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Thema

Taliban

Die USA haben eine Koranschule auf pakistanischem Gebiet mit Raketen angegriffen. Damit widersetzten sich die Amerikaner eindeutig einer Warnung der pakistanischen Regierung. Nur Stunden zuvor hatte Regierungschef Yousaf Raza Gilani "fremde Mächte" eindringlich vor Grenzverletzungen gewarnt.

36 Attacken seit Jahresbeginn – auch der jüngste Anschlag fällt erneut in das Gebiet der Paschtunen

Von Frank Jansen

Bei einem Selbstmordanschlag nahe der afghanischen Stadt Kundus sind zwei deutsche Soldaten und fünf Kinder getötet worden. Zwei Bundeswehr-Soldaten und zwei Kinder seien verletzt worden. Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag und nannten eine weit höhere Opferzahl.

Auf offener Straße haben Taliban-Kämpfer am Montag in Kabul eine Südafrikanerin erschossen. Die Frau arbeitete für eine internationale Hilfsorganisation. Bei Gefechten westlich der Hauptstadt sind mehr als 20 Aufständische getötet worden, teilte die Internationale Schutztruppe Isaf mit.

Afghanisches Kind

In Afghanistan steigen nicht nur die Zahlen der getöteten ausländischen Soldaten unaufhaltsam, sondern auch die der Angriffe auf Hilfsorganisationen. Allein 2008 sollen es bislang weit über 100 Übergriffe gewesen sein.

Bei einem Selbstmordanschlag im Nordwesten Pakistans sind am Freitag mindestens 32 Menschen getötet worden. Der Racheakt ereignete sich im Dorf Ghaljo im Stammesgebiet Orakzai.

Drogenanbau

Beim Treffen der 26 Nato-Verteidigungsminister an diesem Donnerstag in Budapest bahnt sich ein Streit über das künftige Vorgehen der Afghanistanschutztruppe Isaf beim Kampf gegen die Drogenherstellung an. Die USA wollen Isaf-Soldaten gegen die Labore in Afghanistan einsetzen.

Von Albrecht Meier
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Die Nato streitet über den Einsatz von Isaf-Soldaten zur Bekämpfung des Opium-Anbaus in Afghanistan. Die USA, Großbritannien, Kanada und die Niederlande befürworten ein solches Vorgehen. Deutschland ist strikt dagegen. Drogen gelten als Haupteinnahmequelle der Taliban.

Taliban

Vertreter der Taliban und von Afghanistans Regierung sollen sich in Saudi-Arabien getroffen haben. Die Vertreter von Taliban-Führer Mullah Omar sollen dabei betont haben, nicht mehr Verbündeter der Al Qaida zu sein.

Von Ruth Ciesinger

Ende September bereits sollen sich Vertreter der radikal-islamischen Taliban und der afghanischen Regierung in Mekka getroffen haben, um über eine Lösung des Afghanistan-Konflikts zu beraten. Alle Beteiligten sollen sich einig gewesen sein: Nur Gespräche könnten die erhoffte Entspannung bringen.

Die anstehende Aufstockung der Bundeswehrsoldaten in Afghanistan um 1000 auf 4500 Mann reicht den amerikanischen Militärs nicht aus. In Zukunft müssten 9000 deutsche Soldaten an den Hindukusch. Unterdessen will Außenminister Steinmeier die Spezialtruppe KSK abziehen.

Bei einem Raketenangriff auf ein Haus im pakistanischen Stammesgebiet an der Grenze zu Afghanistan sind mindestens vier Menschen getötet und neun verletzt worden. Der Vorfall dürfte die Spannungen zwischen den USA und Pakistan verschärfen.

Malalai Kaka

Nach dem Sturz der Taliban im Jahr 2001 war sie die erste Polizistin in Khandahar - ihr Spezialgebiet: die Verfolgung von Straftaten gegen Frauen. Jetzt haben die radikalislamischen Taliban die sechsfache Mutter Malalai Kakar nach eigenem Bekenntnis "eliminiert".

Von den am vergangenen Sonntag verschleppten 150 Bauarbeiter ließ die Taliban inzwischen ale Geiseln wieder frei gelassen. Die Männer arbeiteten für ein afghanisches Unternehmen, das dort eine von der US-Regierung finanzierte Kaserne für 2000 Soldaten errichtet.

Der Großteil der rund 150 im Südwesten Afghanistans verschleppten Bauarbeiter ist wieder auf freiem Fuß. Nach Verhandlungen zwischen Stammesältesten und Taliban-Kämpfern seien 118 der afghanischen Arbeiter freigekommen, sagte der Gouverneur der Provinz Farah.

Die pakistanische Polizei hat im Nordwesten des Landes fünf Demonstranten erschossen, die gegen die Tötung von Kindern bei einem Militäreinsatz auf die Straße gegangen waren. Nach Polizeiangaben sollen Demonstranten zuvor Polizeiwachen gestürmt haben.

Weil sie erkrankt waren, wurden drei der am Sonntag im Süden Afghanistans verschleppten Zivilisten wieder frei gelassen. Die Massenentführung ist die größte, die sich bisher in dem Land ereignet hat. Noch hat sich niemand zu der Tat bekannt.

Deutsche Soldaten waren mit einem Konvoi der Bundeswehr unterwegs, als ein Selbstmordattentäter in der Nähe seinen Sprengsatz zündete. Einziges Opfer des Anschlags ist der Extremist.

Eine bislang nicht in Erscheinung getretene Islamistengruppe hat sich zu dem Anschlag auf das „Marriott“-Hotel in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad bekannt. Die pakistanische Regierung sieht sich als Attentatsziel.

Massenentführung in Afghanistan: Auf dem Weg zu einer Baustelle im Südwesten des Landes sind über 150 Arbeiter von mutmaßlichen Taliban-Rebellen verschleppt worden. Die Bauarbeiter sollten dort im Auftrag der Regierung Kasernen errichten.

Pakistan

Der Selbstmordanschlag auf das Hotel in Islamabad zielte auf ein Symbol des Westens. Die Taliban sind in Pakistan auf dem Vormarsch und der Kampf gegen den Terror stellt das Land vor eine Zerreißprobe.

Isaf Afghanistan

Tödlicher Irrtum: Ein afghanischer Bezirksgouverneur ist offenbar von NATO-Soldaten erschossen worden. Australische Truppen hätten den Gouverneur Rosi Chan Bareksai und seine Begleiter für Taliban-Kämpfer gehalten und das Feuer eröffnet.

Ein afghanischer Grundschulleher hat seine Zusammenarbeit mit der Regierung teuer bezahlt. Aufständische haben dem Mann beide Ohren abgeschnitten, als Strafe für sein Engagement. Auch andere Männer sind verletzt worden. Die Taliban bestreiten ihre Beteiligung, entgegen der Aussagen von Zeugen.

Der Krieg gegen den Terror kann mit den bestehenden Mitteln kaum gewonnen werden. Nun ändern die USA ihre Strategie und weiten den Einsatz auch auf Pakistan aus. Afghanistans Präsident Hamid Karsai begrüßt den Schritt, Pakistan sieht seine Souveränität in Frage gestellt.

Nach Ansicht von Human Rights Watch kommen in Afghanistan weitaus mehr Zivilisten bei Angriffen der internationalen Truppen ums Leben als offiziell angegeben. Damit sinke auch die Zustimmung der Bevölkerung zu den Besatzertruppen dramatisch.

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