• Ökonomen liefern überraschende Prognose: Ostdeutsche Wirtschaft wächst doppelt so stark wie der Bundesschnitt

Ökonomen liefern überraschende Prognose : Ostdeutsche Wirtschaft wächst doppelt so stark wie der Bundesschnitt

Unternehmen in den neuen Bundesländern reagieren nicht so empfindlich auf die schwächelnde Weltkonjunktur wie die im Westen. So holen sie auf.

Stahlproduktion in Eisenhüttenstadt
Stahlproduktion in EisenhüttenstadtFoto: imago images / Rainer Weisflog

Die ostdeutsche Wirtschaft wächst in diesem Jahr deutlich kräftiger als im Bundesschnitt. Das zeigt die Herbstprognose des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH), die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Demnach werde es 2019 im Osten inklusive Berlin ein Plus von 1,0 Prozent geben. Damit zeigen sich die Ökonomen etwas optimistischer: Im Sommer hatten sie noch einen Zuwachs von 0,8 Prozent vorhergesagt.

Für ganz Deutschland erwarten die Forscher unverändert ein Plus von 0,5 Prozent. Auch im nächsten Jahr dürfte die ostdeutsche Wirtschaft (1,3 Prozent) demnach etwas stärker zulegen als in Deutschland insgesamt (1,1 Prozent).

Seine Prognose stützt das Team um Vize-IWH-Chef Oliver Holtemöller vor allem auf zwei Entwicklungen: In Ostdeutschland sind die Einkommen zuletzt deutlich stärker gestiegen als im Westen, was auch an der besonders günstigen Arbeitsmarktentwicklung lag. So legten die verfügbaren Einkommen im Osten zwischen 2014 und 2018 um 9,8 Prozent zu, im Westen im gleichen Zeitraum um 7,2 Prozent.

Gleichzeitig schlägt die schwächelnde Weltkonjunktur nicht so durch. Zwar leide die Industrie im Osten etwa im gleichen Ausmaß wie im Westen unter der schwachen Nachfrage aus dem Ausland, hieß es. Allerdings sei der Anteil der Industrie deutlich geringer und Dienstleistungen entsprechend entscheidender. Letztere werden durch die anhaltend gute Binnennachfrage gestützt, so die Ökonomen.

Insgesamt konstatiert das IWH, dass der Abschwung in Deutschland weitergeht. Mit einer schweren Rezession rechnet es wegen der guten Arbeitsmarktlage und günstigen Finanzierungsbedingungen aber nicht. (dpa)

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