Von Christoph Link, Nairobi Während in Kanada die führenden Wirtschaftsmächte beraten, treffen sich in einem Dorf in Mali 200 Vertreter von afrikanischen Verbänden zu einem „Gipfel der Armen". In Siby, 52 Kilometer von Malis Hauptstadt Bamako entfernt, soll nach Angaben von Teilnehmern eine „Front der Verweigerung“ gegen die „Neue Partnerschaft zur Entwicklung Afrikas“ (Nepad) errichtet werden.
G8
Lange hatte Moskau auf Entschädi- gung für seine Bodenverluste durch die Unterstützung der Anti-Terror-Kampagne gewartet. Immerhin ist Russland nicht nur beim Friedensprozess in Afghanistan in eine Statistenrolle gedrängt worden, sondern verlor auch in den zentralasiatischen Ex-Sowjetrepubliken im übertragenen wie im Wortsinne die Lufthoheit.
Von Christoph von Marschall Weiß noch jemand, was die letzten G-8-Gipfel gebracht haben? Randale zwischen militanten Globalisierungsgegnern und einer mitunter brutalen Polizei – in Genua sogar einen Toten.
Von Peter Dinkloh und Hans Monath Der Tagungsort des G-8-Gipfels ist so abgelegen, dass er auf den meisten Landkarten gar nicht auftaucht. Der dichte Wald und die zerklüfteten Berge im Südwesten Kanadas sollen Demonstranten von dem Konferenzort Kananaskis fern halten, um Straßenschlachten zu verhindern.
Von Sebastian Drews Neun Jahre Gefängnis und Folter musste der syrische Journalist Nizar Nayyuf ertragen. Im vergangenen Jahr wurde er freigelassen, er lebt jetzt im Exil.
Ein Bild geht um die Welt. In der Via Caffa in Genua liegt ein junger Mann auf dem Pflaster in seinem Blut.
Manche dachten wohl an ein Attentat, als am dritten Abend plötzlich hohe Flammen aus dem Kopienlager des Turiner Filmfestivals schossen. Doch vermutlich war nur ein Kurzschluss die Ursache.
Bodo Hombach (49) koordiniert seit 1999 den EU-Stabilitätspakt für Südosteuropa. Es geht um Demokratie, wirtschaftliche Reformen, regionale Zusammenarbeit, Abrüstung und Vertrauensbildung.
Eine andere Regierung für Afghanistan: Dies hat der amerikanische Präsident George W. Bush mehrfach als Kriegsziel der USA benannt.
Die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) haben ihre Herbsttagung in Washington abgesagt. Die beiden Organisationen hatten die 186 Mitgliedsstaaten zu dem traditionellen Treffen für den 29.
Über die Auswirkungen der Terrorakte in den USA auf die Weltkonjunktur herrscht unter Politikern und Wirtschaftsexperten noch Unsicherheit. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bundesregierung traten am Mittwoch Befürchtungen entgegen, dass in vielen Ländern nun eine Rezession drohe und warnten vor Panikreaktionen.
Noch im September wollen sich Vertreter europäischer Anwaltsorganisationen zusammensetzen, um ein internationales Tribunal gegen die Polizeiübergriffe bei und nach dem G-8-Gipfel in Genua Ende Juli auf den Weg zu bringen. Dies kündigte der Berliner Rechtsanwalt Volker Ratzmann am Mittwoch an.
Nach den gewalttätigen Protesten beim EU-Gipfel in Göteborg und dem G8-Treffen im italienischen Genua setzt Südafrika alles daran, ähnliche Aussschreitungen bei der heute beginnenden UN-Anti-Rassismuskonferenz im eigenen Land zu vermeiden. Eigene UN-Sicherheitskräfte, aber auch rund 3000 südafrikanische Polizisten und Soldaten sind in der Hafenstadt Durban und ihrer Umgebung stationiert worden.
Der November des vergangenen Jahres stand ganz im Zeichen des "Aufstands der Anständigen". Unter diesem Eindruck erklärten die Innenminister nach der Innenministerkonferenz am 24.
