19 Stunden Flug ins All : US-Astronauten aus SpaceX-Kapsel in ISS angekommen

Den Start hatten zwei US-Raumfahrer am Samstag bereits erfolgreich gemeistert. Jetzt sind sie nach einem langen Flug sicher in der Raumstation angekommen.

Am Samstag waren die Raumfahrer abgehoben.
Am Samstag waren die Raumfahrer abgehoben.Foto: REUTERS/Joe Skipper/File Photo

Nach dem erfolgreichen Andockmanöver ihrer Raumkapsel sind die beiden US-Astronauten Bob Behnken und Doug Hurley in der Internationalen Raumstation ISS angekommen. Die Schleuse zwischen der SpaceX-Raumkapsel Crew Dragon und der ISS öffnete sich am Sonntag um 19.02 Uhr MESZ.

Behnken und Hurley sollen rund einen Monat an Bord der ISS bleiben - gemeinsam mit ihren bereits dort stationierten Kollegen, dem US-Raumfahrer Christopher Cassidy und den beiden russischen Kosmonauten Anatoli Iwanischin und Iwan Wagner, die im Oktober zurück zur Erde kehren sollen.

Erstmals seit rund neun Jahren war am Samstag in den USA wieder eine bemannte Rakete erfolgreich ins All gestartet. Es war zugleich der erste bemannte Flug eines Privatunternehmens zur Internationalen Raumstation ISS. Er dauerte 19 Stunden.

SpaceX-Gründer Elon Musk hatte sich nach dem erfolgreichen Start auf Kosten des Chefs der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos amüsiert. "Das Trampolin funktioniert", sagte der Unternehmer am Samstag bei einer Pressekonferenz mit Nasa-Chef Jim Bridenstine zum Start einer SpaceX-Rakete mit zwei US-Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS. Danach lachten beide Männer - und lösten in Online-Netzwerken weiteren Spott über Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin aus.

"Das ist ein Insider-Witz", sagte Musk über seine Trampolin-Äußerung. Rogosin hatte sich einst darüber mokiert, dass US-Astronauten jahrelang auf russische Raketen angewiesen waren, um zur ISS zu kommen. Die Nasa könne ihre Astronauten ja auch "mit einem Trampolin zur ISS" befördern, scherzte der Roskosmos-Chef dabei.

Rogosin reagierte nicht auf die Sticheleien, sein Sprecher fühlte sich aber schließlich zu einer Reaktion genötigt. "Wir verstehen nicht wirklich die Hysterie wegen des erfolgreichen Starts eines Crew-Dragon-Raumschiffs", schrieb Wladimir Ustimenko auf Twitter. "Was vor langer Zeit hätte passieren sollen, ist nun passiert."

Alexej Puschkow, Mitglied des russischen Oberhauses, ätzte gar: "Das ist ein Flug zur Internationalen Raumstation, nicht zum Mars." Zugleich stellte der Politiker es im Messengerdienst Telegram als lästig dar, dass sein Land den USA bislang mit Raketen aushelfen musste: "Russland braucht Platz für seine eigenen jungen Kosmonauten."

Deutlich freundlicher reagierte der Chef des Roskosmos-Programms für bemannte Raumfahrt, Sergej Krikalew. Er grüßte seine erfolgreichen US-Kollegen in einer Video-Botschaft bei Twitter und erklärte, der Erfolg der US-Mission werde neue Möglichkeiten eröffnen, die dem gesamten internationalen Weltraumprogramm zugute kämen. (AFP)

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