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Ein Passant erfrischt sich im Brunnen im Lustgarten bei hohen Temperaturen.
© picture alliance/dpa
Update

Nah am Temperaturrekord: So wird das Hitze-Wochenende in Berlin und Brandenburg

Noch immer ist unsicher, wie heiß es wird. Sicher ist nur, dass der Hochsommer nicht bleibt. Vom dringend benötigten Regen kommt wohl nur wenig.

Berlin steht ein meteorologisch außergewöhnliches Wochenende bevor. Zum einen, weil eine außergewöhnliche Hitzewelle heranrollt. Und zum anderen, weil die Wettermodelle selbst jetzt noch völlig unentschieden sind, wie weit diese von Spanien und Frankreich über Deutschland ziehende Hitzewelle überhaupt nordwärts vorankommen wird: Die Spanne der für Sonntag in Berlin prognostizierten Höchsttemperaturen reichte am Donnerstagmorgen von 21 bis 39 Grad.

Jörg Riemann, Chefmeteorologe der in Tempelhof ansässigen "Wettermanufaktur", ist nach Studium der Vorhersagen allerdings sicher, dass es heiß wird. Noch nicht am Freitag, für den alle Wettermodelle Temperaturen um 25 Grad erwarten.

In der Nacht sollen die Temperaturen zunächst auf Werte zwischen 16 und 13 Grad sinken. Doch bereits am Sonnabend wird es mit Höchstwerten zwischen 29 bis 34 Grad heiß. Ein schwacher bis mäßiger Wind verspricht dabei nur eine leichte Abkühlung. Ab dem Nachmittag können vereinzelt Quellwolken aufziehen. Dank relativ trockener Luft soll aber noch nicht schwül werden.

"Am Sonntag wird es dann bei ähnlich hoher Temperatur eher Waschküchenwetter", sagt Riemann. "Ich würde auch nicht ausschließen, dass es auf 36 oder 37 Grad hochgeht. Es hängt davon ab, wie schnell die Wolken kommen."

Die Wolken kommen aus Nordwesten - mit einer scharf ausgeprägten Kaltfront. "Die bedeutet am Sonntag Temperaturunterschiede von mehr als zehn Grad auf gut 100 Kilometer."

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Praktisch heiße das für Brandenburg: Mindestens 33 Grad im Fläming, aber nur etwa 23 an der Grenze zu Mecklenburg. Nur ist eben noch nicht ganz klar, wo und wie genau die Grenze verlaufen wird.

Wenn derart unterschiedliche Luftmassen aufeinanderprallen, ergibt sich im Sommerhalbjahr meist großes Unwetterpotential. Schauer und Gewitter sind nach Auskunft des Meteorologen tatsächlich zu erwarten, "aber bestimmt kein Weltuntergang". Was einerseits gut ist, aber andererseits bedeutet, dass die extreme Trockenheit in Berlin und Brandenburg weiterhin nicht gelindert wird – die wiederum eine hohe Waldbrandgefahr zur Folge hat.

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Der Wetterumschwung erreicht Berlin voraussichtlich in der Nacht zu Montag. An dem soll sich bei höchstens 23 Grad wieder durchlüften lassen, bevor es laut Riemann noch einmal heiß wird: Mitte kommender Woche seien nochmals 30 Grad oder sogar etwas mehr zu erwarten.

Aber danach kühle es nachhaltig ab auf Werte zwischen 20 und 25 Grad, wie sie normal sind im Frühsommer. Das Wochenende danach werde ebenfalls durchwachsen, aber wohl nicht wirklich regnerisch: Den Tiefs, die die dringend benötigte Nässe in die Region bringen könnten, gehe wohl wie so oft über Benelux oder spätestens Westdeutschland die Puste aus.

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Aber erst gilt es, das Hitzewochenende zu überstehen. Die Berliner Allzeitrekorde werden voraussichtlich nicht geknackt. Zu überbieten wären 37,6 Grad als höchster je gemessener Juni-Wert vom 30.6.2019 oder der Allzeitrekord von 37,9 Grad vom 4. Juli 2015. Der August-Rekord stammt vom 1.8.1994 und liegt bei 37,7 Grad.

Alle Werte beziehen sich auf die Messstation Dahlem, die seit 1908 Daten liefert. Zwar wurden an anderen Orten der Stadt vereinzelt auch noch höhere Temperaturen gemessen, aber die sind wegen der teils relativ neuen und von dichter Bebauung umgegebenen Standorte nur bedingt mit den Dahlemer Werten zu vergleichen. (mit dpa)

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