Nach zwei Corona-Fällen : Börse in New York schließt Parketthandel

Vorerst läuft der Aktienhandel an der New York Stock Exchange ausschließlich elektronisch. Das hat es in der Geschichte noch nie gegeben.

Am Freitag war das Parkett der New York Stock Exchange noch geöffnet.
Am Freitag war das Parkett der New York Stock Exchange noch geöffnet.Foto: AFP

Sie prägen das Bild, das viele Menschen von der Börse haben: Broker an der Wall Street in New York, die wild durcheinander rufen, sich hektisch Handzeichen geben. Von diesem Montag an jedoch wird das Börsenparkett zum ersten Mal verwaist sein, während der Handel elektronisch weiterläuft. 

Weil gleich zwei Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert sind, setzt die New Yorker Börse den Parketthandel aus. Das hat es in der Geschichte der Wall Street noch nie gegeben. Zwar ist öfter mal der Handel pausiert worden, auch hat man die Börse für Tage geschlossen – etwa nach den Terroranschlägen 2001 oder nach Hurrikan Sandy 2012. Doch dass der Parketthandel ausgesetzt wird, während elektronisch weiter Aktien ge- und verkauft werden, ist ein Novum in New York.

 Tragisch ist das, weil die Broker ohnehin schon länger um ihre Existenz bangen. Andere Börsen wie Chicago haben sich bereits vor Jahren vom Parketthandel getrennt – dort läuft jetzt alles ausschließlich elektronisch.

Ein ungewohnter Anblick: So sieht das New Yorker Parkett ohne die Händler aus.
Ein ungewohnter Anblick: So sieht das New Yorker Parkett ohne die Händler aus.Foto: REUTERS

 In New York hingegen handeln noch 250 Floor Trader vor Ort für ihre Kunden. Ein Vorteil ist dabei zum Beispiel, dass sie bei Kursausschlägen schnell eingreifen können. Im rein elektronischen Handel verstärken sich Kursschwankungen hingegen oft automatisch. Stacey Cunningham, Chefin der New York Stock Exchange, hingegen versichert: „Unsere Märkte sind voll und ganz in der Lage, vollelektronisch zu arbeiten."

In Frankfurt am Main hingegen bleibt das Parkett vorerst Berichten zufolge geöffnet. Allerdings sind auch dort inzwischen weniger Händler vor Ort als ohnehin schon. Die Frankfurter Börse hat die Präsenzpflicht für die sogenannten Spezialisten aufgehoben. Auch Besucher dürfen den Börsensaal nicht mehr betreten.

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