„Carrona“ startet Anfang Juni : Berlin bekommt ein Autokino am Olympiastadion

Nach vielen Jahren ohne Autokino in Berlin kann man ab 6. Juni endlich wieder Filme auf der großen Leinwand sehen. Geplante Autokonzerte fallen dagegen aus.

Kuschelkino. Im eigenen Auto lässt sich ein Film auch genießen.
Kuschelkino. Im eigenen Auto lässt sich ein Film auch genießen.Foto: Jan Woitas/dpa

Ab wann in Berlins Kinosälen wieder Filme laufen können, ist wegen der Coronakrise noch immer fraglich – weshalb nun erstmals seit vielen Jahren wieder ein Autokino in der Stadt eröffnet. Am 6. Juni starten eine Medienagentur und der Zoo-Palast ihr Projekt „Carrona“ auf einem Parkplatz am Olympiastadion in Charlottenburg. Gescheitert ist dagegen eine Autokonzertreihe, die andere Veranstalter auf dem Olympischen Platz ausrichten wollten.

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Die Berliner Agentur „Pixelpitch Media Concept“ ist eigentlich spezialisiert auf Videoproduktionen und die technische Realisierung verschiedenster Events. Weil diese Geschäftszweige derzeit brachliegen, kam die Firma auf die Idee, ihre Technik für ein Autokino zu nutzen. Den Parkplatz „P05“ am Olympiastadion vermietet ein privater Betreiber. Für die Filmbeschaffung hätten ihm Branchenkenner empfohlen, mit einem Kino zu kooperieren, sagt Kevin Paap, der zu den Chefs der Agentur gehört.

Durch die Beteiligung des Zoo-Palasts kommen Filme wie „Die Känguru Chroniken“, „Bad Boys for Life“ oder „Bibi & Tina“ auf die Videoleinwand – und die Science-Fiction-Komödie „Zurück in die Zukunft“, deren ursprünglicher Kinostart sich 2020 zum 35. Mal jährt. „Diesen Klassiker kann man immer wieder sehen“, findet Paap. 

Der Mittwoch werde zum „Music Day“, an dem „Filme mit Bezug zur Musik“ laufen. Vorführungen soll es jeden Tag um 15 und 19 Uhr geben und am Wochenende zusätzlich um 11 Uhr. Der Eintritt kostet 25 Euro für zwei Zuschauer in einem Auto, jede weitere Person im Wagen zahlt fünf Euro. Snacks und Getränke werden von Verkäufern durch die Fenster gereicht. Der Ton wird, wie in Autokinos üblich, in die Radios übertragen. Voraussichtlich reicht der Platz für 120 bis 150 Fahrzeuge, die genaue Vermessung steht noch aus. Der Ticketverkauf beginnt im Laufe des Freitags online unter www.carrona.de.

[Früher gab es zwei Autokinos in der Nähe - in Spandau, zum Beispiel bei Ikea. Hier die Geschichte im Spandau-Newsletter vom Tagesspiegel.]

„Drive In“-Konzerte auf dem landeseigenen Olympischen Platz wurden seit dem vorigen Wochenende von den Firmen Wohlthat Entertainment und Roden Eventcatering beworben – doch am späten Dienstagabend folgte die Absage. Kurz zuvor habe das Bezirksamt die Gebühren für die „Sondernutzung öffentlichen Straßenlands“ berechnet, sagt Roden-Eventmanager Peter Schmitz. „Wir sollten etwa 11.000 Euro pro Tag zahlen – das rentiert sich nicht.“

Firmenchef Michael Roden ist Vorsitzender des Berliner Schaustellerverbands und kennt sich eigentlich mit der Gebührenordnung aus. Doch laut Schmitz kalkulierte der Bezirk den Preis für rund 3500 Quadratmeter Fläche, obwohl man weniger benötigt hätte. Vor einer Bühne mit einer Videoleinwand sollten bis zu 475 Autos stehen.

Der Charlottenburg-Wilmersdorfer Ordnungsstadtrat Arne Herz (CDU) hatte sich am vorigen Freitag mit den Veranstaltern des Autokinos und der Konzertreihe zum Ortstermin getroffen. „Ich finde es generell gut, dass die Veranstalter bei geschlossenen Kinos und Veranstaltungsstätten kreativ sind“, betont er. Die Gebühren lege aber der Berliner Senat fest. Deshalb wollen sich die Konzertplaner nun an die Landesregierung wenden und angesichts der Coronakrise um einen vergünstigten Mietpreis bitten.

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Bei den ersten zwei Shows sollten am Pfingstwochenende der Berliner DJ „Alle Farben“ und der Singer-Songwriter Nico Santos auftreten. Einige Tickets wurden schon verkauft. „Das Geld erstatten wir natürlich zurück“, verspricht Mitorganisator Schmitz.

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