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Mauerpark-Karaoke in Pankow : Gesungen werden darf nur noch gen Osten

Nach Lärmbeschwerden hat das Bezirksamt Pankow jetzt eine neue Regel für das Kult-Event aufgestellt: Musik ist nur noch in östliche Richtung erlaubt.

Im Berliner Mauerpark gilt eine neue Regel: Karaoke-Singen nur noch in Richtung Osten.
Im Berliner Mauerpark gilt eine neue Regel: Karaoke-Singen nur noch in Richtung Osten.Foto: Bernd Von Jutrczenka/dpa

Im Mauerpark darf künftig nur noch Richtung Osten musiziert werden. Das Bezirksamt Pankow hat am Dienstag neue Regeln beschlossen, die bei der Parknutzung ein „friedvolles, respektvolles Miteinander“ zwischen Besuchern und Anrainern garantieren sollen. Musiziert werden darf künftig nur noch in einem begrenzten Feld und nur noch so, dass der Schall „ausschließlich in östliche Richtung hin zum Stadion“ gelenkt wird. Damit wird etwa die bisherige Ausrichtung des beliebten Karaoke-Konzerts hinfällig. Außerdem ist Musik künftig in der Woche nach 19.30 Uhr verboten, an Wochenenden darf bis 20.30 Uhr musiziert werden. Auch gegrillt werden darf nur noch in einem begrenzten Bereich entlang des Pflasterwegs – und nur bis 20 Uhr. Ausnahme: Von Juni bis August darf die Bratwurst bis 21 Uhr brutzeln. Kommerzieller Handel wird verboten und Hunde dürfen sich ausschließlich in einem umzäunten Bereich aufhalten. Die „Notdurft“ im Mauerpark ist ebenfalls untersagt.

Für die „Freunde des Mauerparks“ sind das "praktikable und versöhnliche Lösungen", nachdem alle Bemühungen eines Runden Tisches gescheitert waren, zu einer einvernehmlichen Lösung mit Anwohnern zu kommen. „Ich bin sehr erleichtert, dass der Mauerpark auch in Zukunft Mauerpark sein kann“, sagte Park-Aktivist Alexander Puell zum Kompromissvorschlag des Bezirksamtes: Mit den für die Straßenmusik gefundenen Regeln „kann er sich als Kulturstandort weiterentwickeln. Es ist wichtig, kulturelle Freiräume in der Stadt zu erhalten, in denen sich Menschen aus aller Welt auf friedliche und kreative Weise begegnen können.“

Ob die feierwütigen Parkbesucher allerdings den erhobenen Zeigefinger des Bezirksamtes ernst nehmen werden, ist zweifelhaft. Schließlich hat das bezirkliche Ordnungsamt, das die Regelungen kontrollieren soll, um 22 Uhr Dienstschluss.

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