• Betreuung „in möglichst kleinen Gruppen“: Notbetreuung in Berliner Kitas wird ausgebaut

Betreuung „in möglichst kleinen Gruppen“ : Notbetreuung in Berliner Kitas wird ausgebaut

Ab Montag weiten die mehr als 2600 Kitas in Berlin ihre Notbetreuung aus. Für die Einhaltung von Hygieneregeln sind sie selbst verantwortlich.

Mut machende Kinderzeichnungen als Gruß am Zaun eines geschlossenen Kindergartens in Prenzlauer Berg Coronakrise.
Mut machende Kinderzeichnungen als Gruß am Zaun eines geschlossenen Kindergartens in Prenzlauer Berg Coronakrise.Foto: Seeliger/imago

Die Notbetreuung in den Kitas können am Montag Eltern in Anspruch nehmen, die in systemrelevanten Berufen arbeiten und keine andere Möglichkeit der Kinderbetreuung organisieren können. Die Liste der systemrelevanten Berufe wurde zuletzt mehrfach ausgeweitet.

Zu ihnen gehören unter anderem Mitarbeiter von Hilfsorganisationen (Johanniter Unfallhilfe, DRK, THW) und sogenanntes betriebsnotwendiges Personal im Gesundheitsbereich.

Dazu zählen ärztliches Personal, Reinigungspersonal, aber auch Logopäden oder Ergotherapeuten und Hebammen. Die Zwei-Eltern-Regelung entfällt, das bedeutet, der Anspruch aller Kinder, die bisher schon einen Anspruch auf eine Notbetreuung haben, bleibt bestehen. Hinzu kommen ab Montag Kinder aus Familien, in denen ein Elternteil einen systemrelevanten Beruf ausübt.

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Anspruch auf die Notbetreuung haben darüber hinaus Alleinerziehende, die mit ihrem Kind und ihren Kindern in ständiger Hausgemeinschaft zusammenleben. Unabhängig von der beruflichen Situation der Eltern ist aber auch der generelle Kinderschutz ein wichtiges Thema.

Anspruchsberechtigt sind deshalb automatisch Kinder, deren Schutz nach Einschätzung des Jugendamts oder des Regionalen Soziales Dienstes gefährdet wäre. Ausgenommen sind Fälle, in denen eine Möglichkeit zur häuslichen Betreuung besteht.

Die Notbetreuung findet grundsätzlich zu den üblichen Öffnungszeiten der Kita statt und orientiert sich am individuellen Bedarf der betroffenen Kinder. Die Träger können veränderte Öffnungszeiten bei der Kita-Aufsicht beantragen. Alle Kitas sind generell geöffnet, weil alle zum Notfallsystem gehören. Damit sichern die Träger den Eltern zu, dass sie ihre Kinder in deren gewohnter Umgebung in die Notbetreuung bringen können.

Nur gesunde Kinder dürfen in die Einrichtung

Auf die Frage, wie die Ausweitung der Notbetreuung in den Einrichtungen konkret organisiert werden soll, heißt es aus der Senatsverwaltung für Bildung und Jugend, dass die Betreuung „in möglichst kleinen Gruppen“ stattfinden soll und daher entsprechende organisatorische Maßnahmen erforderlich seien. „Diese müssen die Träger angepasst an die Situation vor Ort umsetzen“, erklärt Iris Brennberger, Sprecherin der Senatsverwaltung.

Sie verweist auf die unterschiedlichen Voraussetzungen der mehr als 2600 Kitas in Berlin und sagt: „Denkbar sind Vormittagsgruppen und Nachmittagsgruppen, Betreuung an versetzten Wochentagen, Gestaltung der Bringsituation und der Abholsituation.“ Die Kita-Aufsicht sei über die Maßnahmen zu unterrichten, bei Bedarf müssten diese abgestimmt werden.

Klar sei außerdem: Nur gesunde Kinder dürfen in die Einrichtung. Im Zweifelsfall können Kitas ein Attest verlangen. Gleiches gelte selbstverständlich für die Erzieher. Angehörige von Risikogruppen sollten möglichst nicht eingesetzt werden. Für Hygiene und Infektionsschutz seien die Kita-Träger zuständig, ergänzt Brennberger. Diese hätten damit „sehr viel Erfahrung“ und würden über eigene Hygienepläne verfügen.

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