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Unentschieden heißt nicht unentschlossen. Bundestrainer Hansi Flick
© Foto: Matthias Koch/Imago

Nach dem 1:1 der Nationalmannschaft in Ungarn: Noch ist die WM nicht verloren, natürlich nicht!

Man sollte sich davor hüten, zu viel in die Nations-League-Auftritte des DFB-Teams hineinzuinterpretieren. Ein Kommentar.

Von Claus Vetter

Also wieder ein Unentschieden und anscheinend eines, das den Traum vom Weltmeisterschafts-Titel der deutschen Fußballnationalmannschaft in diesem Jahr zu schmälern scheint. Nach dem 1:1 von Budapest jedenfalls wurde am Team von Hansi Flick von der Riege der Beobachter, angefangen bei Lothar Matthäus, heftig herum kritisiert. Nur das jüngste Spiel betrachtet, war das sicherlich nicht unberechtigt.

Die zaudernden Deutschen haben es nicht geschafft, einem Mittelklassegegner ihr Spiel aufzudrücken. Damit allerdings sind sie, da reicht ein Blick auf die deutsche Tabelle in der Nations League, nicht allein in ihrer Gruppe der Unentschieden. Bei einem Sieg am Dienstag im letzten Spiel gegen Italien vor der Sommerpause stünde die DFB-Elf sogar auf Platz eins. Und was hieße das, kann Deutschland dann doch wieder Weltmeister werden? Natürlich heißt es nichts, denn wir haben erst Juni.

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Die Spieler sind müde nach einer langen Saison, eine Nations League ist kein EM- oder WM-Turnier, keine Veranstaltung, in der ein Team zusammen- und dann im besten Fall über sich hinauswächst. Diese Chemie gibt es nicht bei dieser nach wie vor etwas schrägen Veranstaltung. Sicher ist sie besser als ellenlange Serien von Freundschaftsspielen, es sind Tests auf höherem Niveau. Aber vor der WM in fünf Monaten steht nach der Sommerpause noch der Ligaspielbetrieb, da können Spieler sich verletzen oder aber auch noch richtig in Fahrt kommen können. Prognosen über einen etwaige Bedeutung dieser Spiele in der Nations League für den Verlauf eines Turniers am Jahresende verbieten sich von selbst.

Anders gesehen ist es vielleicht sogar gut, dass sich jetzt Schwachstellen auftun. Denn Hansi Flick sieht die Fehler, hat noch Zeit, sie abzustellen und seine Mannschaft und das beste System zu finden. Er muss im November zeigen können, was er in einem Turnier so anstellen kann mit der Mannschaft. An die 1:1-Serie aus dem Sommer und an das Spiel von Budapest oder auch an dem Spiel gegen Italien am Dienstag wird der Bundestrainer dann nicht mehr gemessen werden.

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