Die Liebe des modernen Autofahrers in den USA gilt seinem Benzin fressenden Sportfahrzeug. Doch den Asphalt-Cowboys wird neuerdings der Spaß am Allrad-Antrieb verdorben: Auch in den USA haben die Benzinpreise kräftig angezogen.
Spritpreise
Die Verbraucherpreise in Deutschland haben im Mai um 1,4 Prozent höher gelegen als ein Jahr zuvor; gegenüber dem Vormonat April schwächte sich der Preisauftrieb leicht um 0,1 Prozent ab. Dies hat das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitgeteilt.
Die SPD-Bundestagsfraktion sieht ungeachtet der hohen Benzinpreise keinen Anlass, die Ökosteuer auszusetzen oder die steuerliche Kilometerpauschale zu erhöhen. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Wilhelm Schmidt, sagte am Mittwoch, alle SPD-Abgeordneten stimmten in der Haltung mit Bundeskanzler Schröder und dem Parteipräsidium überein.
Nach den freien Tankstellen haben am Mittwoch die großen Ölkonzerne ihre Benzinpreise erhöht. RWE-DEA, Esso, Aral und die Deutsche Shell verteuerten Normalbenzin auf 2,05 Mark und Diesel auf 1,55 Mark je Liter.
Die Berliner Taxi-Branche will angesichts immer weiter steigender Benzinpreise im Herbst die Fahrtarife anheben. "Uns bleibt nichts anderes übrig, als die anrollende Kostenlawine an die Kunden weiterzugeben", sagte der Erste Vorsitzende der Taxi-Innung, Wolfgang Wruck, am Mittwoch.
Lügen haben kurze Beine. Im Falle der so genannten Ökosteuer haben diese Beine genau bis zur ersten saftigen Benzinpreiserhöhung getragen.
Der Bund der Steuerzahler (BdSt) hat die Bundesregierung aufgefordert, die letzte Stufe der Öko-Steuer zurückzunehmen und auf die weiteren geplanten Erhöhungen zu verzichten. Andernfalls sei "aus Gründen der Fairness und Gerechtigkeit" eine Erhöhung der Kilometerpauschale geboten.
Trendwende oder Eintagsfliege? Überraschend haben gestern mittag die Heizölpreise deutlich nachgegeben.
Oswald Brockerhoff ist ratlos. Eine Strategie zur Beendigung des Preiskriegs an den deutschen Tankstellen hat er nicht.
Am Anfang war die "Bild am Sonntag" (BamS). Das Blatt hat am vergangenen Freitag die sozialdemokratischen Ministerpräsidenten durchtelefoniert, und einer wurde schwach: Kurt Beck aus Rheinland-Pfalz.
Trotz der raschen Abfuhr im SPD-Präsidium ist der Mainzer Ministerpräsident Kurt Beck überzeugt, dass sein Vorschlag, die Kilometerpauschalen als Ausgleich für die Benzinpreiserhöhungen anzuheben, nicht ganz vom Tisch gefegt worden ist. Beck sehe es so, dass er die Diskussion angestoßen habe, sagte ein Sprecher der Staatskanzlei.
"Da lag kein Vorschlag auf dem Tisch", sagt Franz Müntefering, "insofern musste auch keiner runter." Der SPD-Generalsekretär steht in Hannover vor der Presse, nach der Klausurtagung des Partei-Präsidiums.
London-Arbeitnehmer können keinerlei Kosten für den Weg zwischen Wohnung und Arbeitsplatz steuerlich absetzen. Autos, die Unternehmen ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen, werden als "Einkommen" versteuert, wobei die Höhe sich nach den "Dienstkilometern" richtet.
In der nigerianischen Hauptstadt Lagos haben Demonstranten am Montag mit Verkehrsbehinderungen gegen die Erhöhung der Benzinpreise um 50 Prozent protestiert. In einigen Stadtvierteln steckte die Menge in den Straßen Autoreifen in Brand und lösten so unter Auto- und Motorradfahrern Panik aus.
