Irritation über Konzept des Bezirks : Der Mauerpark bleibt eintrittsfrei

Im Bezirk Pankow kursiert ein Papier, das einen Eintritt für den Mauerpark vorsieht. Bezirksbürgermeister Benn stellte nun klar, dass daraus nichts wird.

Menschenmassen, ob mit Musik oder ohne, sind im Pankower Mauerpark normal.
Menschenmassen, ob mit Musik oder ohne, sind im Pankower Mauerpark normal.Foto: Gregor Fischer/dpa

Die Übernutzung des Pankower Mauerparks durch nie versiegende Besucherströme mit all ihren Folgen für die Anwohner ist kaum zu bezweifeln und auch nicht, dass sich der Bezirk dazu etwas einfallen lassen muss. Die Erhebung von Eintrittsgebühren wird aber vorerst nicht dazu gehören, stellte Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke) am Freitag klar.

Zwar kursiert im Bezirksamt, wie am Donnerstag berichtet, das „Tourismuskonzept Pankow 2018+“, das neben „Sensibilisierungs- und Respekt-Kampagnen“ auch Einlassbeschränkungen und „Eintrittsgelder mit Teilerstattungssystem“ vorsieht. Dies sei aber nur eine Handlungsempfehlung an den Bezirk, wie Benn gegenüber dem RBB betonte. Dieser Empfehlung werde man nicht folgen, der Mauerpark „auf absehbare Zeit“ eintrittsfrei bleiben.

Keiner der Vorschläge in dem Tourismuskonzept habe Beschlusscharakter, sagte Benn weiter, der auch über Twitter – „Alle mal abregen“ – versicherte, dass es keinen bezahlten Eintritt im Mauerpark geben werden. Gegenüber dem Sender bezeichnete er ein Eintrittsgeld sogar als „Unsinn“ und das „Abwegigste“ in dem 239-seitigen Konzept: „Das Thema Eintritt im Park ist aus meiner Sicht auf absehbare Zeit keines, mit dem wir uns ernsthaft auseinandersetzen werden.“

Öffentliche Parks seien Allgemeingut, ihre Nutzung dürfe nicht vom Geldbeutel abhängen. Auch von Seiten der Linksfraktion in der Pankower BVV wurde via Twitter betont, dass der Vorschlag „weder dem aktuellen Debattenstand, noch der Beschlusslage“ entspreche.

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