Die Parteien entdecken die Globalisierung. Sie sind auch lautstark auf das Thema aufmerksam gemacht worden - beim Weltwirtschaftsgipfel in Seattle, beim EU-Gipfel in Göteborg und zuletzt beim G-8-Gipfel in Genua.
Friedhelm Hengsbach (64) gilt als führender Vertreter der Christlichen Soziallehre. Nach dem Abitur trat er dem Jesuitenorden bei und studierte in München, Frankfurt und Bochum Philosophie, Theologie und Wirtschaftswissenschaften.
Nach den Krawallen von Göteborg und Genua ist der Schutz internationaler Gipfel in der Diskussion. Alle Strategien haben versagt.
Aus Protest gegen das Vorgehen gegen Demonstranten beim G 8-Gipfel in Genua haben Globalisierungskritiker am Montag vorübergehend das Gelsenkirchener Wahlkreisbüro des Außenamts-Staatsministers Ludger Volmer (Grüne) besetzt. Wie das Büro Volmers bestätigte, forderten die Besetzer eine "politische Verurteilung der Menschenrechtsverletzungen und Grundrechtseinschränkungen" durch die italienische Polizei und Justiz.
Vier Wochen nach den Krawallen beim G-8-Gipfel in Genua hat die italienische Justiz einen Deutschen und fünf weitere Mitglieder einer österreichischen Theatergruppe aus der Haft entlassen. Das Berliner Außenministerium teilte am Freitag mit, es handele es sich um einen 27-Jährigen aus Nordrhein-Westfalen.
Mehr als drei Wochen nach ihrer Verhaftung beim G 8-Gipfel in Genua sind die meisten Mitglieder der österreichischen "VolxTheaterKarawane" freigelassen worden. 19 Angehörige des Straßentheaters wurden in der Nacht zum Mittwoch aus Italien abgeschoben und den österreichischen Behörden übergeben, darunter zwei Deutsche.
Jagdish Bhagwati (67) ist einer der renommiertesten Handelstheoretiker. Seit 1980 lehrt der Ökonom an der Columbia University in New York.
Am Anfang hatte Fidel Castro das Zeug dazu, ein Held der westlichen Welt zu werden. Als er 1959 mit seiner Guerilla-Armee Havanna eroberte und das korrupte Batista-Regime vertrieb, repräsentierten er und sein messianischer Mitkämpfer Che Guevara den Aufbruch einer jungen Nachkriegsgeneration, die aus der Versteinerung der Kalten -Kriegs-Ordnung ausbrechen und mit der Verheißung von Demokratie, Freiheit und Menschenrecht ernst machen wollte.
Der Polizeieinsatz in Genua beim G-8-Gipfel hat in Österreich ein heftiges politisches Nachspiel. Außenministerin Benita Ferrero-Waldner hat sich mit Innenminister Ernst Strasser (beide ÖVP) überworfen.
Zwei Wochen nach den blutigen Zusammenstößen in Genua hat Italiens Innenminister Claudio Scajola drei Polizeichefs abgesetzt. Sie seien verantwortlich dafür, dass es beim Einsatz gegen Globalisierungsgegner am Rande des G-8-Gipfels zu schweren Fehlern und grundloser Gewalt kam.
Zehn Tage nach den Übergriffen der italienischen Polizei gegen Globalisierungsgegner beim G-8-Gipfel in Genua hat der italienische Innenminister Claudio Scajola ein Misstrauensvotum im italienischen Senat überstanden. Bei der vorausgehenden Debatte warf ihm Massimo Villone von den Linksdemokraten vor, für die Übergriffe der Polizei verantwortlich zu sein.
Die italienische Regierung hat drei hohe Beamte des Innenministeriums damit beauftragt, das von ihr prinzipiell gut geheißene Vorgehen der Polizei gegen die Globalisierungsgegner auf mögliche Verfehlungen hin zu überprüfen. Nach Erkenntnissen dieser Sachverständigen habe es "Fehler und grundlose Gewalt" gegeben, berichteten italienische Zeitungen am Dienstag.
Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat den Polizeieinsatz beim G-8-Gipfel in Genua gegen Kritik aus dem In- und Ausland verteidigt. "Ich stehe wie die übergroße Mehrheit der Italiener auf der Seite der Einsatzkräfte, die mit Mut und trotz Gefahren für die eigene Unversehrtheit das Gesetz, den Staat und alle Bürger verteidigt haben", sagte Berlusconi der Zeitung "La Repubblica".
Justizsenator Wolfgang Wieland (Grüne) fordert eine internationale Ahndung der Vorfälle beim G-8-Gipfel in Genua. Die Exzesse staatlicher Gewalt dürften nicht ohne Konsequenzen bleiben, sagte der Senator bei einem Treffen mit drei in Genua verletzten Globalisierungsgegnern.
Die Kritik am Vorgehen der italienischen Polizei gegen die Demonstranten in Genua hat sich am Sonnabend verschärft. Mehrere Politiker forderten die zügige Aufklärung der Vorfälle.
Berlin: G-8-Gipfel: Ströbele: "Die im Krankenhaus liegen, sollen spüren, dass sie nicht allein sind"
Begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot haben gestern Nachmittag knapp 1000 Demonstranten aus der links-alternativen Szene gegen das Vorgehen der italienischen Polizei beim G-8-Gipfel in Genua protestiert. Die Demonstranten forderten die Freilassung der noch inhaftierten Globalisierungsgegner, die Einsetzung einer internationalen Untersuchungskommission und den Rücktritt der Verantwortlichen.
Am Freitagmorgen ist die "Junge Welt"-Mitarbeiterin Kirsten Wagenschein aus Genua nach Berlin zurückgekehrt. Wagenschein war während des G 8-Gipfels bei Recherchen in eine Polizei-Razzia geraten.
Jan Larsson, Sprecher der schwedischen Regierung, macht sich keine Illusionen. Der Versuch der schwedischen EU-Präsidentschaft, im vergangenen Juni in Göteborg die Teilnahme der Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) an Gipfeln zu organisieren, gescheitert.
Zwei Meldungen aus den jüngsten Tagen. In Reaktion auf die westliche Kritik an Menschenrechtsverletzungen in der Türkei möchte das türkische Parlament die Umstände des Todes eines Demonstranten beim G-8-Gipfel von Genua untersuchen.
Die gewalttätige Razzia in der Genueser Diaz-Schule in der Nacht zum Sonntag soll nach Berichten eines beteiligten Polizisten von zwei Spezialeinheiten für Terrorismusbekämpfung und Großkriminalität geleitet worden sein. Diese befehligten wiederum Einheiten der Polizei aus Rom.
An diesem Freitag geht eine Handelswoche zu Ende, die man nicht so leicht vergessen kann - gerade als Outsider nicht, der versucht, sich dem Phänomen Börse von außen zu nähern. Ich fasse zusammen: Auf dem G8-Gipfel in Genua kam es zu schweren Kämpfen zwischen militanten Gegnern des freien Marktes und der Polizei, ein Straßenkämpfer wurde erschossen.
Enrico Rusconi ist Professor für Politologie an der Universität von Turin und zurzeit Gastprofessor an der Freien Universität Berlin. Wer ist verantwortlich für die Vorkommnisse bei der Razzia in Genua?
In Italien können Festgenommene bis zu 96 Stunden in Verwahrung behalten werden, ohne dass es dazu einer Begründung bedarf. Die Regelung geht zurück auf eine Reihe von Anti-Mafia-Gesetzen und deren Anwendung auch bei politisch Radikalen.
Die EU winkt ab. Ihre Experten halten es für unwahrscheinlich, dass eine EU-Untersuchungskommission die Übergriffe der Polizei auf Demonstranten beim G-8-Gipfel in Genua unter die Lupe nehmen wird.
Die Nacht zum Donnerstag war die erste ohne diese Bilder. Immer wenn Marc Lang in den drei Nächten zuvor versucht hatte, die Augen zu schließen, waren sie zurückgekommen: Die junge unbekannte Frau neben ihm auf dem Asphaltboden.
Nichts als Verlierer. Nun, da sich die Rauchschwaden verflüchtigt haben, wird der Blick auf Genua klarer, auf jene drei Tage des G-8-Gipfels, da die Gewalt durch die Straßen tobte.