Bei einem Anschlag auf eine Polizeiwache in Nordirland ist am Mittwoch ein Beamter verletzt worden. Der Polizist habe gerade die Station in Castlewellan südlich von Belfast betreten, als Unbekannte zwei Sprengsätze zündeten, teilte die Polizei mit.
Nordirland
Der nordirische Regierungschef David Trimble hat sich am Samstag gegen innerparteiliche Kritiker durchgesetzt und eine Vertrauensabstimmung der Ulster-Unionisten gewonnen. Der Friedensnobelpreisträger setzte sich mit 445 gegen 374 Stimmen gegen seinen Herausforderer Jeffrey Donaldson durch, der die größte protestantische Partei aus der Allparteienregierung zurückziehen wollte.
Der Nahe Osten ist ein besonders extremes, aber keineswegs seltenes Beispiel für eine totale Verknotung aller möglichen Konflikte in einen. Als ob es nicht ausreichte, dass gewaltsame politische Konflikte ihre gewöhnlichen Ursachen haben: territoriale Streitigkeiten, wirtschaftliche Interessen, Ölquellen, Wasserquellen .
Die Nobelpreiswochen haben begonnen. Und es hat sich etwas verändert, im Gegensatz zu, sagen wir mal, 1993.
Nordirlands Regierungschef David Trimble hat eine empfindliche politische Ohrfeige erhalten: In der Nacht zum Freitag verlor seine "Ulster Unionist Party" (UUP) den Unterhaussitz im Wahlkreis Süd-Antrim, wo man einst spottete, die Stimmzettel für den UUP-Kandidaten würden gewogen statt gezählt, derart erdrückend war seine Übermacht. Die Mehrheit der protestantischen Wählerschaft hat sich damit gegen den politischen Neubeginn in Nordirland gewandt, Trimbles Stellung an der Spitze seiner Partei erscheint einmal mehr gefährdet.
In dem James-Bond-Film "Die Welt ist nicht genug" fliegt das Hauptquartier des britischen Geheimdienstes MI 6 in die Luft. Die Wirklichkeit erinnerte in der Nacht vom Donnerstag glücklicherweise nur an einen Abklatsch der Fiktion: Das Gebäude in London wurde von einem Sprengkörper getroffen.
Es klingt wie Science Fiction, und dennoch ist die Bedrohung ganz real: Die Erde läuft Gefahr, von Asteroiden und Meteoriten getroffen zu werden. Zur Prüfung der Risiken hatte die britische Regierung eine Kommission eingesetzt, die am Montag ihren Bericht vorlegte.
Trotz verstärkter Präsenz der britischen Armee und der nordirischen Polizei gehen die Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden protestantischen Gruppen in Nordirland weiter. In der Nacht zum Donnerstag wurde ein 21-jähriger Mann in seinem Privathaus in Belfast vor den Augen seiner Partnerin und seiner einjährigen Tochter erschossen.
Britische Truppen und bewaffnete Polizeibeamte überfluteten die Shankill Road im Westteil von Belfast nachdem der angebliche Drahtzieher und Rädelsführer der jüngsten Unruhen, Johnny Adair, Dienstagabend handstreichartig verhaftet worden war. Der britische Nordirlandminister Peter Mandelson hatte Adairs bedingte Haftentlassung rückgängig gemacht, weil der ehemalige Kommandeur des protestantischen Untergrundkommandos "Ulster Freedom Fighters" (UFF) die mit der Entlassung verknüpften Bedingungen gebrochen habe.
Bombenleger aller Länder haben Hochkonjunktur: Russische, korsische und baskische Mörder huldigen wieder dem Faustrecht. Dabei standen die Zeichen kürzlich noch vielerorts auf Versöhnung.
Der Konflikt zwischen verfehdeten protestantischen Untergrundorganisationen in Nordirland hat zwei Todesopfer gefordert: Am Montagmittag wurde ein Mann vor einem Buchmachergeschäft in der Belfaster Crumlin Road erschossen, ein zweiter Mann wurde mit schweren Bauchverletzungen ins Krankenhaus gebracht und erlag wenig später seinen Verletzungen. Unmittelbar nach dem Attentat erschien der Chef der Belfaster Sektion der "Ulster Freedom Fighter" (UFF), Johnny Adair, in Begleitung eines politischen Repräsentanten seiner Organisation am Tatort.
Die IRA galt europäischen Separatisten vier Jahrzehnte lang als Modell für den Kampf um die Loslösung von einem Nationalstaat. In dem Terror, den die irisch-katholische Untergrundorganisation und ihre Gegenspieler von der protestantisch-britischtreuen Seite entfachen, starben fast 4000 Menschen und an die 40 000 wurden dabei verletzt.
