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Berlin-Kreuzberg : Radweg an der Hasenheide wird erst 2020 fertig

Die Fertigstellung des Poller-Radwegs an der Hasenheide verzögert sich - um ein weiteres Jahr. Der Grund? Banal.

Hier soll der Radweg hin. Noch steht hier ein Silo für einen Neubau.
Hier soll der Radweg hin. Noch steht hier ein Silo für einen Neubau.Foto: Jörn Hasselmann

Die Fertigstellung des Poller-Radwegs an der Hasenheide verzögert sich ein weiteres Jahr. Der Grund: Eine Baustelle ist im Weg. Dies ist ein Rückschlag für Verkehrssenatorin Regine Günther (Parteilos, für Grüne): Der Vorzeige-Radweg an der Hasenheide in Kreuzberg wird damit nicht 2018, sondern erst 2020 fertig.

Entsprechende Informationen bestätigte die Sprecherin des Bezirksamtes, Sara Lühmann, dem Tagesspiegel. Die Baustelle für einen Hochbau gegenüber der Einmündung Fichtestraße sei im Weg, sagte Lühmann. Diese nimmt derzeit den Parkstreifen, aus dem der Radweg entstehen soll, vollständig in Beschlag - zum Beispiel durch ein Betonsilo. Eigentlich sollte die Hasenheide der erste "neue" Radweg der grünen Verkehrssenatorin Günther sein. Im November 2017 hatte Günther den Bau für Frühling 2018 angekündigt.

Daraus wurde bekanntlich 2019. Wie berichtet, sind Ende Februar gut 100 Meter fertiggeworden, und zwar direkt am Südstern. Dies hatte die Verkehrsverwaltung vor einer Woche mit einer Meldung bei Twitter gefeiert.

Seit Freitag wird nun zwischen Wissmannstraße (nahe Hermannplatz) und Fichtestraße an dem neuen Poller-Radweg weitergebaut, teilte die Verkehrsinformationszentrale am Freitag mit. Noch in diesem Monat sollen die Arbeiten auf diesem östlichen Abschnitt fertig sein. Die Lücke dazwischen wird bleiben, bis voraussichtlich Anfang 2020 der Wohnungs-Neubau in Höhe Fichtestraße fertig ist.

Bislang gab es auf der südlichen Seite der Hasenheide, also Richtung Hermannplatz, keinerlei Radweg. Deshalb hatte die Verkehrsverwaltung die stark befahrene Straße für einen so genannten "geschützten Radfahrstreifen" ausgewählt. Poller sollen Falschparker abhalten.

In Fachkreisen wird diese Trennung zwischen Auto- und Radverkehr als Protected Bike Lane (PBL) bezeichnet. Allerdings ist der Weg nur zwei Meter schmal, kritisieren ADFC und Fahrradaktivisten. Ein sicheres Überholen sei nicht möglich.

So sehen die ersten 100 Meter an der Hasenheide aus.
So sehen die ersten 100 Meter an der Hasenheide aus.Foto: Jörn Hasselmann

Es gab Ende 2018 deswegen eine Demo des ADFC am Südstern. Eigentlich sollte die Hasenheide ja der erste Poller-Radweg in Berlin sein, durch die Verzögerungen sind mittlerweile am Dahlemer Weg in Zehlendorf und in der in der Holzmarktstraße in Mitte zwei andere Abschnitte schneller fertig geworden.

Auf der anderen Seite der Hasenheide wird es bis auf weiteres bei dem holperigen Hochbordradweg bleiben.

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