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Der Schriftzug der Kliniken Berlin-Köpenick des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ist auf einem Klinikgebäude zu sehen.

© Gregor Fischer/dpa

Update

Deutsche aus Coronavirus-Gebiet gerettet: China-Rückkehrer in Berlin gelandet und wohlauf

Nach ihrer Ankunft in Berlin kamen die 20 Rückkehrer aus Wuhan am Sonntag beim Roten Kreuz in Köpenick in Quarantäne. Erste Ergebnisse seien unauffällig.

Die ausgeflogenen Passagiere aus der vom Coronavirus schwer betroffenen Stadt Wuhan sind nach Angaben der Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) wohlauf. Es handle sich um 16 Erwachsene und vier Kinder, sagte Kalayci am Sonntagnachmittag in Berlin. Es habe eine erste medizinische Untersuchung durch einen Amtsarzt gegeben, die Ergebnisse seien unauffällig. Die China-Rückkehrer werden auf das Coronavirus getestet. Ergebnisse der Untersuchung an der Charité in Berlin sollen laut Kalayci am Montagmorgen vorliegen.

Am Sonntagmittag landete das Flugzeug der Bundeswehr mit Rückkehrern aus der chinesischen Stadt Wuhan in Berlin-Tegel. Außenminister Heiko Maas (SPD) äußerte sich nach der Ankunft erleichtert über die Ausreise der Deutschen.

Am Sonntagnachmittag erreichten die 20 Rückkehrer die Quarantänestation in einem Gebäude des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Berlin Köpenick, wo sie vorerst untergebracht sind. „Auch bei dieser Rückkehr gilt, dass die Sicherheit an allererster Stelle steht“, sagte Maas.

Der frühere CDU-Sozialminister Mario Czaja dankte den ehren- und hauptamtlichen Helferinnen und Helfern des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) auf Twitter.

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In Köpenick seien zwölf Zimmer eingerichtet, sagte der Leiter der internationalen Zusammenarbeit des DRK, Christof Johnen, am Sonntagvormittag in Berlin. „Für die Menschen ist es eine belastende Situation, deshalb soll ihnen der Aufenthalt so angenehm wie möglich gemacht werden.“ Den Menschen stehe unter anderem Fernsehen und W-Lan zur Verfügung, für die Kinder gebe es Spielzeug. Das Essen komme von einem Caterer in Einmalverpackung, die dann entsorgt werde. Es wurden Einzelpersonen, Paare und zwei Familien erwartet.

Oliver Igel (SPD, l-r), Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick, Dilek Kalayci (SPD), Berlins Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, und Matthias Pross, Chefarzt an den DRK Kliniken Berlin-Köpenick, stehen vor einem Gebäude der Kliniken Berlin-Köpenick des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zusammen.

© Gregor Fischer/dpa

Eine britische Chartermaschine brachte die Rückkehrer aus Wuhan zunächst zu einem Militärflughafen in der Nähe von Oxford. „Das war ein Akt der europäischen Solidarität, der Mut macht für die Zukunft und eine enge Zusammenarbeit mit Großbritannien auch nach dem Brexit“, sagte Maas. Nach dem Zwischenstopp flog eine Bundeswehr-Maschine die Deutschen am Vormittag weiter nach Berlin.

Strikte räumliche und personelle Trennung

Die Rückkehrer sind am südöstlichen Stadtrand von Berlin in Quarantäne gekommen. Dort sollen sie etwa 14 Tage bleiben. Ihre Unterkunft ist in einem Nebengebäude, getrennt von der bisherigen Patientenbetreuung, wie das DRK mitteilte. Auch die Betreuer gehörten nicht zum Mitarbeiterstamm der Kliniken. „Diese strikte räumliche und personelle Trennung trägt maßgeblich zur Sicherheit des Personals, der Besucherinnen und Besucher sowie der Patientinnen und Patienten in Köpenick bei“, hatte ein DRK-Sprecher am Samstag gesagt.

Die Rückkehrer dürfen aber ihre Zimmer verlassen. Im Hof gibt es für sie einen mit einem Zaun abgeschirmten Bereich. Nach Worten des Ärztlichen Direktors der DRK Kliniken, Professor Matthias Pross, würden die China-Rückkehrer sicherheitshalber in kleine Gruppen aufgeteilt, um die Möglichkeit einer eventuellen Ansteckung zusätzlich einzuschränken.

Das DRK geht davon aus, dass sie alle gesund sind. „Wir gehen nicht davon aus, dass wir medizinische Versorgung sicherstellen müssen“, sagte Johnen am Vormittag. Die Rückkehrer sollen im Schichtsystem rund um die Uhr von jeweils sieben freiwilligen DRK-Helfern betreut werden. Es handelt sich beispielsweise um Notfallsanitäter und Pflegekräfte. Es gehe hauptsächlich um die soziale Betreuung, bei Bedarf stehe auch ärztliche Hilfe bereit.

Köpenicker Anwohner besorgt

Unterdessen gibt es in Köpenick auch Sorge wegen der Unterbringung der Menschen aus China und der aus Sicht von Anwohnern spärlichen Informationen. „Egal, ob es in Köpenick ist oder wo anders, das gehört nicht in eine Großstadt“, sagte eine Köpenickerin mit einem Protest-Plakat vor der Klinik.

In der Bundeswehr-Maschine, die in Berlin landete, waren auch 17 Menschen aus anderen europäischen Ländern und deren Angehörige, hieß es aus dem Auswärtigen Amt. Sie würden nun unmittelbar mit Sonderflügen nach Luxemburg, in die Niederlande sowie nach Österreich und Rumänien weiterreisen.

Gerettete Bundesbürger letzte Woche in Frankfurt gelandet

Vor gut einer Woche waren bereits rund 100 deutsche Staatsbürger und Familienangehörige mit einer Maschine der Bundeswehr in Frankfurt am Main angekommen. Sie sind in einer Kaserne im pfälzischen Germersheim in Quarantäne.

Die Zahl der bestätigten Infektionen durch das Virus stieg am Sonntag in China um weitere 2656 auf 37 198 Fälle. Außerhalb Chinas sind bislang mehr als 300 bestätigte Infektionen bestätigt, davon 14 in Deutschland.

Die Zahl der Todesopfer durch das neue Coronavirus überstieg die der Sars-Pandemie vor 17 Jahren. Mit 89 neuen Todesfällen durch die Lungenerkrankung, die Chinas Gesundheitsbehörde am Sonntag bestätigte, kletterte die Gesamtzahl der Opfer weltweit auf 813. (dpa)

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