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Wir sind im Jahr 2026 angekommen.

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Was die Berliner Wissenschaft erwartet: Der Kraftakt der Kürzungen zehrt – und 2026 wird nicht leichter

Die Auswirkungen der erheblichen Kürzungen werden immer mehr zu spüren sein. Das wissenschaftliche Potenzial, das der Hauptstadt verloren geht, ist kaum abzuschätzen. 

Jule Specht
Eine Kolumne von Jule Specht

Stand:

Der Übergang in ein neues Kalenderjahr ist immer auch ein guter Anlass für einen Blick nach vorn. Was steht an im Jahr 2026 am Berliner Wissenschaftsstandort?

Ein großes Thema in unserem Bundesland werden weiterhin die erheblichen Kürzungen sein. Diese werden sich kaum mit kleinen Anpassungen hier oder da adressieren lassen. Es zeichnet sich vielmehr ab, dass viele Professuren nicht wiederbesetzt werden können.

Damit verschwinden ganze (Teil-)Disziplinen, ebenso Lehrangebote und Studienplätze. Das wissenschaftliche Potenzial, das der Hauptstadt damit verloren geht, ist kaum abzuschätzen. Der Kraftakt, diese plötzlichen Veränderungen in angepasste Studienangebote und neue Aufgabenverteilungen an den Instituten zu übersetzen, zehrt aber bereits jetzt und wird uns 2026 weiter beschäftigen.

Gleichzeitig zu den Kürzungen brechen immer mehr Hochschulgebäude weg, 38 mussten bereits teils oder ganz gesperrt werden. An der Humboldt-Universität sind es fast zehn Prozent der Flächen, an der Technischen Universität Berlin über 50.000 Quadratmeter.

Das wissenschaftliche Potenzial, das der Hauptstadt verloren geht, ist kaum abzuschätzen.

Zwar sind sowohl im Koalitionsvertrag des Bundes als auch im Infrastruktur-Sondervermögen Mittel für die Sanierung von Hochschulen vorgesehen. Aktuelle Schätzungen gehen aber davon aus, dass das derzeit absehbare konkrete Ausmaß nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein wird.

Und schließlich steht noch eine überfällige Verbesserung der Karrierewege in der Wissenschaft an. Die Ampel-Regierung konnte sich in der Frage nicht zu einem gemeinsamen Handeln entschließen. Nun hat die neue Bundesregierung in Aussicht gestellt, bis Mitte 2026 einen Plan hierfür zu liefern, das heißt: für die dringend nötige Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes.

Das ist umso wichtiger, als die aktuelle Berliner Regierung den Passus ihres Hochschulgesetzes, der verlässlichere Karrierewege sichern sollte, gekippt hat. Postdocs werden in Berlin also nicht, wie einst geplant, standardmäßig auf entfristbaren Stellen beschäftigt werden.

Kurzum: Das neue Jahr ist voller Herausforderungen. Man kann nur hoffen, dass wir gemeinsam Wege finden, sie konstruktiv zu gestalten.

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