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Berlin-Neukölln : Neue Razzia gegen arabischen Clan in Berlin

Die Berliner Polizei geht weiter gegen kriminelle Großclans vor: Bei einer Razzia wurde Munition, illegale Medikamente und Bargeld sichergestellt.

Vermummte Einsatzkräfte durchsuchten am Mittwochmorgen einen Kiosk im Stadtteil Neukölln.
Vermummte Einsatzkräfte durchsuchten am Mittwochmorgen einen Kiosk im Stadtteil Neukölln.Foto: Paul Zinken/dpa

Neue Razzia gegen arabische Clans: Mit einem Großaufgebot hat die Berliner Polizei am frühen Mittwochmorgen zwei Häuser im Bezirk Neukölln durchsucht. Laut Polizei seien 30 Beamte an dem Einsatz beteiligt gewesen - darunter auch ein Spezialkommando.

Zum Einsatz sei es wegen Verstößen von Clan-Mitgliedern gegen das Waffengesetz gekommen, ermittelt wird unter anderem wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Waffengesetz. Ein 28-Jähriger wurde festgenommen. Die Polizei fand scharfe Munition, illegale Medikamente und Bargeld im mittleren fünfstelligen Bereich, also etwa zwischen 40 000 und 60 000 Euro.
Durchsucht wurde demnach ein Ladengeschäft in der Neuköllner Fuldastraße und eine Wohnung in der Karl-Marx-Straße. Betroffen von dem Einsatz sind Mitglieder des bekannten deutsch-arabischen Clans C., hieß es aus Polizeikreisen.

Bei dieser Familie, die einst aus dem Libanon einwanderte, handelt es sich um einen besonders großen Clan. Etliche Angehörige diese Familie sind nicht durch Straftaten aufgefallen und gehen regulären Berufen nach. Andere arbeiten im Sicherheitsgewerbe, einige nutzen diese Jobs für allerlei illegale Nebengeschäfte.

Kein Zusammenhang mit Schüssen am Montag

Die Razzia an diesem Morgen habe nichts mit dem Fall zu Wochenbeginn zu tun, bei dem zwei Mitglieder der weit verzweigten Großfamilie in Britz aus einem Auto heraus niedergeschossen worden. Allerdings, heißt es aus Justizkreisen, habe sich durch Ermittlungen der vergangenen Wochen allerlei "Beifang" ergeben. Konkret bedeutet dies: Verfahren wegen einer bestimmten Straftat - Drogenhandel, Nötigung, Hehlerei - führen zu Hinweisen auf weitere Vergehen. Insofern, hieß es, ist im Milieu mit weiteren Razzien zu rechnen.

Der Landeschef der Gewerkschaft der Polizei, Norbert Cioma, sagte zur aktuellen Razzia: "Der Rechtsstaat ist keine Eintagsfliege und ich bin froh, dass wir das derzeit deutlich zeigen. Um den Sumpf der organisierten Kriminalität trocken zu legen, sind dauerhafte und nachhaltige Maßnahmen notwendig. Das ist personalintensiv, aber die Funde aus fast jeder Razzia zeigen, dass wir es hier mit Leuten zu tun haben, die auf unsere Gesetze pfeifen." Drei Familien gelten durch verlustreiche Entwicklungen der vergangenen Monate und Polizeieinsätze der vergangenen Wochen inzwischen als angeschlagen.

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