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Antisemiten stören digitale Holocaust-Gedenkfeier : Unbekannte zeigen Hitler-Bilder bei Event der Israelischen Botschaft

Die digitale Gedenkveranstaltung mit einem Holocaust-Überlebenden musste kurzzeitig unterbrochen werden. Störer zeigten Hitler-Bilder.

Ein jüdischer Mann mit einer Kippa (Symbolbild). 
Ein jüdischer Mann mit einer Kippa (Symbolbild). Foto: Federico Gambarini/dpa

Am Montagabend haben Antisemiten offenbar eine digitale Gedenkfeier der israelischen Botschaft anlässlich des Holocaust-Gedenktages gestört.

Bei der Veranstaltung handelte es sich um ein öffentliches Videogespräch auf der Plattform "Zoom" mit dem Holocaust-Überlebenden Zwi Herschel unter dem Titel "Erinnerung im Wohnzimmer".

Die Sprecherin der israelischen Botschaft sagte dem Tagesspiegel, dass anti-israelische Aktivisten versucht hätten, Herschels Rede zu stören, indem sie Bilder von Adolf Hitler zeigten. Dafür schalteten sich die Störer in das Videogespräch.

Die Botschaft geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Aktion nicht nur anti-israelisch, sondern gezielt antisemitisch motiviert war.

Jeremy Issacharoff, Israels Botschafter in Deutschland, erklärte auf Twitter, dass die Störer auch antisemitische Sprüche geschrien hätten. Die Veranstaltung habe unterbrochen werden müssen, sei aber nach einer kurzen Pause ohne die Störer fortgesetzt worden. 

„Die Respektlosigkeit gegenüber dem Gedenken an den Holocaust und der Würde des Überlebenden ist eine unbeschreibliche Schande und zeigt das offen antisemitische Wesen der Aktivisten“, erklärte Issacharoff weiter. 

Veranstaltung war offen für alle Interessenten

Ein Sprecher der Berliner Polizei erklärte auf Anfrage, dass bislang keine Anzeige der israelischen Botschaft vorliege. Die Polizei werde sich der Sache aber dennoch annehmen. 

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) verurteilte den Vorfall. "Ich bin zutiefst bestürzt darüber, dass ganz offensichtlich antisemitische Israelgegner eine Gedenkveranstaltung der Israelischen Botschaft im Internet für Angriffe auf den Jüdischen Staat und zur Verbreitung von antisemitischer Hetze und Hass missbraucht haben. 

Wer selbst das Gedenken an die Opfer der Schoah zum Angriff auf Jüdisches Leben missbraucht, muss mit aller Härte der Gesetze verfolgt werden", erklärte DIG-Präsident Uwe Becker. Er kündigte an, selbst Anzeige wegen Volksverhetzung stellen zu wollen.

Die Veranstaltung auf der Online-Plattform "Zoom" war vor wenigen Tagen von der Botschaft auf Facebook angekündigt worden und laut einer Sprecherin zunächst offen für alle Interessenten. Die Botschaft erwäge nun, Anzeige gegen die Störer zu erstatten, sagte sie. Video- oder Tonaufnahmen von der Veranstaltung gebe es nicht.

In Israel wurde am Dienstag der Holocaust-Gedenktag begangen. Zvi Herschel wurde 1942 in den deutsch besetzten Niederlanden geboren. Seine Eltern wurden im Konzentrationslager Sobibór im besetzten Polen ermordet, während er von einer protestantischen niederländischen Familie aufgenommen wurde und überlebte.

In Israel wurde am Dienstag der Holocaust-Gedenktag begangen, Jom haScho’a geht zurück auf den Beginns des Aufstands im Warschauer Ghetto 1943. (mit dpa)

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