Stadtentwicklung in Berlin-Charlottenburg : Schluss mit Langeweile auf dem Steinplatz

Bislang nutzten nur Anwohner und Studenten den Steinplatz in der City West. Das soll sich ändern – mit Veranstaltungen auf der umgebauten Anlage.

Nach dem Freiherr benannt: Der Steinplatz liegt gegenüber dem Hauptgebäude der Universität der Künste (links).
Nach dem Freiherr benannt: Der Steinplatz liegt gegenüber dem Hauptgebäude der Universität der Künste (links).Foto: Cay Dobberke

Rund ein halbes Jahr nach der Umgestaltung des Charlottenburger Steinplatzes gibt es nun Pläne, die Grünanlage an der Hardenbergstraße gegenüber der Universität der Künste (UdK) mit Veranstaltungen zu beleben. Los geht es mit einem „Mobilitätstag“ am 13. April. Am 11. Mai folgt ein „Europafest“ im Vorfeld der Europawahl am 26. Mai.

Mindestens einmal im Monat wollen das Bezirksamt und einige Partner am Wochenende etwas bieten. Beispielsweise sind auch schon Veranstaltungen zum Recycling und der Wegwerfgesellschaft, zum fairen Handel und zum 30. Jubiläum des Berliner Mauerfalls angedacht.

Platz soll zum Kristallisationspunkt der Gegend werden

Der Platz selbst sieht nach dem Umbau weiterhin eher unspektakulär aus, wirkt aber weniger abgeschottet gegenüber der Umgebung, weil die Hecken rundum verkleinert wurden. Andere Neuerungen sind eine Betonfläche mit Tischtennisplatte, Fahrradstellplätzen und zusätzlichen Sitzbänken. Künftig dient dieser Bereich auch als Bühne. Den Namen des deutschen Beamten und Staatsmanns Freiherr vom Stein (1757 bis 1831) trägt die Anlage seit 1885; an ihn erinnert eine Büste.

Bezirksbaustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) sagte am Montag, der Platz solle zum „Kristallisationspunkt der Gegend westlich des Bahnhofs Zoo“ werden. Der Bezirk stoße die Entwicklung an, wolle sie später aber so weit wie möglich den Anrainern aus der Nähe überlassen. Darüber wurde bereits in zwei Workshops beraten.

Daran nahmen unter anderem Vertreter der UdK, der Technischen Universität und der Industrie- und Handelskammer teil. Auch Geschäftsleute, die Fotogalerie C/O Berlin und das Arthouse-Kino Delphi Lux sollen einbezogen werden.

Autofahrer können ihren Pkw im Sommer einen Monat stehen lassen

Beim ersten Mobilitätstag – der nicht der einzige dort bleiben soll – wollen sich von 12 bis 19 Uhr viele Anbieter von Car-Sharing und Elektrofahrzeugen präsentieren. Dazu gehört das Berliner Start-up TIERmobility, das auf einem abgesperrten Teil der Goethestraße zum Test elektrischer Tretroller einlädt – noch bevor diese in Deutschland offiziell im Straßenverkehr zugelassen sind.

Zwei Firmen stellen Lastenfahrräder vor, ein Unternehmen bietet Rundfahrten in einem elektrifizierten alten Stadtrundfahrtenbus an. Autofahrer aus Charlottenburg-Wilmersdorf können sich für eine Aktion im Sommer anmelden, bei der sie ihren Pkw einen Monat lang stehen lassen und dafür Gutscheine von Mobilitätsdienstleistern erhalten.

Beim Europafest soll es ein größeres Bühnenprogramm geben

Die Veranstaltungen werden von zwei Agenturen im Bezirksauftrag organisiert. Eine davon ist „OM Partyevents“, die früher in der Clubszene tätig war. Doch Geschäftsführer Olaf Möller betonte, der Steinplatz werde „kein Partyort“. Man wolle ja nicht die Anwohner durch Lärm verärgern.

Beim Mobilitätstag soll es nur wenig Musik geben, beim Europafest im Mai dagegen ein größeres Bühnenprogramm. Verhandelt wird noch darüber, ob die UdK den Platz im Rahmen ihres Sommerfestes im Juli mit Konzerten bespielt.

Mehr Informationen unter www.steinplatz.berlin

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