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Verkehrsminister im Background-Interview : Scheuer: „Nicht auf Billigtickets setzen“

Wie fliegen wir nach der Coronakrise? Es wird weniger Geschäftsreisen und private Kurztrips nach Mallorca geben, sagt Verkehrsminister Andreas Scheuer. Gestärkt würden Airlines, die nicht auf Billigtickets setzen.

Felix Wadewitz
Verkehrsminister Andreas Scheuer (r.) und der bayerischer Ministerpräsident Markus Söder (beide CSU) empfangen im April auf dem Münchner Flughafen acht Millionen Atemschutzmasken, die die Lufthansa aus Schanghai nach Deutschland geflogen hat. 
Verkehrsminister Andreas Scheuer (r.) und der bayerischer Ministerpräsident Markus Söder (beide CSU) empfangen im April auf dem...Foto: REUTERS/Andreas Gebert


Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) appelliert mit Blick auf die Arbeitsbedingungen beim Billigflieger Ryanair an die Passagiere. „Die Verbraucher entscheiden durch ihr Kaufverhalten mit“, sagte Scheuer „Tagesspiegel Background Mobilität & Transport“. „Wir werden uns darüber Gedanken machen, wie wir die Zukunft von jenen Airlines sichern können, die über Jahrzehnte gesund gewachsen sind und ihren Arbeitnehmern faire Löhne zahlen“, sagte Scheuer. In der Coronakrise drängt Ryanair seine Mitarbeiter gerade zu massiven Gehaltseinbußen. Gestärkt aus der Krise hervorgehen werden nach Ansicht Scheuers jene Fluggesellschaften, „die breit aufgestellt sind und nicht auf Billigtickets setzen“. 

Der Verkehrsminister rechnet auch nach der Coronakrise mit dauerhaft weniger Flugpassagieren. „Ich gehe davon aus, dass Geschäftsreisen prinzipiell weniger werden.“ Dies gelte vermutlich auch für private Kurzreisen. „Statt für eine Hochzeit mit 30 Gästen mal eben nach Mallorca zu fliegen, werden viele künftig in der Lüneburger Heide oder an anderen schönen Orten Deutschlands feiern“, sagte Scheuer „Tagesspiegel Background“.

Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft lädt am Donnerstag zum Aviation Summit, auf dem die EU-Verkehrsminister mit Spitzenvertretern der Luftfahrt über Wege aus der Coronakrise beraten wollen.

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