Für Wiederaufbau nach Corona-Krise : Millionäre fordern höhere Steuern – für sich selbst

Eine Gruppe von 83 Millionären setzt sich in der Corona-Pandemie dafür ein, dass Superreiche höhere Steuern zahlen. Darunter auch fünf Deutsche.

Einer der „Millionaires for Humanity“: Richard Curtis.
Einer der „Millionaires for Humanity“: Richard Curtis.Foto: Imago

Eine Gruppe von 83 Millionären aus sieben Ländern setzt sich für höhere Steuern für Reiche und Superreiche ein, um den gesellschaftlichen Wiederaufbau nach der Coronavirus-Pandemie zu finanzieren. Die Unterzeichner-Gruppe nennt sich „Millionaires for Humanity“.

Eine Reihe von Organisationen, darunter die Hilfsorganisation Oxfam, unterstützen diese Forderung. Oxfam wies in Berlin darauf hin, dass infolge der Corona-Krise eine halbe Milliarde Menschen zusätzlich in Armut geraten könne.

„Es ist möglich, unsere Gesundheitssysteme, Schulen und soziale Sicherheit adäquat zu finanzieren, mithilfe dauerhaft höherer Steuern für die reichsten Menschen auf diesem Planeten“, heißt es in einem am Montag von Oxfam und anderen Hilfsorganisationen verbreiteten offenen Brief. Regierungen müssten so die erforderlichen Mittel zur Bekämpfung der Folgen der Corona-Krise aufbringen und sie gerecht einsetzen, heißt es in dem offenen Brief.

Die durch die Pandemie verursachten Probleme „lassen sich nicht durch Wohltätigkeit lösen, egal wie generös sie auch sein mag“, erklärt die Gruppe. Erforderlich zur Finanzierung des Wiederaufbaus seien „dauerhaft höherer Steuern für die reichsten Menschen auf diesem Planeten, für Menschen wie uns“.

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Der Brief erscheint im Vorfeld des Treffens der G20-Finanzminister und des EU-Gipfels, die Ende dieser Woche stattfinden. „Millionen Menschen werden ihre Arbeit verlieren, einige davon dauerhaft“, warnen die Unterzeichner. Durch die steuerliche Belastung der Superreichen sei es „möglich, unsere Gesundheitssysteme, Schulen und soziale Sicherheit adäquat zu finanzieren“.

Prominente Unterzeichner des offenen Briefes sind die deutsche Start-up-Investorin und Philanthropin Dr. Mariana Bozesan, der Gründer der Warehouse Group, der Neuseeländer Sir Stephen Tindall, der britische Drehbuchautor und Regisseur Richard Curtis, die US-Filmemacherin Abigail Disney und der Mitgründer der US-Eismarke Ben & Jerry's, Jerry Greenfield.

Insgesamt sind fünf Deutsche unter den vorwiegend US-amerikanischen Unterzeichnern. Neben Bozesan auch Christina Hansen, Cédric Schmidtke, Antonis Schwarz und Ralph Suikat. (Tsp, AFP, kna)

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