Jahresquote des RBB : Die schwarze Sechs

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg hat 2019 seinen Marktanteil leicht verbessert. Die Reform des Programms wirkt sich jedoch nur langsam auf die Quote aus.

Patricia Schlesinger ist seit 2016 Intendantin des RBB. Die von ihr angestoßene Programmreform wirkt sich nur langsam auf die Quote aus.
Patricia Schlesinger ist seit 2016 Intendantin des RBB. Die von ihr angestoßene Programmreform wirkt sich nur langsam auf die...Foto: Monika Skolimowska/dpa

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) dürfte es 2019 knapp geschafft haben, nicht auf dem undankbaren letzten Platz in der Quotenstatistik der Dritten Programme zu landen. Bis zur letzten Minute wurde gerechnet, um möglichst alle positiven Impulse wie von der Übertragung des „Silvesterfeuerwerk am Brandenburger Tor“ mitzunehmen. Nun steht fest: Das RBB-Fernsehen liegt mit einem Marktanteil von 6,0 Prozent zwar im unteren Bereich der Quotenstatistik, aber wohl nicht hinter dem Hessischen Rundfunk. Anders gesagt: Der RBB wird die rote Laterne – falls überhaupt – nicht allein halten müssen. Noch fehlen jedoch die offiziellen Zahlen aus Hessen.

Würde man die Zuschauerzahlen aller Dritten Programme zusammenzählen, dann wären die Dritten 2019 die Ersten gewesen: Sie erreichten 13,3 Prozent. Ein Plus von 0,7 Prozentpunkten. Marktführer blieb trotz leichtem Minus das ZDF mit 13,1 Prozent, die ARD kam auf 11,3 Prozent.

Gegenüber dem Vorjahr hat der RBB etwas an Zuspruch gewonnen. 2018 hatte der Marktanteil noch bei 5,9 Prozent gelegen, so viel wie auch 2017. Erfolgreich war der Sender erneut mit seinen Nachrichtenmagazinen. In Berlin erreichte die „Abendschau“ mit einem Jahresmarktanteil von 25,5 Prozent den besten Wert seit 2015. In der Spitze kam die „Abendschau“ am 11. Juni auf 32,8 Prozent, was 362 000 Zuschauern entsprach. Den höchsten Marktanteil schaffte „Brandenburg aktuell“ gleich am 2. Januar 2019 mit 30,6 Prozent oder 281 000 Zuschauern. Der Jahresmarktanteil kletterte auf 22,8 Prozent.

„Für mich sind im Rückblick drei Aspekte entscheidend: Wir haben mit der Ausgabe von RBB24 um 16 Uhr einen früheren Einstiegspunkt in unser Fernsehprogramm etabliert, das Tagesprogramm davor birgt noch Baustellen. Die Nachrichtensendungen für unsere beiden Länder sind stärker geworden, hier honoriert das Publikum offensichtlich unsere journalistische Kompetenz bei ,Abendschau‘ und ,Brandenburg Aktuell‘. Zum dritten ist der große Erfolg von ,Chez Krömer‘ bei den Streamingangeboten eine Ermutigung für unser Vorhaben, neben der linearen auch die nicht-lineare Welt mit Bewegtbild zu bedienen“, bewertete RBB-Programmchef Jan Schulte-Kellinghaus die Zahlen.

Ziele noch nicht ganz erreicht

Die selbst gesteckten Ziele hat der RBB trotz dieser Detailverbesserungen jedoch nicht ganz erreicht. Patricia Schlesinger, seit 2016 Intendantin des Senders, hatte bereits kurz nach ihrem Amtsantritt zusammen mit Schulte-Kellinghaus begonnen, das Programm des Senders – beginnend mit dem RBB-Fernsehen – großflächig umzubauen. Dabei zündeten längst nicht alle Neuerungen, so blieb die „Abendshow“ unter den Erwartungen. Seit Oktober versucht nun Ingmar Stadelmann, die Sendung mehr Richtung „Late Night“ zu trimmen. „Ich bin mir sicher, die Show wird ihr Publikum finden“, hofft Schulte-Kellinghaus.

Die ebenfalls im Zuge der Programmreform gestartete Verbrauchersendung „Super.Markt“ lag mit einem gesteigerten Marktanteil von 8,2 Prozent hingegen überm Senderschnitt. Solche Entwicklungen lassen die Zweiländeranstalt darum auch hoffen, den Gesamtmarktanteil doch noch auf die von Patricia Schlesinger als Zwischenziel ausgegebene Höhe von 6,1 Prozent zu bringen.

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Solche Quoten wie mit der RBB-Spezialsendung „Unwetter und kein Ende“ am 12. Juni mit 467 000 Zuschauern und einem Marktanteil von 21,9 Prozent müssen es dabei nicht einmal sein. Mitunter sind es weitaus kleinere Zahlen, über die sich der Sender freut: „RBB Kultur“ steigerte seine Quote von 6,0 auf 6,8 Prozent, und lag damit im Vergleich mit den Kultursendungen der anderen Dritten auf dem zweiten Platz hinter „Artour“ des MDR. Kurt Sagatz