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Ein Obdachloser sitzt auf einer Bank im Lustgarten auf der Museumsinsel.
© imago

„Hitzehilfe“-Konzept: Obdachlose in Berliner Freibädern duschen lasse

Obdachlose sollen künftig auf City-Toiletten gehen und in Freibädern duschen. Das schlägt die Grüne-Fraktion vor.

Berlins Grüne-Fraktion schlägt wegen der immer heißeren Sommer in Berlin ein Hitzekonzept für Obdachlose vor.

Unter anderem sollen Obdachlose künftig kostenlos in Berlin auf City-Toiletten gehen und zu bestimmten Zeiten in den Berliner Freibädern duschen können. Das sind zwei Vorschläge, die der sozialpolitische Sprecher der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus, Taylan Kurt, erarbeitet hat. Das Konzept liegt dem Tagesspiegel-Newsletter Checkpoint vor. „Hitzesommer sind nicht mehr die Ausnahme, sondern werden die Regel in Berlin sein und die Stadt wird sich noch weiter aufheizen“, schreibt Kurt in dem Papier. Obdachlose seien besonders gefährdet, weil sie nicht über die Ressourcen verfügen würden, um sich vor Hitzewellen am Tage und tropischen Nächten zu schützen. Sie hätten keine Rückzugsräume und kaum finanzielle Ressourcen.

„Hitze kann töten“, schreibt Kurt. Der Sozialpolitiker schlägt deshalb vor, das Angebot der Hitzehilfe – ähnlich der Kältehilfe – von Juli bis September auf die ganze Stadt auszuweiten. Am Mittwoch war in Berlin eine erste Unterkunft der Hitzehilfe von Sozialsenatorin Katja Kipping (Linke) eröffnet worden. Dem Tagesspiegel hatte Kipping gesagt, dass eine Ausweitung auf ganz Berlin nicht leicht sei, das habe auch bei der Kältehilfe Jahre gedauert.

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Grünen-Politiker Kurt erklärt: „Die Kältehilfe hat sich in Berlin etabliert, um Obdachlose vor dem Kältetod zu bewahren. In Zukunft muss es auch Schutz geben vor den Todesfolgen durch Hitze“. Denkbar als Orte seien Kirchen, Rathäuser oder U-Bahnhöfe. Außerdem sollen Obdachlose künftig City-Toiletten kostenlos nutzen können, etwa durch die Ausgabe von Gutscheinen. Jeweils nach der täglichen Schließzeit sollen sie die Duschen von Hallen- und Freibädern nutzen können.

Aus der SPD-Fraktion kommt verhaltene Zustimmung für den Vorschlag. Die sozialpolitische Sprecherin Nina Lerch sagte dem Tagesspiegel: „Hitzehilfe nach dem Vorbild der Kältehilfe von Juli bis September klingt erst einmal nach einer guten Idee.“ Allerdings halte sie die von Kurt vorgeschlagenen Räume aus Sicherheitsgründen für nicht geeignet, genauso den Vorschlag, in Freibädern zu duschen. „Das ist mir zu unausgegoren und klingt nach Schnellschuss“, sagte Lerch.

Die FDP unterstützt wie Lerch ebenfalls Kurts Grundidee, dass „Hitzehilfe den gleichen Stellenwert die Kältehilfe bekommt“. Das sagte der sozialpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Tobias Bauschke, dem Tagesspiegel.

Über Details wird ganz sicher noch debattiert.

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