Tag der offenen Tür der Bundesregierung : Mit Merkel flanieren

Mit der großen Politik auf Tuchfühlung – die Bundesregierung lädt zum Tag der offenen Tür. Hier das Programm im Überblick.

Anima Müller
Etwa 600 Veranstaltungen finden im Kanzleramt, Bundespresseamt und den vierzehn Ministerien statt.
Etwa 600 Veranstaltungen finden im Kanzleramt, Bundespresseamt und den vierzehn Ministerien statt.Foto: picture alliance/dpa

Mit Angela Merkel durch den Kanzleramtsgarten flanieren? Einmal im Jahr geht das auch ohne Mitarbeiterpass und persönliche Einladung. Am Sonnabend und Sonntag ist es wieder so weit, zum 21. Mal öffnet die Bundesregierung ihre Türen für Bürgerinnen und Bürger. Etwa 600 Veranstaltungen finden im Kanzleramt, Bundespresseamt und den vierzehn Ministerien statt. Das Motto „Hallo, Politik!“ aus dem vergangenen Jahr traf wohl den Kern – und ist auch in diesem Jahr titelgebend.

Aber nicht nur das Motto wiederholt sich. 2019 ist ein Jahr voller Jubiläen, die die Bundesregierung feiert: 30 Jahre Mauerfall, 70 Jahre Grundgesetz, 100 Jahre Weimarer Reichsverfassung. Zum Tag der offenen Tür können Besucherinnen und Besucher eine besonders gestaltete Jubiläumsausgabe des Grundgesetzes mitnehmen.

Es soll nicht nur zurückgeblickt werden, sondern auch nach vorne. Neu ist in diesem Jahr zum Beispiel die App, die Besucher herunterladen können, um ihren Ministeriumsbesuch zu planen. Vielleicht, um Außenminister Heiko Maas am Sonntag um 14 Uhr im Bürgerforum des Auswärtigen Amts zu treffen.

[Tag der offenen Tür der Bundesregierung, 17. und 18. August, im Bundeskanzleramt, Bundespresseamt und den Ministerien. Es gibt einen kostenlosen Busshuttle zwischen den Häusern. Weitere Infos: www.bundesregierung.de]

Oder um ins Presseamt zu finden, dort spricht am Samstag um 15 Uhr Familienministerin Franziska Giffey, die in der DDR aufwuchs, über ihr Erfahrungen in Ost- und Westdeutschland. Am Sonntag um 14.30 Uhr teilt sich Umweltministerin Svenja Schulze eine Bühne mit Klimaexperten und „Fridays for Future“-Aktivistin Franziska Wessel, um über Strategien in der Klimapolitik zu diskutieren.

Eine Raumfahrtshow und der größte Darm Europas

Wissenschaftlich wird es im Wirtschaftsministerium mit einer Raumfahrtshow des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Dort geht es auch um soziale Medien: Am Sonntag gibt ein Influencer Tipps zu Energieeffizienz. Schon am Samstag diskutieren die stellvertretenden Regierungssprecherinnen Ulrike Demmer und Martina Fietz im Presseamt über Facebook.

Im Gesundheitsministerium kann man den größten Darm Europas durchschreiten. Das Modell der Felix Burda Stiftung ist ein aufblasbarer rosa Schlauch, mit dem über Darmkrebsvorsorge informiert wird. Gesundheitsminister Jens Spahn diskutiert am Sonntag mit Expertinnen und Experten über Früherkennung der Krankheit.

Wie nah Interessierte den Politikerinnen und Politikern aber wirklich kommen, hängt vermutlich davon ab, wie viel Zeit sie mitbringen. Im vergangenen Jahr zählte die Bundesregierung 137.000 Besucherinnen und Besucher. Die Schlangen sind berüchtigt, vor allem vor dem Rundgang mit Merkel am Sonntagnachmittag.

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