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Thema

Gazprom

Gemeinsam schalten Eon und Ruhrgas den Wettbewerb auf dem Erdgasmarkt aus. Steigende Preise sind die Folge, sagen Gegner.

Die Fusion, werben Eon, Ruhrgas und ihre Gutachter, habe erhebliche gesamtwirtschaftliche und energiewirtschaftliche Vorteile. Die Argumente: Der europäische Energiemarkt ist entscheidend für die Beurteilung weil durch die Liberalisierung künftig Weltkonzerne wie BP oder Shell die Konkurrenten sind, nicht aber die kleineren deutschen Wettbewerber.

Mit vollen Taschen kam der russische Präsident Putin in der vergangenen Woche von dem Treffen mit US-Präsident Bush. Auch die EU war in Geberlaune und verkündete, dass Russlands Ökonomie nun das Prädikat Marktwirtschaft verliehen werde.

Deutschlands größter Gasimporteur, die Ruhrgas AG, sieht mit einem finanzstarken Mehrheitsaktionär Eon bessere Chancen auf den internationalen Energiemärkten. Das machte Ruhrgas-Chef Burckhard Bergmann bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das Jahr 2001 am Dienstag in Essen deutlichRuhrgas kämpft beim Transport und der Verteilung von Gas mit schrumpfenden Gewinnmargen und drängt in das gewinnträchtige Fördergeschäft, vor allem in Russland.

Der Gast kommt fast als alter Freund. Der russische Präsident Wladimir Putin überraschte im September mit seiner Rede vor dem Bundestag - nicht nur, weil er sie in deutscher Sprache hielt.

Von Claudia von Salzen

Es scheint, dass zwei Fehler auch etwas Gutes bewirken können. Zuerst hat US-Präsident Bush Schutzzölle auf Stahlimporte erhoben, die unter anderen die russischen Exporteure treffen.

Mit Blick auf den am Dienstag beginnenden dreitägigen Staatsbesuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin haben deutsche Wirtschaftsvertreter positive Trends in Russlands Wirtschaft, bei Investitionen, Handel, Moskaus Schuldendienst und der Reformpolitik hervorgehoben. Klaus Mangold, Vorsitzender des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft, spricht von der "größten Wirtschaftsreform seit 1945"; die Duma habe im vergangenen halben Jahr 150 Gesetze und Änderungen eingeleitet oder bereits verabschiedet.

Der Oberste Gerichtshof in Spanien hat die Auslieferung des Medienunternehmers Wladimir Gussinski an Russland abgelehnt. Die russische Staatsanwaltschaft werde eventuell Berufung bei einer anderen Kammer des Gerichtes einlegen, sagte Gussinskis Anwalt Domingo Plazas am Mittwoch in Madrid.

Samstag um drei Uhr Ortszeit wurde wahr, was die meisten lange befürchtet hatten: Der Wachschutz des bislang unabhängigen Privatsenders NTW wurde durch Sicherheitsebamte des staatsnahen Konzerns Gazprom abgelöst, der an dem kritischen TV-Sender die Mehrheit der Anteile hält und am 3. April auf einer umstrittenen Aktionärsversammlung und mit fragwürdigen juristischen Tricks den Wechsel von Management und Chefredaktion verfügt hatte.

Von Elke Windisch

Kurz vor der Landung muss die Kanzlermaschine eine Schlecht-Wetter-Front durchqueren, aber im Stadtzentrum von St. Petersburg wird Gerhard Schröder von einer warmen Frühlingssonne begrüßt.

Von Christoph von Marschall

Der ehemalige Finanzminister Russlands, Boris Fjodorow, Aufsichtsratsmitglied des weltgrößten Gaskonzerns Gazprom, greift die Essener Ruhrgas AG scharf an. In einem Handelsblatt-Gespräch wirft er dem deutschen Gashändler, der einen Anteil am Gazprom-Kapital von fünf Prozent hält, vor, mit dem Top-Management von Gazprom gemeinsame Sache gegen die Aufklärung von Milliarden-Betrügereien zu machen: "Der Ruhrgas scheinen die Interessen von Gazprom-Managern näher zu sein als die der Aktionäre", so Fjodorow.

Wer als Anleger auf Mobilfunk setzt, kommt um den finnischen Handy-Hersteller Nokia nicht herum. High-Tech-Investoren schwören auf junge Wachstumswerte aus dem kalifornischen Silicon Valley.

Die russische Wirtschaft zieht wieder an. Im ersten Halbjahr 2000 sind die Investitionen gegenüber dem Vorjahreszeitraum kräftig angestiegen, wie der Chef des staatlichen Statistikamtes Wladimir Sokolin sagte.

Verträge im Wert von vier Milliarden Mark bringt Wladimir Putin mit, wenn er nach Moskau zurückkehrt: Der russische staatliche Energiekonzern Gazprom und vier deutsche Unternehmen unterzeichneten am Freitag entsprechende Absichtserklärungen. Darüber hinaus hat der Besuch des russischen Premiers der deutschen Wirtschaft Hoffnung auf mehr gemacht: Mit der Wiederaufnahme der seit 1998 gestoppten staatlichen Hermes-Bürgschaften für das Russland-Geschäft werden eine Reihe neuer Geschäfte ermöglicht.

Am Ende war es sogar dem beherrschten Wladimir Putin zuviel. "Sie bringen uns in eine äußerst unbequeme Lage: Sie verlangen immer, dass wir öffentlich unsere Liebe unter Beweis stellen", wehrte sich der Kreml-Chef gegen eine weitere Frage nach der Herzlichkeit seiner Beziehung zu Bundeskanzler Gerhard Schröder.

Die russische Regierung verlangt vom Gasgiganten Gazprom die Begleichung seiner Steuerschulden in Milliardenhöhe und droht für den Fall der Nichtzahlung mit einem Konkursverfahren gegen den weltgrößten Gasproduzenten. Insgesamt steht die RAO Gazprom bei der russischen Steuerbehörde umgerechet mit rund 1,4 Milliarden Rubel (100 Millionen Mark) wegen verzögerter Steuerzahlungen in der Kreide.

Ganze anderthalb Stunden dauerte gestern die außerordentliche Hauptversammlung von Gazprom, dem weltweit größten Gasexporteur, aus dessen Steuern sich der russische Haushalt zu über 25 Prozent finaniziert. Im Vorfeld der Hauptversammlung wurde gemutmaßt, dass der bisherige Konzernchef, Rem Wjachirew, seinen Posten räumen muss, weil der Kreml im Vorfeld der Wahlen das Unternehmen und dessen Finanzströme wieder fester an sich binden will.

Von Elke Windisch

Der russische Staat will nach eigenen Angaben seinen Einfluss auf den Erdgaskonzern Gazprom ausweiten. Wie das Moskauer Ministerium für Staatseigentum am Mittwoch mitteilte, wird die Regierung während der außerordentlichen Hauptversammlung an diesem Donnerstag die Erhöhung der Zahl ihrer Stimmen im elfköpfigen Gazprom-Aufsichtsrat von vier auf fünf beantragen.

Von Elke Windisch
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