• Rückrundenstart in der Fußball-Bundesliga: Dortmund wird Meister! Und Bayern! Und Gladbach!

Seite 3: Borussia Mönchengladbach schafft es noch

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Rückrundenstart in der Fußball-Bundesliga : Dortmund wird Meister! Und Bayern! Und Gladbach!

BORUSSIA MÖNCHENGLADBACH
Neun Punkte. Neun Punkte Rückstand auf den Tabellenführer. LÄ!-CHER!-LICH! Natürlich wird Borussia Mönchengladbach Meister. Sollen die anderen die Mannschaft von Dieter Hecking ruhig ein bisschen unterschätzen.

Ich bin ja ein erklärter Freund von Analogien im Fußball: Exakt zehn Jahre ist es jetzt her, dass der VfL Wolfsburg als Neunter in die Rückrunde startete – und am Ende die Meisterschaft feierte. Wie viele Punkte lagen die Wolfsburger im Winter hinter dem Tabellenführer Hoffenheim (und dem Zweiten Bayern München)? Neun!

Neben den übersinnlichen gibt es auch ein paar handfeste Gründe für die erste Meisterschaft seit 1977. Okay, aus eigener Kraft kann es Gladbach nicht mehr schaffen. Aber wir wollen uns doch nicht mit Kleinigkeiten abgeben. Von den ersten acht der Tabelle hat nur Frankfurt die Abreibung im Borussia-Park schon hinter sich. Alle anderen – auch Dortmund und Bayern – müssen den schweren Gang erst noch antreten. Acht Heimspiele, acht Siege: Das spricht für sich (und hat ganz sicher nichts damit zu tun, dass von den ersten acht nur Frankfurt schon in Mönchengladbach vorstellig geworden ist).

Neun Punkte Rückstand - was ist das schon? Gladbachs Kapitän Lars Stindl.
Neun Punkte Rückstand - was ist das schon? Gladbachs Kapitän Lars Stindl.Foto: Eibner/Imago

Anders als Dortmund und Bayern können sich die Gladbacher zudem voll und ganz auf die Meisterschaft konzentrieren. Kein Pokal, kein Europacup. Selbstverständlich ist das ein Vorteil. Den positiven Effekt hat man schon in der Hinrunde gesehen, als die Borussia bei den Leipzigern drei Tage nach deren kräftezehrendem Auftritt in der Europa League souverän mit 0:2 verloren hat.

Dass Gladbach Meister wird, weiß ich seit ungefähr vier Monaten. Mitte September habe ich die Einladung zu einer privaten Veranstaltung am 18. Mai in Zürich bekommen, die ich definitiv nicht ausschlagen kann. Wenn die Borussia den BVB am letzten Spieltag zum großen Finale um die deutsche Meisterschaft empfängt, werde ich leider verhindert sein. Ist ja typisch. 42 Jahre wartet man auf diesen Moment, und dann das!

Inzwischen habe ich auch eine genaue Vorstellung, wie es laufen wird. Nachdem dem BVB ab Mitte März das Glück abhandengekommen ist und Trainer Lucien Favre mehr und mehr Zweifel im Gesicht trägt, ist der Vorsprung vor dem letzten Spiel auf zwei Punkte zusammengeschmolzen. Als es in der Nachspielzeit immer noch 1:1 steht, gibt es einen Freistoß in aussichtsreicher Position. Thorgan Hazard, in seinem letzten Einsatz für die Borussia vor seinem Wechsel zum BVB, tritt an und setzt den Ball unhaltbar in den Winkel. Anschließend bricht er in Tränen aus.

Und ich auch. Stefan Hermanns

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