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Blick in ein archäologisches Museum, den Fluchtpunkt bildet eine große Statue.
© Staatliche Museen zu Berlin, Vorderasiatisches Museum

Berliner Uruk-Ausstellung jetzt online: Zurück nach Mesopotamien

Die große Berliner Uruk-Ausstellung der Museumsinsel ist jetzt digital wiederzuerleben - als virtuelle Reise ins einstige Mesopotamien vor 5000 Jahren.

Von Rolf Brockschmidt

Eindrucksvoll dominierte der „Sechslockige Held“, ein Kolossalrelief aus Dur Scharrukin/Khorsabad, die Prozessionsstraße von Babylon im Vorderasiatischen Museum Berlin. Er war der Blickfang für die Ausstellung „Uruk – 5000 Jahre Megacity“, die 2013 über 470.000 Besucher angezogen hatte.

Dieses Projekt in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Archäologischen Institut, dem Reiss-Engelhorn-Museum Mannheim und der Deutschen Orient-Gesellschaft schärfte den Blick für die kulturellen Leistungen der Menschen vor 5000 Jahren. Im einstigen Mesopotamien und heutigen Irak hatten sie eine funktionierende Metropole für 50.000 Bewohner geschaffen.

Dass allein für die Stadtmauer 300 Millionen Ziegel verbaut wurden, deutet den hohen Stand der Organisation an. In Uruk wurde auch die erste Schrift der Menschheit, die Keilschrift, entwickelt. Sie war die Voraussetzung für das Bestehen eines so komplexen Gemeinwesens.

All das, was die die imposante Ausstellung damals vermittelt hat, kann jetzt noch einmal online entdeckt werden – in der Präsentation „Uruk digital“ (www.smb.museum/uruk-digital). Es hat eine Weile gedauert, bis dieses Projekt endlich verwirklicht werden konnte. Zwar ist die digitale Technik inzwischen weiter vorangeschritten als das, was hier zum Einsatz kommt, aber es lohnt sich dennoch.

[Lesen Sie zum Thema auch den Artikel von Rolf Brockschmidt auf Tagesspiegel Plus: Das Geheimnis der Gärten von Uruk]

Die Übersichtskarte mit allen aktiven Objekten ist leider etwas klein und unübersichtlich geraten. Es empfiehlt sich, mit einem ersten Klick - auf ein rundes Symbol mit den zwei Pfeilen in der Navigationsleiste unten -, um einen 360-Grad-Eindruck von dem Ausstellungsraum zu bekommen. Das hilft bei der Orientierung.

Blick in einen Ausstellungssaal.
Virtuelle Tour durch die digitale Ausstellung "Uruk – 5000 Jahre Megacity".
© Staatliche Museen zu Berlin, Vorderasiatisches Museum

Mit einem Klick auf eine Bildtafel und den Infotext

Alle Räume wurden so fotografiert, wie sie damals aussahen. Bei besonders interessanten Objekten wirbt ein aufgeregt hüpfendes violettes Ausrufezeichen um Aufmerksamkeit. Mit einem Klick gelangt man dann aber nicht in die Vitrine, sondern auf eine Bildtafel mit einem informativen Text auf Deutsch und Englisch.

Auch einleitende Texte sind mit solch einem Ausrufezeichen gekennzeichnet. Tropfenförmige violette Zeichen führen den User per Mausklick in den nächsten Raum. Hat man sich erst einmal orientiert, kann man auch mit gedrückter rechter Maustaste selbst im Raum navigieren und sich die geeigneten Objekte aussuchen. Eine begrenzte Zoom-Funktion hilft dabei.

Zu den Höhepunkten der virtuellen Ausstellung gehören Spitzenobjekte wie die Kopie der Uruk/Warka-Vase, deren Original im Nationalmuseum von Bagdad steht. Oder der Kopf der „Dame von Warka“, ebenfalls aus Bagdad, von der vor 110 Jahren deutsche Archäologen Kopien herstellen durften.

Faszinierende Rekonstruktionen von Gebäuden und Anlagen

In der damaligen Ausstellung wie auch jetzt beim virtuellen Rundgang faszinieren auch Videos der Rekonstruktionen mit Gebäuden und Anlagen in Uruk von der Berliner Firma artefacts-berlin.de, die auf eine lange erfolgreiche Kooperation mit dem Deutschen Archäologischen Institut zurückblicken kann.

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In ihren filmischen Darstellungen von der Zikkurat oder dem späteren seleukidischen Tempel Bit Resch bekommt man einen plastischen Eindruck vom Leben in Mesopotamien. Erkennbar sind die Videos an einem violetten Kamera-Symbol. Die analoge Ausstellung war grandios, sie jetzt online erleben zu können, ist ein Geschenk an alle Altertums-Interessierten.

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