Fallen lauern immer da, wo keiner sie erwartet. Die rot-grüne Regierung wird derzeit gleich mit zwei Fallen konfrontiert: Ein steigender Benzinpreis vor der Urlaubs- und ein drohender öffentlicher Streik zur Expozeit.
Was macht eigentlich Angela Merkel? Vor kurzem war sie noch die Verkörperung der Hoffnung, dass sich die CDU nicht nur personell, sondern auch thematisch erneuern könnte.
Gerd Lottsiepen ist Verkehrexperte des Verkehrclub Deutschland.Sind Sie auch für eine Erhöhung der Kilometerpauschale?
Die hohen Benzinpreise sorgen für Unruhe in der SPD und der Koalition. Während sich mehrere SPD-Politiker, darunter die Ministerpräsidenten Kurt Beck und Sigmar Gabriel, für eine Anhebung der Kilometerpauschale aussprachen, stellten die Grünen klar, dass dies für sie nicht zur Diskussion stehe.
Trotz der gestiegenen Benzinpreise haben die Mineralöl-Unternehmen nach Angaben des Branchenverbandes MWV im Mai weiter Verluste an ihren Tankstellen gemacht. Der Benzinpreis an den Zapfsäulen sei im Mai um durchschnittlich 3,7 Pfennig je Liter erhöht worden, während gleichzeitig die Importkosten um fast zehn Pfennig gestiegen seien, teilte der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) am Freitag in Hamburg mit.
Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) hat Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) zur Einberufung eines "Auto-Gipfel" aufgefordert, um über Konsequenzen aus den Benzinpreiserhöhungen zu sprechen. Der "Bild"-Zeitung vom Donnerstag sagte Stoiber, dabei sollten Bundesregierung, Vertreter der Autokonzerne und die Regierungschefs der Automobilländer darüber sprechen, wie negative Auswirkungen der Benzinpreis-Erhöhungen auf die Automobilkonjunktur gemildert werden könnten.
In der deutschen Automobilindustrie zieht die Negativstimmung Kreise, die optimistischen Prognosen vom Jahresanfang sind nicht mehr zu halten. Etwa 3,7 Millionen Pkw würden in diesem Jahr neu auf deutschen Straßen zugelassen, darin waren sich Hersteller und Importeure im Januar noch einig.
Der innerparteiliche Streit der Grünen um die von Fraktionschef Rezzo Schlauch erklärte neue Auto-Freundlichkeit der Umweltpartei hat sich ausgeweitet. Schlauchs Kollegin im Fraktionsvorsitz, Kerstin Müller, warnte am Dienstag davor, sich von der bisherigen Verkehrspolitik abzuwenden.
Nicht nur in Deutschland wird über steigende Benzinpreise diskutiert, sondern auch in anderen EU-Ländern. Wir haben bei unseren Korrespondenten in den Haupturlaubsgebieten der Deutschen, in Spanien, Italien und Österreich, nachgefragt.
Seit einer Woche tobt nun schon der Streit um den Benzinpreis, die Ökosteuer und die Heiligkeit des Autos. Und noch immer ist Gerhard Schröder nicht umgefallen.
Preise von zwei Mark und mehr für den Liter Benzin - droht den Autofahrern der Bankrott? Pauschal lässt sich das so nicht sagen.
Neueste Nachrichten von der Tankstelle: Die Ölkonzerne kündigen eine Preiserhöhung auf 2,15 Mark für den Liter Super an - weil sie ihr Benzin nicht mehr verschenken wollen. Angela Merkel verspricht, den Spritpreis zu senken - wenn die Leute brav sind und im Jahr 2002 CDU wählen.
