Standortförderung : Berlin und New York schließen einen Wirtschaftspakt

Die Städte Berlin und New York City wollen bei der Wirtschaftsförderung eng zusammenarbeiten. In Berlin haben Vertreter beider Metropolen einen Vertrag unterschrieben.

Die Skyline von Downtown Manhattan. New York ist neben dem Silicon Valley das wichtigste Zentrum der US-Gründerszene.
Die Skyline von Downtown Manhattan. New York ist neben dem Silicon Valley das wichtigste Zentrum der US-Gründerszene.Foto: Saul Loeb/AFP

Berlin und New York City zählen nicht nur zu den jeweils beliebtesten Tourismuszielen in Europa beziehungsweise den USA. Die beiden Metropolen sind auch wichtige Zentren der Gründerszene – und speziell auf dem Feld der Gesundheitswirtschaft stark aufgestellt. Vor diesem Hintergrund wollen die Stadtverwaltungen künftig gemeinsam die lokale Wirtschaft vorantreiben. Die Spitzen der Standortfördergesellschaften Berlin Partner und New York City Economic Development Corporation (NYCEDC) haben am Montagabend im Rahmen einer kleinen Feierstunde in Berlin eine entsprechende Kooperatationsvereinbarung unterschrieben.

Diese sieht unter anderem die Gründung einer „Daten-Allianz“ vor: „Wo es möglich ist“, wollen Berlin und New York Daten austauschen, die für Investoren interessant sein könnten – und die bei der digitalen Vernetzung der Städte im Rahmen einer „Smart-City-Strategie“ helfen. Das dürften zum Beispiel Daten über Verkehrsströme und Energienetze sein. Ausdrücklich genannt wurden Arbeits- und Beschäftigungsdaten, Branchen- und Industriedaten und Informationen für Risikokapitalgeber, sogenannte Venture-Capital-Unternehmen. Diese spielen eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung der Start-ups.

New York öffnet Plattform für Berliner

Ein besonderer Schwerpunkt liegt bei der Gesundheitswirtschaft, neudeutsch: der Healthcare- beziehungsweise Health- Tech-Industrie. Berlin sei eines der Zentren weltweit in diesem Sektor – wegen der „einzigartigen Konzentration von Wissenschaft, Klinik und Wirtschaft und deren enger Vernetzung“, hieß es in einer Erklärung. New Yorks Förderagentur will künftig Berlin-Informationen für US-Unternehmen bereitstellen, die nach Europa expandieren wollen oder hier nach Kooperationspartnern suchen.

Beide Förderorganisationen wollen gemeinsam Start-ups stärker auch bei der Produktentwicklung und dem Markteintritt im jeweils anderen Land unterstützen. Konkret soll das „Digital Health Marketplace“-Programm der New Yorker auch für Berliner Start-ups geöffnet werden.

Delegation auf Berlin-Tour

Eine Delegation rund um NYCEDC-Strategiechefin Ana Ariño besuchte am Montag die Firmen Sofatutor (Schüler-Nachhilfe) in Friedrichshain und Opinary, Entwickler des „Meinungsradars“, einem weit verbreiteten Marketing-Instruments in Prenzlauer Berg. Am Dienstag stehen unter anderem ein Besuch beim SAP-Inkubator "Data Space", beim Wear-It-Festival in der Kulturbrauerei und der Zentrale des Frühphaseninvestors WESTtech Ventures auf dem Programm.

Ana Ariño, verantwortet die Strategie bei New Yorks Wirtschaftsförderagentur NYCEDC. Sie ist mit Begleitern auf Berlin-Tour.
Ana Ariño, verantwortet die Strategie bei New Yorks Wirtschaftsförderagentur NYCEDC. Sie ist mit Begleitern auf Berlin-Tour.Foto: NYCEDC

„Diese Partnerschaft wird weitere Investitionen zwischen unseren Ökosystemen ermöglichen und neue Kapazitäten für Unternehmenswachstum, Innovation sowie neue Arbeitsplätze in beiden Städten schaffen“, erklärte Ana Ariño aus Anlass der Feierstunde. Berlin-Partner-Chef Stefan Franzke ergänzte: „Ich bin davon überzeugt, dass es in einer Zeit, in der einige wenige laute Stimmen mehr Egoismus fordern, umso wichtiger ist, aufeinander zuzugehen und noch enger zusammenzurücken.“

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