Innensenator mahnt zur Vorsicht : Zahl der Corona-Fälle in Berlin steigt stark an

Der R-Wert liegt aktuell bei 2,06, die Zahl der aktiven Fälle steigt deutlich an. Der Senat will sich am Dienstag mit den Maßnahmen befassen.

Andreas Geisel (SPD), Berliner Innensenator, auf der Pressekonferenz am Montag.
Andreas Geisel (SPD), Berliner Innensenator, auf der Pressekonferenz am Montag.Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Die Zahl der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus steigt derzeit in der Hauptstadt laut Innensenator Andreas Geisel (SPD) wieder stark an. Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) habe Montag bei einer Telefonkonferenz des Senats von den aktuellen Zahlen berichtet, sagte Geisel am Montag bei der Vorstellung der Jahresbilanz der Berliner Feuerwehr für 2019. „Wir werden das in der Senatssitzung auswerten und die Beschlüsse, die wir fassen wollen, miteinbeziehen. Aber es ist klar, dass die Pandemie weitergeht, dass die Situation noch nicht bewältigt ist, auch nicht in Berlin.“

Geisel betonte, wie unverzichtbar alle Menschen, die bei der Bekämpfung der Pandemie mithelfen, für die Gesellschaft seien. Der R-Wert liegt in Berlin derzeit bei 2,06 – niedriger als in Deutschland mit 2,88. 

In Berlin sind nach dem Stand von Montag 7915 Infektionsfälle aus den vergangenen knapp vier Monaten bekannt. Die meisten dieser Menschen sind wieder genesen. Die Zahl der aktiven Covid-19-Erkrankungen lag am Montag bei 784. Damit ist die Zahl im Vergleich zur Vorwoche deutlich angestiegen. Am Montag vor einer Woche wurden 475 aktive Fälle registriert. An zwei Tagen gab es in der vergangenen Woche jeweils deutlich mehr als 100 gemeldete Neuinfektionen.

Die Einhaltung der Hygieneregeln und des Abstands von 1,50 Metern ist nach wie vor in der Pandemie notwendig. Auf diversen illegalen Partys wie im Park am Gleisdreieck, Mauerpark und mehrfach in den vergangenen Wochen in der Hasenheide sind diese Abstände nicht eingehalten worden. 

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) kritisierte das in einer im RBB übertragenen Ansprache am Montagabend. „Es ist nach wie vor nicht die Zeit für sorgloses Feiern in großen Gruppen“, sagte er. Die Polizei setzt auf die direkte Ansprache der Personen auf diesen Partys. „Wir wollen die Leute dafür sensibilisieren, die Abstandsregel einzuhalten“, sagte Polizeisprecher Michael Gassen. Die meisten Berliner würden sich aber an die Regeln halten.

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Die Polizei registrierte zwischen dem 14. März und dem 11. Juni in Berlin rund 3123 Ordnungswidrigkeiten, pro Tag im Schnitt 34. In den drei Monaten wurden 1690 Strafermittlungsverfahren wegen Verletzungen der Eindämmungsverordnungen eingeleitet. Die Polizeibeamten kontrollierten 2783 Geschäfte, von denen 925 geschlossen wurden, da sie illegal geöffnet waren. 17.311 Personen wurden in dieser Zeit kontrolliert.

Ordnungswidrigkeitsverfahren werden an die Ordnungsämter weitergeleitet. Diese sind dafür verantwortlich, dass diejenigen, die etwa gegen Kontaktbeschränkungen verstoßen haben, die Bußgelder zahlen.

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