Bundestags-Petition : Forderung nach besserer wissenschaftlicher Pestizid-Kontrolle

Neue Pestizide müssen eingehender geprüft werden. Das ist die Forderung einer Petition beim deutschen Bundestag. Sie wird von Forschern unterstützt.

Wegerichblüte (links), Honigbiene (rechts).
Wegerichblüte (links), Honigbiene (rechts).Foto: Michel Colette

Nach dem in Bayern erfolgreichen Volksbegehren "Rettet die Bienen" mehren sich ähnliche Initiativen. Neben Vorhaben vergleichbarer plebiszitärer Abstimmungen, die meist von Umweltschutzverbänden vorangetrieben werden, wurde von einem Imker auch eine Bundestagspetition gestartet. In ihr wird konkret eine Reform der Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel gefordert.

"Insektensterben"

Nach Ansicht des Initiators Thomas Radetzki sind die derzeit angewandten Überprüfungen veraltet. Das führe dazu, dass selbst wenn Pestizide verboten oder in ihrer Nutzung eingeschränkt würden, neue auf den Markt kämen, die sich langfristig ebenfalls als genauso problematisch herausstellen könnten. Die Petition wird auch von einigen wissenschaftlichen Experten unterstützt, darunter der renommierte Bienenforscher von der FU Berlin, Randolf Menzel. Pestizide gelten neben Verlust von Lebensraum als wichtiger Mit-Auslöser des weltweiten Rückgangs von Insektenpopulationen, des so genannten "Insektensterbens". Dieses wirkt sich nicht nur etwa auf die Bestäubung von Wild- und Nutzpflanzen aus, sondern auch auf andere Tiergruppen, etwa Singvögel.

Indirekte Effekte

In jüngerer Zeit mehren sich etwa Hinweise, dass manche dieser Wirkstoffe zwar nicht überprüfbar unmittelbar giftig wirken, Insekten aber etwa in ihrer Orientierung und Fortpflanzung einschränken können. Solche eher indirekten und subtilen Pestizidwirkungen müssten in die Überprüfung vor einer Zulassung mit einbezogen werden, so Radetzki.

Einfache Lösungen, etwa im Sinne eines weitgehenden den Pestizidverbots, zeichnen sich allerdings nicht ab, unter anderem, weil dann Erträge vermutlich stark zurückgehen würden. Die Petition "Tierschutz - Reformierung der Risikoprüfung für Pestizide zum Schutz von Bienen und anderen Insekten" findet sich bis zum 1. Mai unter: http://ots.de/kvnUBj und kann dort gezeichnet werden. (rif)

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