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Der Jonny-K.-Aktivpark erinnert auf dem Gelände des früheren Egelpfuhlparks in Spandau an Jonny K., der 2012 Opfer eines tödlichen Gewaltexzesses wurde.

© dpa/Jens Kalaene

Update

Er wurde am Alexanderplatz getötet: An Jonny K. erinnert jetzt ein Park in Berlin-Spandau

Jonny K. wollte 2012 am Alexanderplatz einem Freund helfen. Mindestens sechs junge Männer traten auf ihn ein. Der 20-Jährige starb an den Folgen. Ein Park in Berlin-Spandau erinnert jetzt an ihn.

Stand:

In Berlin-Spandau ist am Dienstag ein neu gestalteter Park eröffnet worden, der den Namen von Jonny K. trägt. Der 20-Jährige war 2012 am Alexanderplatz totgeprügelt worden. Er hat in der Großsiedlung in Staaken neben dem Park gelebt, die heute zu den ärmsten Gegenden der ganzen Stadt zählt.

Der Name des Parks selbst ist nicht neu, die Anlage schon. Zu West-Berliner Zeiten war es eine alte Hausmülldeponie der BSR, die bis 1962 betrieben worden ist: Entsprechend wackelig ist der Boden, weshalb beispielsweise der Bau einer neuen Skaterpiste gestrichen worden ist.

Im Rahmen des Umbaus erhielt der Park neue Grünflächen und Bäume.

© dpa/Jens Kalaene

Der dunkle Park war unbeliebt bei Familien und Älteren

In den vergangenen Jahren war der Park neben der Großsiedlung Heerstraße Nord unbeliebt bei Familien und älteren Menschen: dunkel, schlecht einsehbar, ziemlich verlottert. „Bewegungs- und Erholungs­angebote für Senioren fehlen völlig, obwohl die über 65-Jährigen die größte Gruppe im Gebiet stellen“, hieß es in einer Studie im Jahr 2018, als die Planung im Rathaus von Berlin-Spandau begann.

Ein Kinderspielplatz mit Sandkasten im neu eröffneten Jonny-K.-Aktivpark.

© dpa/Jens Kalaene

2021 erhielt der Park den neuen Namen, 2022 begann dann der Umbau in Etappen: neue Sportgeräte, neue Bäume, frisches Grün, eine Parkbühne, Yogaflächen, Spielplätze, Hundewiesen und Panoramaschaukeln, die im Kiez bereits bejubelt werden.

8
Millionen Euro hat der Umbau am Ende gekostet.

Kostenprognose zum Baustart: sieben Millionen Euro. Jetzt nennt der Senat Kosten in Höhe von etwa acht Millionen Euro, die aus dem Programm Nachhaltige Erneuerung kommen.

Er hat nebenan gelebt und die Oberschule besucht

Jonny K. lebte in der Großsiedlung Heerstraße Nord, die sich tief im Westen Berlins befindet und die nach jahrelangem Absturz stärker in den Fokus der Berliner Politik gerückt ist. Er besuchte die Carlo-Schmid-Oberschule gleich nebenan. Heute wäre Jonny übrigens 33 Jahre alt. Im Park gibt es eine Skulptur zu seinen Ehren.

Zur Eröffnung erwartet wurden unter anderem der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU), Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler (SPD), Spandaus Bezirksbürgermeister Frank Bewig (CDU) und Baustadtrat Thorsten Schatz (CDU) sowie Tina K., die Schwester des Namensgebers Jonny K.

Der Park erinnere an Jonny K.s Mut und setze zugleich ein Zeichen für Respekt, Solidarität und Gewaltfreiheit in unserer Gesellschaft, hieß es von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.

Die Umgestaltung folgte dem Leitbild der Gewaltprävention und des respektvollen Miteinanders, hieß es in der Projektbeschreibung. Eine zentrale Rolle spiele dabei der Verein „I Am Jonny e.V.“, der sich für Zivilcourage bei Jugendlichen einsetzt. Ein Parkrat begleitete die Entwicklung des Parks, so sollte der Austausch zwischen Anwohnern, Verwaltung und Planern gefördert werden. 

Der Park wurde auch mit einer Sportfläche mit Basketballkorb ausgestattet.

© dpa/Jens Kalaene

Jonny K. wollte einem Freund helfen und starb

Im Oktober 2012 war der 20-jährige Jonny K. zwischen Alexanderplatz und Rotem Rathaus von mindestens sechs jungen Schlägern zusammengetreten worden, als er seinem betrunkenen Kumpel helfen wollte. Jonny K. starb an den Folgen der Tat. Der Gewaltexzess hatte bundesweit Bestürzung und eine Debatte über den Umgang mit jugendlichen Gewalttätern ausgelöst (mit dpa)

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