• Kompromisse von Großbritannien und der EU gefordert: Forschende drängen auf Brexit-Deal

Kompromisse von Großbritannien und der EU gefordert : Forschende drängen auf Brexit-Deal

"Die Zeit rennt uns davon": Forschende fordern einen Kompromiss, damit Großbritannien auch künftig am EU-Forschungsprogramm teilnehmen kann.

Die Universität Oxford.
Die Universität Oxford.Foto: imago/robertharding

Die EU und Großbritannien müssen sich auf eine Beteiligung der Briten an dem milliardenschweren EU-Wissenschaftsprogramm ab 2021 einigen: Darauf drängen zahlreiche Wissenschaftsorganisationen und Forschende.

Die Unterzeichnenden – zu denen aus Deutschland die Univereinigung „German U15“ und der Stifterband zählen – haben dazu jetzt eine Erklärung verfasst, die den Weg zu einem erfolgreichen Abschluss der festgefahrenen Verhandlungen weisen soll.

Vorschläge zur Lösung für den Brexit-Deal

Bisher habe es „zu wenig Fortschritte“ gegeben, heißt es in der Erklärung, die der britische Wellcome Trust initiiert hat: „Die Zeit rennt uns davon.“

Wesentliche Lösungsvorschläge der Wissenschaftscommunity sind unter anderem folgende: Großbritannien sollte zeigen, dass es wirklich an „Horizon Europe“, dem Wissenschaftsprogramm der EU für einen Großteil der Dekade, interessiert ist – und als Zeichen dafür schon einmal Mittel im eigenen Wissenschaftshaushalt vorhalten, so wie es EU-Mitglieder auch tun.

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Auch sollte Großbritannien akzeptieren, dass es nicht mehr wie bisher ein Nettoempfänger des Programms sein wird – also mehr Geld herausbekommt, als es einzahlt. Im Gegenzug müsse die EU einer Klausel zustimmen, die verhindert, dass Großbritannien übermäßig einzahlt. Das lehne die EU aber bisher ab.

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Wenn es um die Kontrolle der Mittelverwendung geht, bittet die Erklärung Großbritannien, davon abzurücken, eine Kontrolle durch EU-Einrichtungen als „rote Linie“ anzusehen. Selbst die USA würden das im existierenden EU-Forschungsprogramm anerkennen, heißt es.

Schließlich geht es um das heikle Thema Mobilität – die Brexiteers haben ja eine Einschränkung der europäischen Freizügigkeit versprochen, was die Wissenschaft hart treffen könnte. Es sei im Interesse der EU und Großbritanniens, dass Forschende „leicht reisen und zusammenarbeiten können, um ihr Wissen zu teilen“, heißt es in der Erklärung. Das müssten beide Seiten in einem Abkommen anerkennen. Vorbildhaft könnte hier das „Global Talent Visa“-Programm Großbritanniens sein, das ein Visum daran knüpfe, ob jemand anerkannte Finanzierungsquellen wie eben das EU- Forschungsprogramm vorweisen könne.

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