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Butter im Test : Stiftung Warentest warnt vor Keimen in Kerrygold

Die irische Süßrahmbutter Kerrygold ist laut Stiftung Warentest verkeimt. Als einzige im Test war sie "mangelhaft". Kerrygold weist den Vorwurf mangelnder Produktionshygiene zurück.

Sechs Kilo Butter essen die Deutschen pro Kopf im Jahr.
Sechs Kilo Butter essen die Deutschen pro Kopf im Jahr.Foto: dpa/Jens Büttner

Sie werben mit gesunden Kühen, grünem Gras und frischer irischer Luft, doch glaubt man der Stiftung Warentest, sollte man von der irischen Kerrygold-Butter die Finger lassen, zumindest von der Süßrahm-Butter. Denn die hat als einzige von 30 getesteten Butterprodukten "mangelhaft" abgeschnitten. "Im Labor stellten wir eine sehr hohe Gesamtkeimzahl fest und wiesen zudem Keime nach, die auf mangelnde Hygiene bei der Produktion schließen lassen", schreiben die Tester im aktuellen Test-Heft. Die verkaufsstärkere mildgesäuerte Kerrygold-Butter erhielt dagegen ein knappes "Gut".

Kerrygold: Produkt hat unser Haus einwandfrei verlassen

Kerrygold reagierte am Mittwoch auf den Test. Das Unternehmen wies den "Vorwurf der mangelnden Produktionshygiene eindeutig zurück". Die Untersuchung habe im November 2017 stattgefunden. Nach Bekanntwerden des Ergebnisses habe man die Tagesproduktion geprüft, aus der die getestete Butter stammte. Das Produkt habe "unser Haus in einem einwandfreien Zustand verlassen", versicherte Kerrygold in einem Facebook-Eintrag. "Unsere Vermutung ist daher, dass bei den von der Stiftung Warentest untersuchten Produkten eine Unterbrechung der Kühlkette zu dieser erhöhten mikrobiologischen Belastung geführt hat." Produkte mit dem getesteten Mindesthaltbarkeitsdatum seien inzwischen nicht mehr im Verkauf. Produktqualität werde im Haus Kerrygold groß geschrieben, betonte das Unternehmen. Die letzte Hygieneüberprüfung habe im Februar stattgefunden "und wurde ohne jede Beanstandung abgeschlossen", teilte Kerrygold weiter mit.

Auch bei der Süßrahmbutter von Edeka stießen die Verbraucherschützer bei der mikrobiologischen Untersuchung auf Hygiene- und Verderbniskeime. Zwar konnte sich die Edeka-Butter hier gerade noch ins "Ausreichend" retten, immungeschwächte Menschen sollten aber lieber auf andere Angebote ausweichen.

Jede zweite Butter ist gut

Und von denen gibt es mehr als genug. "Gute Butter" fanden die Tester nämlich in großer Zahl. "Jede zweite Butter ist gut", lautet ihr Fazit. Testsieger unter den mildgesäuerten Buttern - so nennen Fachleute die Mehrzahl von Butter - ist die Edeka -"Gut und günstig"-Butter, die mit weniger als 1,60 Euro pro Packung auch zu den preiswertesten im Test gehört. Gleichauf liegt "Sachsenmilch", die allerdings deutlich teurer ist.

Billig, aber gut ist dagegen auch die Rewe- "Ja"-Butter, die kostspieligere Konkurrenten wie Weihenstephaner oder Berchtesgadener Land hinter sich lässt. Bei der Süßrahmbutter ist die Rewe-Biobutter Testsieger vor Denree, Meggle, Real und Aldi Nord. Bei der Sauerrahmbutter empfehlen die Verbraucherschützer Alnatura.

Wie sich die Butter unterscheidet

Die mildgesäuerte Butter ist der Alleskönner. Man kann sie aufs Brot streichen, aber auch in den Kuchenteig packen. Sie wird im Schnellverfahren hergestellt, indem dem Rahm fertiges Milchsäurekonzentrat zugesetzt wird. Deshalb ist diese Buttervariante auch die preiswerteste. Süßrahmbutter hat einen sahnigen Geschmack und wird gern für Saucen und beim Backen verwendet. Fast alle getesten Produkte waren bio. Sauerrahmbutter passt aufs Brot und in deftige Gerichte wegen ihres säuerlichen Geschmacks.

Butter ist nicht ungesund

Mit einem Vorurteil räumen die Tester auf: Butter ist keine gesundheitsschädliche Cholesterinbombe, sagen sie. Zwar hat sie 720 Kilokalorien pro 100 Gramm, aber auch Mineralstoffe und die Vitamine A und E.

Butter wird billiger

Und noch eine gute Nachricht: Die Butterpreise haben sich inzwischen ein wenig beruhigt. Im vergangenen Jahr hatten selbst die Discounter für ein Stück Butter 1,99 Euro verlangt. Jetzt kostet das Päckchen Butter bei Aldi nur noch 1,29 Euro. Der Butterpreis durchläuft eine wahre Berg- und Talfahrt. Wegen der Überproduktion von Milch in Europa war Butter zunächst billig. Die Ernährungsindustrie ging dazu über, wieder Butter statt anderer Fette zu verwenden, auch die Verbraucher griffen zu. Doch dann drosselten die Milchbauern die Produktion, Butter wurde teurer.

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Die hohen Preise vergraulten die Abnehmer. Im Oktober, als das Päckchen 1,99 Euro kostete, sank der Absatz um zehn Prozent. Zugleich begannen die Milchbauern - ermuntert durch die steigenden Erzeugerpreise - wieder mehr zu produzieren. Konsequenz: Die Preise sanken. Und wie geht es weiter? "Der Butterpreis bleibt volatil", sagt Eckhard Heuser, Hauptgeschäftsführer des Milchindustrieverbands. Die Nachfrage aus China steige, der Käseabsatz boomt, aber "eine Prognose fällt schwer", sagt Heuser.

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