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Franziska Giffey (SPD) mit Fuhrpark-Leiter und Fahrer Wolfgang Wüllhorst bei der Verabschiedung der drei gespendeten Betriebsfahrzeuge der Berliner Stadtreinigung (BSR) an die ukrainische Hauptstadt Kiew.
© dpa/Carsten Koall

Unterstützung für die Ukraine: Berliner Stadtreinigung schickt Müllwagen nach Kiew

Auf dem Betriebsgelände in Tempelhof wurden die Fahrzeuge im Beisein der Regierenden Bürgermeisterin verabschiedet. Es ist nicht die erste BSR-Spende für Kiew.

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) hat drei ausrangierte Müllwagen an die ukrainische Hauptstadt Kiew gespendet. Am Montagmorgen wurden die Fahrzeuge im Beisein der Regierenden Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) auf dem BSR-Betriebsgelände in Tempelhof verabschiedet. Drei Fahrer der BSR-Tochterfirma Fuhrpark Business Service (FBS) bringen die fachsprachlich Abfallsammelfahrzeuge genannten Wagen nun an die polnisch-ukrainische Grenze und werden sie dort den Kollegen aus Kiew übergeben.

"Sie sind jetzt Botschafter von Berlin", sagte Giffey an die drei Fahrer gewandt und heftete ihnen messingfarbene Anstecker mit dem Berliner Bären an die Kragen.

"Es ist wichtig, dass wir die Hilfsgüter schicken, die gerade wirklich gebraucht werden", sagte Giffey. Ihr Kiewer Amtskollege Vitali Klitschko habe ihr bei einem Videotelefonat vergangene Woche gesagt, dass die ukrainische Hauptstadt Fahrzeuge zur Abfallentsorgung dringend benötige.

"Wir haben das relativ früh in der BSR diskutiert und gesagt, dass wir sofort einsatzfähig sind, wenn Hilfe notwendig ist", sagte Wolfgang Wüllhorst, der Geschäftseinheitenleiter des BSR-Fuhrparkmanagements, der eines der mit ukrainischer Flagge und dem Hashtag #StandWithUkraine bedruckten Fahrzeuge fährt.

Seit 2014 sei man in sehr engem Kontakt mit der Stadt Kiew sowie dem persönlichen Referenten des Kiewer Bürgermeisters, und habe so die Bitte um Unterstützung erhalten. Die nötigen Papiere und Sondergenehmigungen für die Fahrt durch Polen zu bekommen, sei aufgrund des Feiertags Mariä Himmelfahrt nicht einfach gewesen.

Weitere Spenden werden geprüft

Es sei eine langjährige Freundschaft mit Kiew entstanden, sagte die BSR-Vorstandsvorsitzende Stephanie Otto. "Uns war wichtig, dass unsere Mitarbeitenden die Fahrzeuge an der Grenze übergeben können und jetzt nicht direkt nach Kiew fahren", erläuterte sie.

Die ausrangierten Abfallsammelwagen sind gut zehn Jahre alt und haben ein Fassungsvermögen von etwa elf Tonnen. Normalerweise würden die Fahrzeuge nach ihrer Dienstzeit über die BSR-Tochter FBS veräußert.

Für die mitunter schwierige Arbeit in den Straßen Kiews wurden die Abfallsammelwagen mit zusätzlicher Bereifung ausgestattet.

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Bereits 2014 spendete die BSR zwei Winterdienstfahrzeuge nach Kiew. Derzeit werde geprüft, ob man noch weitere Fahrzeuge schicken könne, erklärte BSR-Chefin Otto auf Nachfrage. Zu bedenken seien dabei die aktuellen Herausforderungen aufgrund der Coronakrise und der Energiepreise. Gegebenenfalls müsse die BSR Fahrzeuge deshalb länger im eigenen Bestand behalten als geplant.

"Wir haben auch eine konkrete Anfrage zur Unterstützung bei Schulbussen aus Kiew erhalten", berichtete Franziska Giffey. Derzeit werde geprüft, wie Berlin hier unterstützen könnte. Genaueres stehe aber noch nicht fest.

Valentin Petri

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