Schicksal erfolgreicher Mittelklasse-Klubs : Wie Jovic und Haller Frankfurts Ambitionen im Keim ersticken

Der internationale Erfolg hat Eintracht Frankfurts Spieler so begehrt werden lassen, dass der Klub kaum weiter nach oben streben kann. Ein Kommentar.

Abtrünnige Büffelherde. Ante Rebic ist noch da, Luka Jovic und Sebastian Haller haben die Eintracht schon verlassen.
Abtrünnige Büffelherde. Ante Rebic ist noch da, Luka Jovic und Sebastian Haller haben die Eintracht schon verlassen.Foto: Arne Dedert/dpa

Für einen Bundesligisten wie Eintracht Frankfurt sind 100 Millionen Euro viel Geld. Auf diesen Betrag wird Sebastian Haller die Transfereinnahmen treiben – mit den 40 Millionen Euro, die West Ham United für den französischen Stürmer zahlt. Nach Luka Jovic, der für rund 60 Millionen Euro zu Real Madrid wechselte, ist Haller der zweite Leistungsträger, der die Eintracht verlässt. Nach dem Erfolg in der abgelaufenen Europa-League-Saison scheint dies nur folgerichtig zu sein. Finanziell jedenfalls, denn sportlich wirft es die Eintracht wieder zurück.

Es ist das Schicksal mittelklassiger Vereine, die überraschenden internationalen Erfolg haben. Im Grunde konnten die Frankfurter schon bereits mit dem Halbfinale der Europa League erahnen, was ihnen in diesem Transfersommer blühen würde. Wer eines der erfolgreichsten europäischen Offensiv-Trios stellt, weckt automatisch Begehrlichkeiten.

Da Bundesligisten wie Frankfurt nicht mit den zahlungskräftigen Top-Klubs und englischen Mittelklasse-Vereinen mithalten können, wird sich daran auch nichts ändern. Es ist schade, dass diese Vereine gar keine Chance haben, sich auf diesem Niveau zu etablieren. Denn nach großen Erfolgen müssen sie stets von Neuem anfangen und hoffen, dass es sie irgendwann noch einmal so weit treibt. Letztlich läuft es darauf hinaus, dass es hinter den deutschen Top-Klubs wie Bayern München, Borussia Dortmund und RB Leipzig kaum konstante Herausforderer gibt.

Denn meist scheuen Vereine wie Frankfurt das Risiko, das Geld direkt in teure neue Spieler zu investieren, die dann auch einschlagen müssen – wie ihre Vorgänger. Da es weiterhin möglich ist, dass auch noch Ante Rebic, der dritte Offensivspieler des so erfolgreichen Trios, den Verein verlässt, wäre Frankfurt in der nächsten Saison erst recht dem Mittelmaß geweiht. Selbst 100 Millionen Euro helfen Klubs wie der Eintracht nun mal nicht auf die Schnelle.

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