
© REUTERS/LIESA JOHANNSSEN
Berlins Regierender sagte die Unwahrheit: Kai Wegner spielte während des Stromausfalls am Samstag Tennis
Berlins Regierender Bürgermeister Wegner ging zum Sport, weil er „einfach mal den Kopf freikriegen“ wollte. Eigenräumt hat Wegner das erst Tage später.
Stand:
Entgegen einer früheren Darstellung war Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) am vergangenen Samstag nicht durchgängig mit dem Krisenmanagement nach dem Brandanschlag auf das Stromnetz befasst. Nach Recherchen des Senders RBB hielt sich Wegner zur Mittagszeit auf einer Tennisanlage am Rand von Berlin auf. Das berichtet der Sender unter Berufung auf die Senatskanzlei. Demnach habe Wegner zwischen 13 und 14 Uhr Tennis gespielt, soll jedoch durchgehend erreichbar gewesen sein.
Am Sonntag hatte der Regierende Bürgermeister vor Journalisten auf die Frage, warum er nicht beim Krisenstab gewesen sei, geantwortet: „Ich war zu Hause, habe mich in meinem Büro zu Hause eingeschlossen, im wahrsten Sinne. Und habe dann koordiniert.“ Weiter sagte Wegner: „Ich habe mich weder gelangweilt noch die Füße hochgelegt, sondern ich war den ganzen Tag am Telefon und habe versucht, zu koordinieren und mich bestmöglich zu informieren.“
Die Stromnetz Berlin GmbH meldete am Sonnabend um 6.40 Uhr zum Stromausfall: „Geschätzte Behebung bis 18.30 Uhr.“ Um 12.46 Uhr meldete der Netzbetreiber: „Ein Zeitpunkt für die Wiederversorgung kann derzeit noch nicht genannt werden.“ Und um 14.55 Uhr dann: Der Strom kommt wieder „voraussichtlich am Donnerstagnachmittag“.
Bereits mittags war also bekannt, dass der Blackout länger dauert. Kai Wegner ging demnach auf den Tennisplatz, als schon feststand, dass der Stromausfall absehbar nicht enden würde.
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Bei „Welt-TV“ rechtfertigte sich der Regierende Bürgermeister, dass er beim Sport war. Wörtlich sagte Wegner: „Ja, dann habe ich von 13 bis 14 Uhr Tennis gespielt, weil ich einfach den Kopf freibekommen wollte.“ Zugleich betonte er, er sei während der ganzen Zeit – auch auf dem Platz – erreichbar gewesen und im Anschluss direkt in sein Büro zurückgekehrt. Bereits am Morgen habe er mit der Bundesregierung und Kanzler Merz telefoniert und die Voraussetzungen dafür geschaffen, „dass wir die Bundeswehr in die Krisenbewältigung bekommen“.
In der Abendschau sagte er anschließend, er hätte „rückblickend am Sonntag sagen sollen, was ich am Samstag gemacht habe“.
Der Regierende war in der aktuellen Krisensituation mehrfach in die Kritik geraten. Die Opposition bemängelt, er habe die vom massiven Stromausfall betroffenen Stadtteile nicht bereits am ersten Tag aufgesucht. Wegner wies diese Vorwürfe zurück und betonte, er sei von Beginn an in das Krisenmanagement eingebunden gewesen.
Transparenzhinweis: In einer vorherigen Version des Artikels wurde Kai Wegner folgendermaßen zitiert: „Ich war den ganzen Tag zu Hause, weil ich telefonieren musste. Ich habe mich in meinem Büro eingesperrt.“ Tatsächlich sagte er aber im Wortlaut: „Ich war zu Hause, habe mich in meinem Büro zu Hause eingeschlossen im wahrsten Sinne und habe dann koordiniert.“
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