
© dpa/Ariana Cubillos
Sie will ihr Land gegen die USA verteidigen: Venezuelas Vizepräsidentin übernimmt Regierung
UN-Sicherheitsrat berät am Montag über US-Angriff auf Venezuela + US-General beschreibt Einzelheiten der Operation + Auswärtiges Amt warnt vor Reisen nach Venezuela + Der Newsblog.
Stand:
In der Nacht hat das US-Militär zahlreiche Angriffe auf Venezuela durchgeführt. Staatschef Nicolás Maduro wurde laut US-Präsident Donald Trump verhaftet und außer Landes geschafft.
Hier lesen Sie alle aktuellen Entwicklungen im Liveblog.
Brasilien verurteilt US-Angriff
UN-Sicherheitsrat berät am Montag über US-Angriff auf Venezuela
Der UN-Sicherheitsrat berät am Montag über den US-Angriff auf Venezuela. Dies teilte die somalische Präsidentschaft am Samstag in New York mit. Laut Diplomatenkreisen findet die Dringlichkeitssitzung um 10 Uhr Ortszeit (16 Uhr MEZ) auf Antrag Venezuelas statt. (AFP)US-Airlines streichen Flüge nach Militäraktion in Venezuela
Große US-Fluggesellschaften annullieren nach dem Militäreinsatz in Venezuela Hunderte Flüge. Betroffen sind unter anderem American Airlines, Delta, Spirit Airlines und JetBlue Airways. Die US-Luftfahrtbehörde FAA sperrt den Luftraum über der Karibik und verweist auf Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit dem Militäreinsatz, der andauere. US-Verkehrsminister Sean Duffy teilt auf der Plattform X mit, die Beschränkungen würden aufgehoben, „wenn es angemessen ist“. (Reuters)Netanjahu gratuliert Trump zur Gefangennahme Maduros
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat US-Präsident Donald Trump für den US-Angriff in Venezuela und die Gefangennahme von Präsident Nicolás Maduro gelobt. „Herzlichen Glückwunsch, Präsident Donald Trump, für Ihre mutige und historische Führungsrolle im Namen von Freiheit und Gerechtigkeit“, schrieb Netanjahu auf der Plattform X.
Selenskyj: USA wissen, was mit Diktatoren zu tun ist
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den US-Angriff auf Venezuela und die Festnahme des gestürzten Staatschefs Nicolás Maduro als wegweisend gelobt, wie mit „Diktatoren“ umzugehen ist. „Wenn man mit Diktatoren so umgehen kann, dann wissen die Vereinigten Staaten von Amerika, was sie als Nächstes tun müssen“, sagte Selenskyj ukrainischen Medien zufolge in Kiew vor Journalisten.Demnach ließ der Kontext der Äußerung darauf schließen, dass Selenskyj Kremlchef Wladimir Putin im Blick hatte, ohne ihn namentlich zu erwähnen. Auf einer Pressekonferenz mit US-Präsident Donald Trump in Florida meinte zuvor Außenminister Marco Rubio, dass die Operation gegen Maduro eine Warnung auch für andere in der Welt sei, dass Amerika ernstzunehmen sei. (dpa)
US-Demokraten werfen Trump vor, sie belogen zu haben
Führende US-Demokraten werfen der Regierung von Präsident Donald Trump vor, sie über die Pläne für den Militäreinsatz in Venezuela belogen zu haben. In Gesprächen mit Kongressabgeordneten habe Trumps Regierung wiederholt bestritten, einen Regimewechsel in Venezuela anzustreben, erklärt die Senatorin Jeanne Shaheen, die führende Demokratin im Auswärtigen Ausschuss des Senats. Die Regierung habe das Volk und seine gewählten Vertreter in die Irre geführt.
Vizepräsidentin Rodríguez: Maduro ist Venezuelas „einziger Präsident“
Venezuelas Vizepräsidentin Delcy Rodríguez hat dem durch das US-Militär entmachteten Staatschef Nicolás Maduro den Rücken gestärkt. Maduro sei „der einzige Präsident Venezuelas“, sagte Rodríguez am Samstag bei einer live im venezolanischen Fernsehen übertragenen Ansprache. Sie forderte die „sofortige Freilassung“ Maduros und seiner Frau Cilia Flores.Weiter sagte Rodríguez: „Wir sind bereit, Venezuela zu verteidigen; wir sind bereit, unsere natürlichen Ressourcen zu verteidigen.“ (dpa)
Experten: Angriff auf Venezuela völkerrechtswidrig
Mit dem Angriff auf Venezuela haben die USA nach Darstellung des Juristen Kai Ambos gegen das Völkerrecht verstoßen. Vom WDR zu dem Vorgehen befragt, sagte Ambos: „Es ist völkerrechtswidrig, weil es eigentlich nur zwei Rechtfertigungsgründe für Anwendung militärischer Gewalt gibt.“Nach Worten des Professors der Uni Göttingen sind dies entweder Selbstverteidigung oder ein Mandat der Vereinten Nationen. Venezuela habe aber die USA nicht angegriffen, auch durch Drogenschmuggel sei dies nicht der Fall. Eine Autorisierung durch den UN-Sicherheitsrat gebe es ebenfalls nicht. „Also es gibt keinen erdenklichen Grund, aus völkerrechtlicher Sicht diese Gewaltanwendung zu rechtfertigen.“
Ähnlich äußerte sich die Professorin der Notre Dame Law School im US-Bundesstaat Indiana, Mary Ellen O'Connell. Sie sprach von Kidnapping. „Die Charta der Vereinten Nationen macht sehr deutlich, dass es nur sehr wenige Fälle gibt, in denen ein Land das Recht hat, militärische Gewalt auf dem Territorium eines anderen Landes anzuwenden“, sagte O'Connell dem Sender NBC. „Und es hat niemals das Recht, dies zu tun, um eine Person vor seine Gerichte zu stellen.“ (dpa)
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