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So stellen sich die Planer die neuen Charlottenburger Brücken der Stadtautobahn A 100 vor.
© Simulation: Bauingenieurbüro Leonhardt, Andrä und Partner

Berliner Stadtautobahn A 100: Ersatzneubau der Rudolf-Wissell-Brücke soll 2025 starten

An der Stelle des maroden Bauwerks aus den 1960er Jahren sind zwei neue Brücken geplant. Mit deren Fertigstellung ist frühestens 2031 zu rechnen.

Die staatliche Planungsgesellschaft Deges will Ende 2025 mit dem Bau zwei neuer Brücken für die Stadtautobahn A 100 beginnen, um die marode Rudolf-Wissell-Brücke in Charlottenburg bis zum Jahr 2031 zu ersetzen.

Diese ist mit 932 Metern die längste Brücke Berlins und liegt auf Platz drei der meistbefahrenen Autobahnabschnitte in Deutschland. Bei der Eröffnung vor 61 Jahren war sie für täglich 20.000 Fahrzeuge konzipiert, heute sind es mehr als 175 000.

Bald beginne das Planfeststellungsverfahren, sagten Deges-Manager bei einer Präsentation am Dienstag. Erste bauvorbereitende Arbeiten seien frühestens 2024 möglich. Künftig gebe je eine Brücke pro Fahrtrichtung. Das verbessere den Verkehrsfluss und die Sicherheit.

Erstmals sollen Lärmschutzwände mit einer Höhe von vier bis 6,50 Metern gebaut werden. Als die Rudolf-Wissell-Brücke entstanden war, hatte es dafür noch keine Vorschrift gegeben.

62 Kleingärten in fünf nahen Kolonien sollen dem Brückenbau weichen, was schon zu Protesten geführt hat. Betroffene Pächter könnten mit finanziellen Entschädigungen rechnen, heißt es. Vieles ist aber noch ungeklärt. Bisher gehören die Kleingärten zum Bundeseisenbahnvermögen der Deutschen Bahn.

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Nach mehr als 60 Jahren gilt die bestehende Rudolf-Wissell-Brücke als irreparabel beschädigt.
Nach mehr als 60 Jahren gilt die bestehende Rudolf-Wissell-Brücke als irreparabel beschädigt.
© Paul Zinken/dpa

Über Radschnellwege auf den Brücken wollen die Planer nur nachdenken, falls das Land Berlin die Fahrradspuren offiziell „bestellt“. Doch damit ist nicht zu rechnen, obwohl die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Charlottenburg mehrheitlich dafür gestimmt hat. Die Senatsverkehrsverwaltung vermisst das Potenzial für einen „Lückenschluss“. Denn nördlich und südlich der künftigen Brücken seien Radwege weder vorhanden noch geplant, argumentierte sie bereits im Sommer 2020.

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Die Gesamtkosten der Bauarbeiten hatte die Deges zuletzt auf 270 Millionen Euro kalkuliert. Inzwischen glaubt sie, dass die Summe überschritten wird, weil die Preise auf dem Baumarkt besonders infolge der Corona-Pandemie und des Kriegs in der Ukraine steigen.

Viele Informationen über das Projekt gibt es auf der Webseite der Deges. Für Dienstagabend war auch eine Online-Bürgerveranstaltung geplant. Mehr dazu berichten wir am kommenden Freitag im „Tagesspiegel Leute“-Newsletter für Charlottenburg-Wilmersdorf, den Sie hier kostenlos abonnieren können.

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