Ernst-Otto Czempiel (73) war langjähriger Direktor der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung in Frankfurt.Was erleben wir in Spanien oder Moskau?
Rückkehr einer Landplage. In Moskau und Madrid explodieren Bomben.
Eine umfangreiche Waffenlieferung für Splittergruppen der Irisch-Republikanischen Armee (IRA) ist im kroatischen Hafen Split abgefangen worden. Die irische Tageszeitung "Irish Times" meldete am Freitag, irische Polizeibeamte seien nach Split geflogen und hätten dort festgestellt, dass es sich um die Waffentypen handelt, die in den letzten zwölf Monaten von der so genannten "Real IRA" in Nordirland und London bei Anschlägen verwendet wurden.
Freispruch für Mika Häkkinen, drastische Strafe für McLaren-Mercedes: Nach einer Rekord-Wartezeit hat Weltmeister Häkkinen die drohende Disqualifikation abgewendet und seinen Sieg beim Großen Preis von Österreich über den Formel-1-TÜV gebracht. Der Automobil-Weltverband Fia bestätigte nach neuntägiger Hängepartie wegen der "Prüfplaketten-Affäre" von Zeltweg das Rennergebnis und damit den Erfolg des finnischen Silberpfeil-Piloten auch am grünen Tisch.
Kilometer von Stacheldraht sind wieder eingerollt, Betonwürfel wurden auf Militärlastern weggekarrt: Zum Morgengrauen begann die britische Armee am Freitag mit dem Abbau ihrer Befestigungsanlagen in der nordirischen Stadt Portadown. Wassergräben wurden zugeschüttet, Stahlschranken entfernt.
Bei Krawallen am Rande des großen Paradentags des protestantischen Oranier-Ordens sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Während eines traditionellen Freudenfeuers in der Nacht zum Mittwoch wurde ein 22-jähriger Mann erschossen.
In der nordirischen Stadt Portadown kam es auch am Dienstag wieder zu Straßenschlachten zwischen der Polizei und Anhängern des radikalen protestantischen Oranier-Ordens. Die Demonstranten atackierten katholische Kirchen, warfen mit Steinen und holten Brandbomben hervor, die Polizei setzte Wasserwerfer ein.
Geschäfte und Büros in Belfast schlossen schon am Nachmittag, die Innenstadt von Portadown war menschenleer, als der protestantische Oranier-Orden mit Straßensperren versuchte, den Verkehr zu ersticken. Der Orden hatte seine Mitglieder in ganz Nordirland aufgefordert, von 16 bis 20 Uhr "friedlich" gegen das Paradenverbot in Portadown zu protestieren.
Nach einer Woche gewaltsamer Proteste in ganz Nordirland sowie zahlreichen gescheiterten Vermittlungsversuchen führten die Mitglieder des protestantischen Oranier-Ordens am Sonntag ihre alljährliche Parade in Portadown durch. Offiziell gedachten sie dabei der Gefallenen des Ersten Weltkrieges.
Den Tränen nahe bekannte Tony Blair vor britischen Pastoren, wie tief ihn die Verfehlung seines Sohnes Euan getroffen hat. Der 16-Jährige hatte mit Schulfreunden seine Mittlere Reife gefeiert und wurde total betrunken und hilflos von der Polizei auf dem Pflaster des Leicester Square im Herzen Londons aufgefunden.
Nach der jüngsten Gewaltwelle in Nordirland hat sich der extremistische Oranier-Orden nun zu Gesprächen über die Route eines umstrittenen Traditionsmarsches bereit erklärt. Auch in der Nacht zum Freitag war es in Belfast vereinzelt zu Zwischenfällen gekommen.
Der kleine Belfaster Junge war auf dem Heimweg von einem Strandausflug, veranstaltet von einer wohltätigen Organisation. Was hätte er denn sonst gemacht an diesem Nachmittag, wurde er gefragt.
Die britische Armee hat am Mittwochmorgen stählerne Barrikaden auf der verbotenen Marschroute des Oranier-Ordens in der nordirischen Stadt Portadown installiert. Weitere Befestigungs- und Schanzarbeiten sollen im Vorfeld der Parade am Sonntag folgen.
Sie haben nichts gelernt und nichts vergessen, sagte man von den Bourbonen, als sie nach Napoleons Sturz wieder auf den Thron kletterten. Ähnlich sind auch die protestantischen Oranier-Orden in Nordirland.
