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Wir bauen uns eine neue Schule: An der Refik-Veseli-Schule in Kreuzberg hat das geklappt: Die Nachfrage steigt.
© Mike Wolff

Neue Oberstufen in Sekundarschulen Berlin: Endlich Abitur!

Bildungssenatorin Sandra Scheeres genehmigt weitere gymnasiale Oberstufen. Die betroffenen Sekundarschulen hatten lange gekämpft. Andere müssen warten.

Von Susanne Vieth-Entus

Die Erlösung kam per Mail: Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hat am Mittwoch vier Sekundarschulen eigene gymnasiale Oberstufen genehmigt. Im Rennen um leistungsstärkere Schüler haben die Schulen nun einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Schulen, die nur bis Klasse 10 führen. Die Entscheidung der Senatorin zum jetzigen Zeitpunkt dürfte erhebliche Konsequenzen für das Anmeldeverhalten der künftigen Siebtklässler haben: Die Anmeldefrist an Sekundarschulen und Gymnasien beginnt im Februar.

Jetzt haben die Schulen einen Wettbewerbsvorteil

Die Genehmigung gilt für die Wilhelm-v.-Humboldt-Schule in Pankow, die Refik-Veseli-Schule in Kreuzberg, die Sophie-Brahe-Schule in Treptow/Plänterwald und die Grünauer Schule in Köpenick/Grünau. Alle vier Schulen hatten – zum Teil vor mehreren Jahren – Anträge gestellt und auch weite Teile ihrer Elternschaft aktiviert. Die Veseli-Schule kann mit der Oberstufe ab 2017/18 starten, die anderen schon ein Jahr vorher, gab Scheeres' Sprecherin Beate Stoffers bekannt. Auf der Homepage der Brahe-Schule hieß es allerdings, man wolle gern schon 2015 starten. Auch die Grünauer Schule, ebenfalls eine Gemeinschaftsschule, hatte händeringend auf eine Entscheidung gewartet. Denn zurzeit finden die Tage der offenen Tür statt, und die Schulen wussten bislang nicht, was sie den Familien sagen sollten hinsichtlich der Oberstufe.

Eine Sonderlösung für die Wilhelm-v.-Humboldt-Schule

Die lange Dauer der Entscheidung hatte verschiedene Gründe. Bei der Humboldt-Gemeinschaftsschule spielte Pankows Raummangel eine große Rolle. Das Problem soll durch enge Kooperation mit der Elinor-Ostrom-Schule gelöst werden, mit der auch gemeinsame Grund- und Leistungskurse konzipiert werden sollen. Hier soll es einen Schulversuch geben. Anders als sonst üblich bei derartigen Kooperationen soll die Humboldt-Schule die „Stammschule sein, an der die überwiegende Mehrzahl der Fächer und Kurse belegt werden kann“, erläutert Scheeres.

Ähnlich engagiert gekämpft hatte auch die Refik-Veseli-Schule in der Skalitzer Straße. Die bislang schwach nachgefragte Brennpunktschule ist gerade dabei, sich neu zu erfinden. Dennoch hatte die Bildungsverwaltung Zweifel, ob es an diesem Standort genügend Schüler für eine gymnasiale Oberstufe geben könnte. Für die Veseli-Schule sprach – neben ihrem vielversprechenden Neuanfang – auch die Tatsache, dass es in diesem Teil Kreuzbergs – dem ehemaligen SO 36 – keine einzige gymnasiale Oberstufe an Gymnasien oder Sekundarschulen gibt.

"Schädlicher Wettlauf um Einzelfallgenehmigungen"

Die Entscheidung fiel der Bildungsverwaltung dennoch schwer. Ein „schädlicher Wettlauf um Einzelfallgenehmigungen“ sollte vermieden werden, betont Scheeres. Denn umliegende, schwach nachgefragte Sekundarschulen ohne gymnasiale Oberstufe könnten noch weiter ins Hintertreffen geraten, wenn die Konkurrenzschule plötzlich zum Abitur führen darf. Deshalb soll es zunächst keine zusätzlichen Oberstufen geben, bis eine Arbeitsgruppe unter Leitung des ehemaligen Sophie-Scholl-Direktors Klaus Brunswicker Kriterien für weitere Genehmigungen benannt hat.

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