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Affenpockenviren (Archivbild).
© Cynthia S. Goldsmith/Russell Regner/CDC/AP/dpa

Wartelisten für das Vakzin: Affenpocken-Impfstoff ist da – aber noch wird nicht geimpft

In dieser Woche will die Gesundheitsverwaltung in Berlin mit dem Impfen gegen Affenpocken beginnen – doch das wird knapp. In Praxen warten viele schon.

„Für mich zählt jeder Tag“: Das sagte Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) vor kurzem in Bezug auf die Affenpockenimpfungen. In der laufenden Woche sollte es losgehen, doch offenbar wird es knapp, dieses Ziel zu halten – obwohl 8000 Impfstoffdosen bereits in Berlin sind.

Denn noch ist der Vertrag zwischen Kassenärztlicher Vereinigung und Gesundheitsverwaltung nicht unterschrieben, sagt Gotes Sprecherin Laura Hofmann auf Anfrage. Die Verwaltung hoffe, dass das bis Ende der Woche geschehe. Womöglich könne es dann doch noch losgehen, andernfalls in der kommenden Woche.

Der Vertrag regelt die Durchführung der Impfungen in Praxen und vor allem auch die Versicherung für die dortigen Ärzt:innen.

Geimpft werden soll laut Hofmann in HIV-Schwerpunktpraxen, an der Charité, im Auguste-Viktoria-Krankenhaus, im St.-Joseph-Krankenhaus und im Checkpoint, der HIV-Beratungsstelle am Hermannplatz. Aus Infektiologischen Zentren ist zu hören, dass die Wartelisten bereits lang sind – aber Unklarheiten bestehen, welche Praxis dann wirklich impfen kann.

Berlin ist Hotspot bei den Affenpocken

Die Zeit dränge umso mehr, als Berlin in Deutschland der Hotspot mit inzwischen 761 bestätigten Infektionen ist.

Die Infektionen können prinzipiell jeden treffen. Erkannt wurden Ansteckungen in Berlin bislang jedoch nur bei Männern, von denen die meisten angeben, Sex mit Männern zu haben. Auch weil der CSD bevorstehe, der potenziell ein Spreaderevent sein könnte, sei Eile geboten, heißt es in der queeren Community.

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Dem Eindruck, in Berlin würde sich das Warten auf das Impfen hinziehen, widersprach Gotes Sprecherin: Auch andere Bundesländer seien nicht weiter, NRW wolle zum Beispiel erst kommende Woche starten. Gote sei das Thema sehr wichtig, sie mache jeden Tag Druck.

In Hannover dagegen zum Beispiel impfen schon einige niedergelassene Ärzte, teilte Regionspräsident Steffen Krach (SPD) auf Anfrage mit. Man stehe in Abstimmung mit den Ärzten und dem Land.

Vollen Impfschutz gibt es 14 Tage nach einer zweiten Impfung – aber schon nach der ersten Impfung beginnt sich der Schutz aufzubauen. Die zweite Impfung ist nach RKI-Richtlinien. Wer bereits eine Pocken-Impfung hat, braucht jetzt nur noch eine Impfung. Das RKI rechnet inzwischen damit, dass die Affenpocken frühestens im Herbst eingedämmt werden können.

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