Im Gepäck von Mehmet Scholl findet sich neben Duftwässerchen, Laptop und sonstigen Dingen des Fußballerbedarfs etwas ganz Spezielles. "Spionagechef im geheimen Krieg" heißt das Buch, geschrieben von Markus Wolf.
Sein Führungsstil ist ungewöhnlich - aber erfolgreich. Kein anderer Chef der protestantischen Bevölkerungsmehrheit Nordirlands hat seine Anhängerschaft je so weit gebracht wie David Trimble.
Die wichtigsten Ereignisse seit der Unterzeichnung des nordirischen Friedensabkommens vom Karfreitag 199810. April 1998: Die nordirischen Konfliktparteien einigen sich auf ein Friedensabkommen, das Ende Mai bei zwei Referenden in Nordirland und der Republik Irland angenommen wird.
Die innerparteilichen Gegner des nun wieder eingesetzten Chefministers Trimble rüsten schon zur nächsten Schlacht. Von der erhoffen sie sich endlich die Vernichtung des Karfreitagsabkommens (siehe Chronologie rechts).
Manchmal wirkt Europa erschreckend rückständig: Wenn in Nordirland beispielsweise ein Katholik ermordet wird, nur weil er Katholik ist oder wenn auf dem Balkan orthodoxe Serben, katholische Kroaten und moslemische Bosniaken manchen politischen Widersinn mit religiösen Differenzen erklären wollen. Was dergestalt in unserer Gegenwart sichtbar wird, sind Spuren der historischen Verknüpfung von Religion und Nationalität.
Am heutigen Samstag entscheidet die größte Protestantenpartei Nordirlands über das Schicksal des Friedensprozesses. Eine Woche später als vereinbart treffen sich rund 850 Delegierte der "Ulster Unionist Party" (UUP) in Belfast zum kleinen Parteitag, um die erneute Bildung einer nordirischen Koalitionsregierung gutzuheißen oder abzulehnen.
Politik: Die protestantische Bevölkerung befürwortet eine Regierung mit der IRA - ihre Partei zögert
Als die Irisch-Republikanische Armee (IRA) vor einer Woche anbot, ihre geheimen Waffenlager von unabhängigen Gewährsleuten inspizieren zu lassen, schien der Durchbruch in Nordirland gesichert, die Entwaffnungsfrage endlich gelöst. Die britische Regierung traf bereits Vorbereitungen für die Rückkehr zur Selbstverwaltung Nordirlands am 22.
Diesmal kam der Durchbruch auf leisen Sohlen. Unerwartet und unzweideutig hat sich die größte Terrororganisation Europas auf friedliche Methoden verpflichtet.
Der britische und der irische Regierungschef, Tony Blair und Bertie Ahern, wurden am Donnerstagabend wieder einmal in Nordirland erwartet. Sie wollen an diesem Freitag mit den einheimischen Spitzenpolitikern verhandeln.
Die Bemühungen um eine Beilegung der Nordirland-Krise sollen noch in dieser Woche fortgesetzt werden. Nach einer Eröffnungsrunde am Dienstag in London teilte die britische Regierung mit, die Gespräche seien "gut" verlaufen.
Der britische Premierminister Tony Blair traf am Dienstag zum ersten Mal seit neun Monaten persönlich in Nordirland ein, um den gelähmten Friedensprozess zu neuem Leben zu erwecken. Im Schloss Hillsborough konferierte Blair mit Nordirlands Parteichefs, anschließend wollte er sich in Dublin mit der irischen Regierung absprechen.
Sinn-Fein-Präsident Gerry Adams hat am Wochenende gewarnt, Nordirland könnte "in den Konflikt zurückgleiten", wenn der britische Premierminister seinem Nordirlandminister nicht umgehend befehle, die eingefrorene Provinzregierung wieder einzusetzen. Anlässlich des Jahresparteitages seiner Partei in Dublin beteuerte Adams, er wolle weiter nach einem Ausweg aus dem politischen Patt suchen, bevor der Friedensprozess unrettbar verloren sei.
"Bloody Sunday" - am 30. Januar 1972 erschoss die britische Armee im nordirischen Derry 14 katholische Demonstranten.
Der britische Nordirlandminister Peter Mandelson hat am Sonntag verärgert auf die Einigelung der größten nordirischen Protestantenpartei reagiert. Die Partei hatte am Samstag beschlossen, eine neue Vorbedingung für ihren erneuten Eintritt in eine Koalitionsregierung zu stellen: Der Name der nordirischen Polizei, "Royal Ulster Constabulary", müsse vorher gerettet werden.