• „Die nehmen das nicht ernst“: Gedrängel am Flughafen Tegel – trotz Corona-Warnungen

„Die nehmen das nicht ernst“ : Gedrängel am Flughafen Tegel – trotz Corona-Warnungen

Dicht an dicht warten Menschen auf ihre Koffer. Kein Sicherheitsabstand bei der Einreisekontrolle. Das zeigen Fotos eines Passagiers vom Flughafen Tegel.

Gefährliche Nähe. Am Flughafen Tegel herrscht Gedrängel.
Gefährliche Nähe. Am Flughafen Tegel herrscht Gedrängel.Foto: privat

So viel Nähe in Zeiten von Corona: Menschenmassen drängeln sich im Flughafenbus und vor dem Gepäckband. In der Schlange bei der Einreisekontrolle wird kein Abstand gehalten. Das zeigen Fotos, die ein Passagier an den Tagesspiegel geschickt hat. Es sind Szenen, schreibt er, vom Flughafen Tegel von Donnerstag.

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Der Mann erzählt, dass er sich erst geweigert habe, mit seinen zwei kleinen Kindern in den vollen Transferbus zu steigen, am Ende habe er aber keine andere Wahl gehabt. Im Ankunftsterminal habe man zwei Maschinen, seine aus Doha und eine aus Istanbul, gleichzeitig abgefertigt. Das zeigt auch die Tafel über dem Gepäckband. „Ich glaube wirklich, die nehmen das nicht ernst“, sagt er und findet dieses Verhalten „unverantwortlich“.

Ein voller Transferbus – nur einer pendelt hin und her, um Ansturm im Terminal zu vermeiden.
Ein voller Transferbus – nur einer pendelt hin und her, um Ansturm im Terminal zu vermeiden.Foto: privat

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Ein Sprecher des Flughafens bestätigt, dass in Einzelfällen weiterhin volle Maschinen in Tegel landen. „Beim angesprochenen Flug wurden die Fluggäste aus guter Absicht mit nur einem Bus ins Gate gebracht. Dieser ist zwischen Flugzeug und Gate gependelt.

Damit wollten die Beteiligten den Deboarding-Vorgang verlangsamen und verhindern, dass es aufgrund der Einreisekontrollen im Gate zu voll wird.“ Das erklärt den vollen Bus, wie es aber zu dem Gedrängel am Gepäckband kommen konnte, konnte der Sprecher nicht sagen.

Bei der Einreisekontrolle wird kein Sicherheitsabstand gehalten.
Bei der Einreisekontrolle wird kein Sicherheitsabstand gehalten.Foto: privat

Der Passagier sagt, er habe auch Polizisten am Flughafen auf die Situation angesprochen, diese hätten darauf verwiesen, dass das Fluggastmanagement Sache des Flughafens sei. „Wir haben unsere Partner, die Airlines und die Bodenverkehrsdienstleister, bereits sensibilisiert und wissen, dass diese ebenfalls die Einhaltung der jetzt üblichen Mindestabstände anstreben“, sagt der Sprecher. Es hatte bereits Beschwerden zu den prall gefüllten Bussen gegeben, die die Passagiere vom und zum Flugzeug bringen. thm

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