nordamerika von der öffentlichen Wahrnehmung her nicht.

 

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