Ungeachtet zunehmender Kritik und hoher Benzinpreise hält die Bundesregierung an der weiteren Anhebung der Ökosteuer fest. Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye sagte am Freitag in Berlin, der Preisanstieg habe mit der Ökosteuer nichts zu tun.
Die Verbraucherpreise sind im Mai in Bayern und in Hessen jeweils um 0,1 Prozent gegenüber April gesunken. Nach Angaben der Statistischen Landesämter blieben die Preise in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Brandenburg im Durchschnitt unverändert.
Die Berliner Autofahrer haben allen Grund zum Stöhnen. Die Verschnaufpause ist vorbei.
Das Benzin an den deutschen Tankstellen hat sich am Montag um acht Pfennig je Liter verteuert. Die Ölkonzerne hätten unter Führung der Esso die Preise nach oben gesetzt, bestätigte ein Sprecher des Unternehmens.
Der Wettbewerb an den deutschen Tankstellen wird sich in den kommenden Jahren noch verschärfen, schätzt der Mineralölwirtschaftsverband (MWV). Der Kraftstoffmarkt sei kein Wachstumsmarkt mehr, sagte MWV-Hauptgeschäftsführer Peter Schlüter am Donnerstag in Hamburg; langfristig werde er schrumpfen.
Als Urheber der neuesten deutschen Humorwelle kommt eigentlich nur Herbert Wehner in Frage. "Der Herr badet gerne lau", hatte der SPD-Zuchtmeister im Herbst 1973 über Willy Brandt gesagt und damit ein heftiges Kanzlerbeben ausgelöst.
In der deutschen Mineralölindustrie ist der Umgangston deutlich rauer geworden. Schon im vergangenen Jahr hat die Branche eine halbe Milliarde Mark verloren und in diesem Jahr sind die Aussichten nicht besser.
Der Absatz von Neuwagen ist im ersten Quartal dieses Jahres um acht Prozent im Vergleich zu den ersten drei Monaten 1999 gesunken. Die Bundesbürger würden auch wegen der gestiegenen Benzinpreise weniger neue Autos kaufen, erklärte der Verband der Importeure von Kraftfahrzeugen (VDIK) am Freitag vor Beginn der Leipziger Automesse.
Die Benzinpreise sind im März gegenüber dem Vormonat wegen höherer Importkosten deutlich gestiegen. Ein Liter Eurosuper kostete im vergangenen Monat durchschnittlich 195,5 Pfennig pro Liter, wie der Mineralölwirtschaftsverband am Montag in Hamburg mitteilte.
Mit der Ökosteuer ist es eine merkwürdige Sache. So umstritten das urgrüne Projekt als Projekt war, so still ist es darum geworden, seit es verwirklicht ist.
Die Opec-Minister sind zur Vernunft gekommen. Das Kartell hat erkannt, dass eine Verdreifachung des Ölpreises von zehn auf über 30 Dollar pro Barrel binnen eines Jahres niemand nützt.
Die Benzinpreise sind in Deutschland auf ein Rekordniveau geklettert. Nach der zweiten Preisanhebung um je vier Pfennige pro Liter in dieser Woche kostet der Liter Super Plus Benzin jetzt durchschnittlich 2,02 Mark, wie Rainer Wiek vom Erdöl Energie Informationsdienst (EID) am Freitag in Hamburg sagte.
Laut DIW sind die Benzinpreiserhöhungen ohne Einfluss auf das Fahrverhaltenalf Die Deutschen geben immer mehr fürs Auto aus und lassen sich dabei auch von höheren Spritpreisen nicht abschrecken. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Institut für Wirtschaft (DIW) in seinem jüngsten Wochenbericht.
Die kleine Firma Naturpower aus Zossen erstickt derzeit in Aufträgen für die Umrüstungen von Dieselfahrzeugen auf Pflanzenöl. "Seit der Veröffentlichung unseres Angebotes stehen die Telefone nicht mehr still", sagte Jens Heinrich aus der Geschäftsführung von Naturpower.