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Amazon

Von Henrik Mortsiefer Wenn die deutschen Einzelhändler ab Montag ihre Läger räumen und auf ein letztes Schlussverkaufsgeschäft hoffen, wird bei der InternetKonkurrenz schon gefeiert. Der Online-Handel brummt.

Harald Martenstein kann sich Stefan Effenberg nicht als Bundeskanzler vorstellen Das Buch von Stefan Effenberg schwankt auf der Bestsellerliste von Amazon zwischen Platz vier und Platz sieben. Dabei ist es noch gar nicht erschienen.

Von Bernd Hops Es ist gar nicht lange her – knapp drei Jahre –, da schämten sich viele Anleger für ihre Gutgläubigkeit und verabschiedeten sich von InternetAktien. Alle gelobten Besserung.

Amerika und seine Bilder: Hollywood erzählt von einem anderen Land, als George W. Bush es heute regiert

Von Rita Neubauer, Palo Alto Shoppen im Internet ist eine feine Sache. Per Mausklick und mit einer Kreditkarte zur Hand kommt inzwischen fast alles ins Haus: Bücher und Computer ebenso wie exotische Tee-Sorten und Kleider aus Indien.

Früher gab es Jubel, jetzt gibt es großen Ärger. Der Online-Gigant Amazon begann seinen Aufstieg zum größten digitalen Warenhaus als reiner Buchhändler, und Schriftsteller freuten sich zunächst.

Der Internethändler Amazon hat im vergangenen Quartal zum ersten mal seit seinem Bestehen einen Gewinn gemacht. Dank eines regen Weihnachtsgeschäfts verbuchte Amazon einen Netto-Gewinn von 5,09 Millionen Dollar.

Als die "New York Times" den Einbruch bei den Nominierungen für die besten Bücher des Jahres beschrieb, da griff sie zu einem neuen Verb: "In this year the process nasdaqed" - In diesem Jahr sei die Zahl der Nominierungen genasdaqt, stand im Dezember in einem Artikel der sonntäglichen Literaturbeilage der Zeitung.Einen Monat zuvor war ein Sportjournalist der "Denver Post" auf den gleichen Einfall gekommen.

Trotz Rezession und Konsumflaute wird der OnlineEinzelhandel in diesem Jahr auf neue Rekordstände klettern. Voraussichtlich für mehr als 100 Milliarden Dollar haben Internetnutzer 2001 weltweit Waren im Netz bestellt.

Konsumzurückhaltung, Rezessionsangst und eine schwache Nachfrage nach Informationstechnologie zwingen weitere Unternehmen der Hightech-Branche zu Kurskorrekturen und Kosteneinsparungen. Der von Hewlett-Packard übernommene US-Computerhersteller Compaq hat im vergangenen Quartal einen hohen Verlust eingefahren und damit die ohnehin schon gesenkten Erwartungen der Analysten enttäuscht.

Der Hamburger Versandhaus-König Michael Otto schwimmt mit seinen Internet-Aktivitäten entschlossen gegen den Strom. Während der Neue Markt täglich neue Tiefstände testet und reihenweise Internet-Unternehmen vor der Pleite stehen, setzt der Otto Versand unbeirrt auf den elektronischen Handel über das Netz.

An diesem Freitag geht eine Handelswoche zu Ende, die man nicht so leicht vergessen kann - gerade als Outsider nicht, der versucht, sich dem Phänomen Börse von außen zu nähern. Ich fasse zusammen: Auf dem G8-Gipfel in Genua kam es zu schweren Kämpfen zwischen militanten Gegnern des freien Marktes und der Polizei, ein Straßenkämpfer wurde erschossen.

Der Neue Markt hat die Anleger am Montag erneut auf eine Geduldsprobe gestellt. Nach einer festeren Eröffnung der US-Technologiebörse Nasdaq und guten Nachrichten aus der Technologie-Branche machte die Wachstumsbörse ihre anfänglichen Verluste wett und drehte ins Plus.

Der Blick hinter die Kulissen des Internet-Buchhändlers Amazon hat schon immer überrascht. So viel Logistik, so viel Personal und so viel Handarbeit in einem Unternehmen, das man sich doch eigentlich als Beispiel der schlanken New Economy vorgestellt hatte.

Von Henrik Mortsiefer

Bernd Skiera ist Professor für Electronic Commerce am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt.E-Commerce-Professor Skiera über die Fehler im Online-GeschäftHerr Skiera, E-Commerce-Unternehmen sind an der Börse hart bestraft worden, weil sich viele Werbebotschaften als heiße Luft entpuppt haben.

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